KOZÁKY ISTVÁN: A HALÁLTÁNCOK TÖRTÉNETE II. / Bibliotheca Humanitatis Historica - A Magyar Nemzeti Múzeum művelődéstörténeti kiadványai 5. (Budapest, 1944)

Anhang

- XI ­über das XVI. Jh in die Kunstgeschichte des Mittelalters zurückreichen würden. Diese ihre Beweiskrait erhöht aber der Umstand, dass uns derartige Motivvariationen haupt­sächlich aus der Zeit des Humanismus, der allerfrühsten Renaissance überliefert werden. — Phot, nach Weber­Holländer : Des Todes Bild. Berlin 1923, S. 93. Fig. 4 - 5. — Der Triumph des Ruhmes über den Tod. — Französische Miniaturen des XVI. Jahrhunderts. Paris, Nat. Bibl. Prang. Cod. Nr. 7079. Der Tod, der auf seinem von Büffeln gezogenen Triumphwagen die Leiche Laura's mit sich führt, wird auf dem einen Bilde (Fig. 4) von der beflügeilen „Frau Ruhm" besiegt Nachdem alle jene Grössen der Erde, welche der Triumphwagen des Todes zu Boden warf, von der Göttin des Ruhmes wie­der erweckt wurden, begleitet dieses neu ins Leben geru­fene Heer irdischer Grössen den von Elephanten gezoge­nen Triumphwagen der Ruhmesgötlin. Am Rande ihres Triumphwagens muss sogar der Leichnamstod seinen fried­lichen Pia z finden. — Phot, nach Weber-Holländer: a. a. 0. S. 125, 127. Fig. 6. — Die Todes-Donna auf einem phantasti­schen t< scanischen Gemälde. — Der Triumph der „Dea la Morte" wird auf einem Gemälde eines unbekannten Malers aus Siena (Toscana XV. Jh. Accademia di Belle Arli) ganz eigenartig und phantastisch gezeichnet. Auf dem grabmalartig, architektonisch sehr gewagt aufgebau­ten, mit Totenschädeln gezierten Piedestal des von Büf­feln gezogenen Triumphwagens steht die Todesfurie, eine teils skelettiert, teils leichenheft, mit flatternden Fu­rienhaaren charakterisierte, in zerfetzte Kleider gehüllte Gestalt des aus den Varianten der Gesamtlegende und der Totentänze bekannten überirdischen und teuflischen Wesens. Dem Wagen geht eine Menge vornehmer Stände zu Pferd und zu Fuss voran, hinter dem Wagen liegt eine Menge von Leichen königlicher Gestalten, welche von der Todesfurie niedergefahren wurde. Links im Hin­tergrund zieht in den Kirchhof ernes kleinen italienischen Städtchens ein Leichenzug mit den Geistlichen und dem Sarge an der Spitze. — Phot, nach Ed. Alinari. Pe.2a. Nr. 9633a. Tafel XVII. — Die Todeslegende von Antonio Crescenzio und II Dogma della Morte zu Pisogne. Fig. I. Die Todeslegendenform nach dem Subia­coer Vorbilde und ebenfalls mit dem Motiv der Petrarca­Trionfi vereinigt. —- Diese Wachsmalerei (Enkaustik) wird im allgemeinen dem Antonio Crescenzio, einem Maler von Palermo zugeschrieben. Sie stammt aus der 1. Hälfte des XV. Jhs (ca. 1417), ist also mit den ersten Todes- und Totentänzen von gleichem Alter. Einst befand sie sich in der Vorhalle des Krankenhauses von Palermo, wurde sehr beschädigt, als aus dem Spital eine Militärkaserne wurde. Seitdem wurde das Bild restauriert, mit Holzrahmen ver­sehen und im Palazzo Sclafani untergebracht. Der Tod, eine triumphierende Gestalt, welche unter dem unzweifel­haften Einflüsse der Illustrationen der Petrarca-Trionfi steht, schwingt, auf einem abgezehrten Rosse sitzend und im schnellsten Galopp dahinsausend. seine Lanze gegen eine Menschenmenge. Die Vertreter der höchsten Stände und jeden Alters, die Päpste. Kaiser, Herrscher, Fürsten, Doktoren und gemeines Volk hat das Todesross schon zu Boden geworfen. Links rufen auch hier Greise und Krüppel den Tod um Hilfe an. Rechts vom Beschauer, auf der linken Seite des Bildes, schicken sich einige junge Weiber zum Tanz an und ein Lautenspieler stimmt zu diesem Zwecke sein Instrument, —• die Darstellung der Sorglosigkeit des Lebens, ganz ähnlich, wie auf der rech­ten Seite des Pisaner Gesamtlegendenbildes. Die Blässe des Laulenislen aber verrät seine Furcht, welche den Da­men zu erkennen gibt, dass dieses lustige Leben bald ein Ende nehmen wird. Im oberen Teile der linken Seile des Bildes, vom Beschauer aus rechts, oben, befindet sich ein klarer, schöner Quellenbrunnen, mit einem auch architek­tonisch fein ausgebildeten Brunnengehäuse, an dem Jüng­linge und junge Mädchen stehen und darüber zu plau­dern scheinen, was ihnen die n ännliche Gestalt ganz rechts mit den Fingern zählend (wie auf den Totentanz­bildern) erklärt. Ihm gegenüber auf der anderen Seile des Brunnens steht eine männliche Gestalt, die der Erklärung grössere