Lovag Zsuzsa: Mittelalterliche Bronzgegenstände des Ungarischen Nationalmuseum, (Catalogi Musei Nationalis Hungarici. Seria Archeologica 3; Budapest, 1999)
Katalog - Vortragekreuze und Korpusse
und im Kecskeméter Museum aufbewahrten Kreuzes mit Lilien an den Balkenenden. Identisch ist auch der an beiden Kreuzen unten befindliche doppelkegelstumpffönnige Nodus. Von unbekanntem Fundort herrührend, aus dem alten Material des Museums. CZOBOR-SZALAY 1897, 66, Abb. 85; BÁRÁNYNÉ-OBERSCHALL o.J. I. 583; VALTER 1972, 226, Taf. XXIV 4; MARTH 1988, 355. 49. VORTRAGEKREUZ Abb. 49 Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, gehämmert, graviert, punzicrt, vergoldet. H: 30,2 cm, B: 17,5 cm Inv. Nr. 1876.6.26. Kreuz mit sich verbreiternden Balken. Der senkrechte und der waagerechte Balken wurden gesondert gegossen und nachträglich zusammengenietet. Auf der Vorderseite verdickt sich der Rand, die Balken sind mit eckigem, flachem, dreifachem Flechtband bedeckt. Der Hintergrund des Flechtbandes ist mit punzierten, bzw. gravierten Zickzacklinien ausgefüllt. Die Rückseite ist glatt. Das untere Ende des Kreuzes schließt mit einem Dorn an den aus Blech gehämmerten, abgeflachten kugelförmigen Nodus an, unter dem sich ein längliches, aus Blech gebogenes, trichterförmiges Gebilde befindet. Der Korpus ist klein, auf dem gerade gehalten Kopf ist das Haar in der Mitte gescheitelt und hinter die Ohren gekämmt, die Augen sind geschlossen. Die Anne sind nach oben gerichtet, die linke Hand nach oben gewendet, die Finger durch Gravierung angedeutet. Die Handflächen mit Nägeln durchschlagen. Die Rippen sind durch gerade, gravierte Striche angedeutet, der Rumpf ist sehr lang. Auf dem Lendenschurz gravierter, mit sich selbst verschlungener Gürtel mit herabhängenden Enden, seitlich gravierte, auseinanderstehende Falten. Die Beine sind im Knie etwas gebeugt, fest geschlossen, unter den Füßen bogenförmiges Blech, mit einem Nagel an das Kreuz geheftet. Der horizontale Kreuzbalken ist an der Stelle der Zusammenfügung abgebrochen, neuzeitliche Reparatur mit Hilfe einer mit vier Nägeln angebrachten Blechplatte. Stark abgewetzt. Fundumstände unbekaimt, vom Museum aus der Privatsammlung von Frau Alajos Fáy erstanden. HORVÁTH 1936, 14. Abb. 2; BÁRÁNYNÉOBERSCHALL o.J. I. 585; VALTER 1972, 219, Taf. XXIII. 6. 50. VORTRAGEKREUZ Abb. 50 Ungarisch, zweite Hälfte des 12. Jh. Bronze, gegossen, gehämmert, graviert, vergoldet. H: 24 cm, B: 12,3 cm Inv. Nr. 58.59.B. Kreuz mit sich verbreiternden Balken, vorn angelöteter schmaler Rahmen. Darunter ein kugelförmiger Nodus in dessen oberen Hohlraum das Kreuz mit Hilfe von zwei Nägeln befestigt war. Unter dem Nodus befand sich einst der Stielanschluß, von dem nur das obere Anschlußband erhalten ist. Der Kopf des Korpus ist etwas nach vom geneigt, die Augen sind geschlossen, das in der Mitte gescheitelte Haar fällt ins Genick, der Kopf trägt auch Schnurrbart und lockigen Bart. Hinter dem Kopfe eme blecherne, durchbrochene, kreuzförmige Glorie, von der nur das untere Drittel erhalten ist. Die gerade ausgestreckten Arme sind etwas nach unten gerichtet, die Finger sind ausgestreckt, die Daumen schmiegen sich in die Handflächen, Nägel sind nicht angedeutet. Auf den Schultern ein stilisiertes, mit gravierten Strichen verziertes, schultertuchartiges Dekor, mitten in der Brust eine kleine Vertiefung, die Rippen sind durch schräge Lünen angedeutet, hi der Mitte des Lendenschurzgürtels ein runder Knoten, der Schurz ist um die Lenden geschlagen, mit herabhängeden Falten, mit plastischer, senkrechter Raffung. Die Beine sind eng geschlossen, etwas nach rechts gerichtet. Unter den Füßen ein Löwenkopf. Das Kreuz ist stark abgewetzt, rostig, durch den senkrechten Kreuzbalken läuft schräg ein Sprung, die Vergoldung ist fleckenweise abgesprungen. Das Kreuz ist mit dem in Sárbogárd zum Vorschein gekommenen und im Museum von Székesfehérvár aufbewahrten Kreuz fast identisch, stimmt mit ihm im Typus des Korpus überein. Sie sind Produkte der gleichen - wahrscheinlich transdanubischen, klösterlichen - Werkstatt. In Szerecseny (Kom. Veszprém) in der Erde gefunden, nähere Umstände unbekannt, aus dem alten Material des Museums erneut inventarisiert. EBENHÖCH 1871, 108; HORVÁTH 1936, 14, Abb. 2; LOVAG 1979,13, Abb. 8; MARTH 1988, 355; LOVAG 1994, 11-17. 51. VORTRAGEKREUZ Abb. 51 Ungarisch, Mitte des 12. Jh. Bronze, gegossen, graviert, vergoldet. H: 16,4 cm, B: 16,2 cm Inv. Nr. 1898.115.5.