Szücs György szerk.: München - magyarul, Magyar művészek Münchenben (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2009/6)

TANULMÁNYOK - Szvoboda Dománszky Gabriella | Müncheni művészek a pesti tárlatban

Weitere zwei Bildhauer sind zu erwähnen, die besonders interessant sind, da sie die Finanzierung ihres Münchner Studiums aus Spenden sicherten: Károly Dosnyai wurde persönlich von Ferenc Liszt, das zufällig entdeckte urwüchsige Talent, József Faragó, durch den Verein unterstützt. Allerdings konnten sich die Bildhauer damals nur mühsam durchsetzen. Zur Zeit des Freiheitskampfes wurden die Ausstellungen des Pesti Műegylet eingestellt, schon sehr früh aber, 1851 wieder fortgesetzt. Da mittlerweile die Münchner Bilder auch in Wien ausgestellt worden sind, kam es zu einer Art Rivalität und die Rivalisierung erreichte auch Pest. Das Pester Publikum scheint sich aber eindeutig für die Münchner Künstler entschieden zu haben. Man gewinnt den Eindruck, dass das künstlerische Leben in Pest floriert, die ausländischen Aussteller stets anwesend sind. Die immer buntere internationale Palette ist von entscheidender Bedeutung, denn dadurch lässt sich die Gefahr einer kleinlich-engstirnigen Denkweise, des Provinzialismus ablenken. Die erste künstlerische Sensation in Pest war die Ausstellung des Gemäldes von Orlai Petrics Sorna, einem Schüler von Wilhelm von Kaulbach, mit dem Titel Die Auffindung des Leichnams von König Ludwig II. Das Bild ist bei der an die Kleinlichkeit des Biedermeier gewöhnten Ausstellung ein besonderes Phänomen gewesen, sein Akademismus von großem Format wirkte als echte Neuheit und erlangte epochale Bedeutung. Mit ihm ist nämlich neben der „unternehmenden" Künstlergestalt, die sich im Kontext des Kunstvereins an den Bedürfnissen des Marktes orientierte, auf spektakuläre Weise die „ausstellende" Künstlerpersönlichkeit erschienen, die ein hochwertiges Kunstwerk auf eigenes Risiko zustande brachte und moralischen Erfolg anstrebte. Es waren die 50-er Jahre, als die akademisch gebildeten und zunächst in München tätigen Ungarn erste Erträge verbruchen konnten. Die führenden Künstler hatten ihre Laufbahn alle in den 1840-er Jahren angetreten, und kürzere oder längere Zeit in München studiert. Mit ihnen war im ungarischen künstlerischen Leben jene erste Gruppe von professionellen Künstlern entstanden, welcher Henrik Weber, József Molnár, Antal Ligeti und Sándor Brodszky angehörten. Weber war Vertreter der naturalistischen bürgerlichen Malerei, die im Kustverein im Vordergrund gestanden hatte, József Molnár war in mehreren Gattungen tätig, wobei seine historischen Gemälde am erfolgreichsten waren, während Ligeti als Landschaftsmaler mit sensibler Pinselführung bekannt war. Der ebenfalls Landschaftsmaler Sándor Brodszky lebte dauerhaft in München, wurde zum typischen Kunstverein-Maler und war zwölf Jahre lang ständiger Teilnehmer der Ausstellungen. Er kehrte im Jahr 1857 nach Hause, und fand sich im ungarischen künstlerischen Leben sofort zurecht. Auf Grund seiner bekannten Werke war er ein auf historisierende Elemente zurückgreifender, traditionsbewusster Landschaftsmaler von realistisch­romantischer Auffassung. Bei genauer Betrachtung des Materials der Ausstellungen dieser ersten Periode muss man feststellen, dass die Wirkung der Münchner Kunst in Pest bereits in der ersten Hälfte des Jahrhunderts von erheblicher Bedeutung gewesen war - von größerer Bedeutung als in der Regel angenommen wird. Allerdings stehen uns noch weitere Forschungen bevor, sowohl hinsichtlich des Lebenswerkes der einzelnen Künstler, als auch des Materials der Münchner Ausstellungen, damit die ganze Tiefe und Komplexität der Beziehungen erschlossen wird. Die Pflicht, diese Aufgabe zu lösen, ergibt sich zum einen aus der Ehre unseren bahnbrechenden Meistern gegenüber. Zum anderen können die künstlerischen Verhältnisse im ausgehenden Jahrhundert nur auf diese Weise besser kennengelernt werden.

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