Aufmerksamkeit schenkt, als die anderen, und sie viel ernster zu Herzen nimmt, als seine Kameraden und Freundinnen. Es ist der bekehrte Everyman der Ge­samtlegende, der dem Eremiten zuhört. Im Hintergrunde führt ein Diener oder Page zwei Hunde an der Leine und scheint sich in den dichtbelaubten Wald flüchten zu wol­len. Im Wald singen Vöglein und flattern schöne Schmet­terlinge. Von rechter Seite dringt eine schwache Beleuch­tung in die Szenerie herein. — Kein Zweifel, dass wir es wieder mit der Gesamtlegende zu tun haben, welche um die Wende des XIV —XV. Jhs. die Geschichte des Be­kehrten und seiner bösen Freunde und Freundinnen mit gleichen Zügen wie in Subiaco und Pisa erzählt. — Phot, nach Pietro Vigo : Le Danze Macabre in Italia. Bergamo 1901 3. S. 16. - Vgl. Tabelle A wie Subiaco und Pisa. Fig. 2—3. — II dogma della Morte. ein totentanz­artiges 7 riumphbild. — Ein Fresko auf der Fassade der Chiesa della Madonna della Neve bei Pisogne (Val Ca­monica am Iseo-See) zeigt uns eine eigenartige Möglich­keit, wie die Darstellung des Motivs vom über eine grosse Menge triumphierenden Tod auch auf eine andere Art gelöst werden konnte. Das Bild, welches man allgemein für die Arbeit des Lombarden Ambrogio Borgognone da Fossano hält, stammt zwar schon aus der 2. Hälfte des XV. Jhs., ist aber sicherlich Nachahmung einer früheren, aus dem XIV. Jh. stammenden Darstellung, denn es wird von den meisten Kunsthistorikern (vgl. Vallardi S. 15—19) betont, dass er noch immer sehr genau die Manier des XIV. Jhs bewahrt hatte, besonders was die Idealisierung der Gesichter anbelangt. Das Fresko zerteilt die zwei Sze­nen des Todestriumphes auf zwei längliche Streifen, de­ren einer das wahre Leben, deren anderer aber den wirk­lichen. ewigen Tod darstellt. Ein jeder der beiden Streifen ist von drei Säulchen in drei grössere und gleiche, und in eine kleinere, schmälere Bildfläche geteilt. In den beiden Szenen, welche die zwei Streifen darstellen, treten zusam­men beinahe vierzig Personen auf, welche als Vertreter der verschiedensten vornehmen Stände fast lebensgross gezeichnet sind. Die Darstellung zeigt den Einfluss des ghibellinischen Prinzips und ist in gewisser Hinsicht ei­gentlich der ironische Ausdruck antiklerikaler Gesinnung. Im schmalen Räume beider Streifen steht jedesmal der Tod. Er empfängt als eine gekrönte, königliche Gestalt im ersten Streifen auf der einen Seile nach rechts (vom Be­schauer aus) blickend die Huldigung der kirchlichen Stände. Auf seinem Bogen hält er fünf Pfeile zum Schusse bereit. Sich von Süden nach Norden bewegend kommt diesem mörderischen Todeskönig ein Zug der kirchlichen Wür­denträger entgegen : ein Papst, dem zwei Kardinäle, zwei Bischöfe, zwei Diakone, weiter eine Schar von Dignitariern kirchlichen Standes folgen, dann erscheinen Gestallen von weltlichen Vornehmen, endlich zum Schluss die vorneh­men Damen. Alle mit Zeichen des Reichtums geziert, mit Goldgefässen, vollen Börsen und mit Schüsseln voll Edel­steine beladen. Auf der anderen Seite, mit einem abge­drückten Bogen und ohne Pfeile, steht bloss ein Skelett (ohne Krone), und die Menge bewegt sich von Norden nach Süden. Auch dieser zweite Streifen ist von drei Säu­len auf vier Bildflächen geteilt. Voran der Heiland, Maria an dem Arm herbeiführend, dann fünf nimbierte Heilige mit Schriftbändern, deren Aufschriften jene Ideen erklärt haben mochten, welche sie vertraten Während also die Gruppen des ersten Streifens die „Nichtigkeiten" verkör­perlichten, sind hier die einzelnen Gestalten Personifika­tionen der Lebenswerte Dann fo gen Könige, Herzöge, weltliche Würdenträger, aber keine.Köstlichkeiten tragend, sondern kleine Fähnchen, deren Aufschriften jene Tugen­den bezeichneten, welchen sie sich im Leben widmeten, um in Christus den Tod zu besiegen Während also der vorige Streifen den Triumph des Todes über die Sünder dargestellt hatte, ist dieser Teil des Freskos der Triumph der Tugend, der Gottheit, der Ewigkeit über den Tod. Hier hat der Tod keine Macht, deswegen hat er auch keine Pfeile auf seinem Bogen. Hier folgen sogar noch Perso­nen, welche weit entfernten heidnischen Nationen angehö­ren und denen das Evengelium das Licht der Ewigkeit brachte. Sie tragen ihren Namen auf einer Aufschrift auf der Brust: der Türke, der Kalmück und der Mohr. Ober

Next

/
Oldalképek
Tartalom