Szücs György szerk.: München - magyarul, Magyar művészek Münchenben (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2009/6)

TANULMÁNYOK - Szvoboda Dománszky Gabriella | Müncheni művészek a pesti tárlatban

dynamischen und farbenfrohen Szenen, seine sorgfältige Pinselführung erzielte großen Erfolg. Das beliebte Spiel des Biedermeier, das mit Lichteffekten spielende „Mondschein-Bild" konnte von keiner Ausstellung fehlen. Solche stellte Bernard Stange aus, während Anton Zwengauer stimmungsvolle Sonnenuntergänge mit wolkigem Himmel präsentierte. Des öfteren tauchte als Thema von Gemälden die Stadt selbst auf, und die in Ungarn als ungewöhnlich geltenden Architekturbilder, gezeichnet von Ivo Veermeersch, Leo von Klenze, dessen Schüler Ferdinand Jodl und weiteren. Besonders geschätzt waren die historischen Landschaften, wie die Werke von Johann Georg Mohr, Wilhelm Scheuchzer, insbesondere aber die von Michael Neher. Eines der Architekturbilder von Neher wurde zum damals höchsten Preis, für 1200 Forint verkauft und ausgelost. Eine interessante Linie stellte die nördliche Richtung der Münchner Landschaftsmalerei mit den Landschaften von Christian E. B. Morgenstern oder Christian Ezdorf dar. Diese Meister mit düsterem Pinsel arbeiteten mit rohen und materialartigen, dicken und schwerfälligen Farbenstrichen, was auf mehrere ungarische Meister seine Wirkung ausübte. 1842 war der seit Jahrzehnten in München lebende Ferdinand Schimon, ein wirklicher großer Meister. Schimon war der Verehrer von gleichzeit zweier Musen: Er war bekannt als der „bayrische Sänger" und galt zugleich als erfolgreicher Maler. Zu jener Zeit hegte er die Hoffnung, nach Ungarn zurücksiedeln zu können. Da aber die damaligen Verhältnisse dafür noch nicht reif waren, kehrte er nach München zurück. Mit der Zeit vermehrte sich in der Münchner Kollektion die Zahl Werke mit ungarischer Thematik, und es kamen auch immer mehr Besucher nach Ungarn. Die nunmehr in regelmäßigen Abständen durchgeführten Pester Ausstellungen regten die talentierten jungen Ungarn dazu an, die Künstlerlaufbahn einzuschlagen. So sind denn nach 1840 einige aufgebrochen um zu studieren, und ihr Vorankommen konnte man bei den Ausstellungen verfolgen. Einer der frühen Vorläufer war Ferenc Ásványi Balassa, einer der talentiertesten Künstler der ersten Hälfte des Jahrhunderts, der später in Wien erfolgreich geworden ist. Betrachtet man die Liste der Immatrikulierten, so kann man mit Überraschung feststellen, dass sich fast alle durchsetzen konnten und nur wenige verschollene Namen zu finden sind. Bei ihrer Rückkehr in die Heimat brachten sie für ungarische Verhältnisse ungewöhnliche Arbeitskultur, eine freie, bürgerliche Mentalität und modern Kenntnisse über den Kunsthandel mit sich, was genauso wichtig war als die Kunstwerke selbst. Nach Károly Lyka war Imre Roth, der ein abentuerliches Leben hatte, der erste bedeutende Künstler aus Ungarn, der sich an der unter der Leitung von Cornelius stehenden Münchner Akademie immatrikulierte. Später ist er in Kassa/Kaschau [heute Kosice, Slovakei] berühmter Fotograf geworden. Der vorzügliche Zeichenlehrer, Landschaftsmaler und ständiger Aussteller, József Khoor aus Buda/ Ofen, lehrte im späteren in der Pestvárosi Iparrajztanoda Intézet, wo er schließlich zum Direktor ernannt wurde. Die aus Serbien stammende Katalin Ivanovics war eine vorzügliche Porträtmalerin, die sich später in Zagreb/Agram niederließ, wird in Serbien bis heute als erste Malerin mit viel Liebe in hohen Ehren gehalten. Das ständige Thema von Henrik Kann scheint auf Grund seiner bei den Ausstellungen auftauchenden Bildtiteln das münchnerische Biedermeier-Genre gewesen zu sein. Nepomuk János Boros ist zum viel beschäftigten kirchlichen Maler geworden. Károly Sterio, ein sensibler Aguarellist, der Schöpfer von naturalistischen Genrebilder aus dem Volksleben wurde ein Vorläufer der Künstlerkolonie in Szolnok, wo er das Malen in der Natur ausübte. József Knopp war ständiger Aussteller der 50-er Jahre - und auf Grund der hohen Preise seiner Werke zu urteilen war er keineswegs unbegabt. Die ungarischen Bildhauer der damaligen Zeit, wie das Mitglied der berühmten Bildhauer-Dynastie aus Pest, László Dunaiszky und sein Bruder Henrik, lernten bei Schwanthaler und bei Halbíg. József Engel war in London tätig, blieb aber mit seiner Heimat stets im Kontakt und stellte häufig in Pest aus.

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