Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)

Katalog - Vortragekreuze und Korpusse

für Eisenindustrie von Nadrag mit anderen mittelalterlichen Gegenständen und mit einer Ludwig I. (1342-1382) Münze zusammen zum Vorschein gekommen. Als Geschenk ins Museum gelangt. Nicht publiziert. 64. ALTARKREUZ Abb. 64 a-b Ungarisch, Mitte des 15. Jh. Kupfer, gehämmert, gepreßt, vergoldet. H: 15,5 cm, B: 12,5 cm Inv. Nr. 55.364.C. Das Kreuz hat dreibogige Balkenenden, seine beiden Seiten sind durch Scharniere miteinander verbunden. Die aus mit gepreßter Perlenreihe verziertem Band gefertigte Seite ist an die rückwärtige Kreuzplatte angelötet. Auf beiden Seiten des Kreuzes läuft ein Rahmen aus gepreß­tem, konvexem Band ringsum. Auf der Vorder­platte ist ein graviertes Kreuz mit geraden Balken, dessen Oberfläche mit verstreut eingeschlagenen Dreiecken bedeckt ist, oben eine kleine Tafel mit der Inschrift INRI. An den Balkenenden gravierte, im Profil dargestellte Evangelistensymbole mit Spruchbändern. Der Korpus fehlt, sein Platz ist durch die Nagellöcher bezeichnet. Auf der Rückenplatte sind in den Bogen vierblättrige Rosen mit gitterförmiger Mitte, auf den Balken welliges Rankenmuster, von dem anstelle von Blättern emlinige Seitenranken ausgehen. Der Sockel des Kreuzes fehlt, obenauf wurde nachträglich ein Aufhängering gelötet, inden eine Kette aus dem 17. Jh. gezogen ist Herkunftsort unbekannt, aus dem alten Material des Museums. KOLBA 1980, 246, Abb. 10-11. 65. RÜCKENPLATTE EINES KREUZES Abb. 65 Ungarisch (?) 15. Jh. Kupfer, gehämmert, gepreßt, vergoldet. H: 12,2 cm, B: 11,2 cm Inv.Nr. 1870.43.1.81. Aus dickem Blech gefertigtes Kreuz mit dreibogigen Balkenenden. An der Seite ein angelöteter Rand aus profiliertem Band, das Innere ist hohl. Am Treffpunkt der Balken und in den Bogen an den Balkenenden je eine runde, leere Stemeinfassung, in der Mitte der Einfassungen an den Balkenenden ist in der Grundplatte des Kreuzes ein runder Ausschnitt. Die Steineinfassungen smd aus gepreßtem Band gemacht, auf den Bändern sind beiderseits zwischen einer zweifachen Rippe fünfblättrige Blumen aneinandergereiht. Die Rückenplatte des Kreuzes fehlt, unten ist das Balkenende bis an den Rand der Einfassung abgebrochen. Von der Festmachung der Rückenplatte gibt es kerne Spur, ebensowenig von einer Aufhängeöse. Das Kreuz könnte, was seine Abmessungen betrifft, auch ein Pektoralkreuz sein, doch ist es wahrscheinlicher, daß es zum Typ der (durchschnittlich kaum 2-3 cm höheren) aufstellbaren Altarkreuze gehört, die aus Silber und manchmal aus Kupfer hergestellt wurden. Herkunftsort unbekannt, Flóris Romer schenkte es dem Museum. Nicht publiziert. 66. VORTRAGEKREUZ Abb. 66 a-b Ungarisch, Mitte des 15. Jh., Auf einen Holzkern appliziertes Kupfer, ziseliert, punziert. Bronze, gegossen, vergoldet, mit Glas­stemen. H: 66 cm, B: 37,5 cm Inv. Nr. 1909.9.4. (unter Nr. 58.175.C. erneut inventarisiert) Großes, mit auf einen Holzkern genieteten Kupferplatten bekleidetes Kreuz mit dreibogigen Balkenenden. Die auf der Vorderseite die Balken entlanglaufende durchbrochene Platte hat einen glatten, schmalen Rand, zwischen zwei herausstehenden Rippen sind mit glattem Band umrahmte Kreise aneinandergereiht, in ihrem Innern aus je vier kleinen Kreisen bestehendes, durchbrochenes Maßwerk. An der Schnittstelle der Balken und an den Balkenenden aufgenietete quadratische Platten mit dreiblättriger Blattum­randung. Die Blattumrandung der Platten ist reliefiert, hat einen ziselierten, aus einer Bogcnlmie bestehenden Rahmen. In ihrer Mitte je ein mugeliger Glasstein, an deren Fassung unten Umrahmung aus gewundenem Draht, ihr Rand ist gezahnt. Auf der Blechbekleidung der Rückseite vor einem mit Zickzacklinien bedeckten Hinter­grund wallender Rankenschmuck mit großen, sich fächerförmig ausbreitenden, fleischigen Blättern und ziselierter Aderimg. An der Schnittstelle der Balken gegossene, quadratisch geformte Bronze­platte, in deren Mitte von einem durchbrochenen Maßwerkkreis ausgehendes, gewundenes Laub­werk. Die Aderung des dichten Laubschmucks ist ziseliert. An den Balkenenden ebenfalls gegossene, durchbrochene Scheiben mit ein Spruchband haltenden Evangelistensymbolen. Die gegossenen Platten sind mit Hilfe gezahnter Fassung am Kreuz befestigt, am Ansatz der Fassung Umrahmung aus gewundenem Draht.

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