Nagy Ildikó szerk.: ARANYÉRMEK, EZÜSTKOSZORÚK, Művészkultusz és műpártolás magyarországon a 19. században (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 1995/1)
TANULMÁNYOK / BEITRÄGE - TÓTH Ferenc: A külföldi művészet jelenléte és pártolása az Országos Magyar Képzőművészeti Társulat kiállításain
FERENC TÓTH Die Anwesenheit und die Unterstützung der ausländischen Kunst an den Ausstellungen der Ungarischen Gesellschaft für Bildende Kunst (Zusammenfassung) Die ungarländische Anwesenheit der ausländischen Kunst wurde im ersten Zweidrittel des 19. Jahrhunderts größtenteils durch die Privatinitiativen der eine hervorragende Mentalität darstellenden Aristokraten des Landes gesichert, mit einer großzügigeren staatlichen Befürwortung konnte man nur gelegentlich rechnen. Dazu, daß das Publikum des Landes mit der Kunst des Auslandes in irgendeiner Form einen kontinuierlichen Kontakt haben möge, boten bis zu den sechziger Jahren nur die Ausstellungen des Pester Kunstvereins eine alleinige Möglichkeit. Diese monopolistische Lage wurde durch die im Jahre 1861 gegründete Ungarische Gesellschaft für Bildende Kunst abgeschafft. Das Statut der Gesellschaft hatte ursprünglich nur die Ausstellung der Schöpfungen von ungarischen Künstlern erlaubt, doch der Resolution der am 23. Mai 1868 abgehaltenen Generalversammlung gemäß, bot sich, wenn auch nicht zur Anschaffung von ausländischen Werken, doch zu ihrer Annahme für Ausstellungen von da an eine Möglichkeit. Der prinzipielle Standpunkt hat sich auch später nicht geändert. Die Gesellschaft hat von ihrem eigenen Geld, welches zumeist aus den Mitgliedsbeiträgen einfloß, nur ungarische Werke angeschafft, es ist jedoch möglich geworden, daß das Publikum fortan regelmäßig, und als Ergebnis einer einen größeren Anspruch darstellenden organisatorischen Tätigkeit als wie bei den Ausstellungen des Kunstvereins, auch ausländische Kunstwerke treffen könne. Der Entscheidung des Ausschusses folgend, hat die Gesellschaft eine „Denkschrift" an ausländische Kunstvereine und Künstler verschickt, mit jener Aufforderung, daß sie aus ihren Werken zu den neu zu organisierenden Ausstellungen der Gesellschaft einige überlassen mögen. Parallel damit hat die Aufnahme der Beziehungen auch durch andere Kanäle begonnen. Der im Jahre 1868 eingebrachten Resolution entsprechend hat der Sekretär, Károly Telepy, nachdem er die Wiener große deutsche Ausstellung besichtigt hatte, Schritte zur Verschaffung einiger als hervorragend beurteilten Werke für die Ausstellung der Gesellschaft getan. Die Zeitschrift mit dem Titel Műcsarnok (Kunsthalle, das Mitteilungsblatt der Gesellschaft) sandte in drei aneinander folgenden Fortsetzungen eine ausführliche Berichterstattung über die Wiener Ausstellung. Die geschichtliche Malerei war jenes bestimmende Vorbild gewesen, welches das ausstellungspolitische Gesicht der Gesellschaft in diesen Zeiten grundlegend charakterisierte. Auf Grund der Würdigung dieser Berichterstattung waren die bestimmenden Individualitäten des Zeitalters Kaulbach und Piloty - beziehungsweise die akademischen Meister der deutschen Kunstmalerei gewesen. An den ersten internationalen Ausstellungen der Gesellschaft haben auch die österreichischen Künstler teilgenommen, neben ihnen treffen wir in größter Zahl die Vertreter des Münchener und Düsseldorfer Naturalismus. Das Erscheinen von Karl Rahl, oder der Münchener akademischen Kunstmaler an unseren Ausstellungen hat meistens ein großes Echo hervorgerufen. Dennoch war die meist charakteristische Kunstgattung der in den siebziger Jahren organisierten internationalen Ausstellungen der Kunsthalle die die europäischen Kunstvereine überschüttende Münchener, Düsseldorfer oder Wiener Landschafts- und Genrebildmalerei gewesen. Eine lange Zeit hindurch haben die Ausstellungen der Ungarischen Gesellschaft für Bildende Kunst eine ausschließliche Gelegenheit dazu geboten, daß die Regierung - auf Grund der Vorschläge der kunstwerkanschaffenden Kommission der Gesellschaft - über die Anschaffungen entscheiden möge. Andererseits, haben die staatlichen Ankäufe die hauptsächlichste Quelle, und in vielen Fällen die einzige Gelegenheit in jener Hinsicht bedeutet, daß die zu den Ausstellungen gelangten Werke verwertet werden könnten. In diesen Jahrzehnten waren die Möglichkeiten ziemlich kärglich gewesen. Arnold Ipolyi, der Vorsitzende der Gesellschaft, beklagt im Jahre 1882 bitter den Mangel an der „majestätischen Gunst" bei den Ausstellungen der Gesellschaft. Zu einer königlichen Anschaffung ist es, bezüglich eines ausländischen Werkes, zuerst im Jahre 1884 gekommen, mit dem Ankauf der Schöpfung von Albert Kossak, des polnischen geschichtlichen Kunstmalers. Am Anfang der achtziger Jahre hat auch eine kurzlebige Unternehmung, die Genossenschaft zum Ankaufen von Kunstwerken, bei den Ausstellungen der Gesellschaft gekauft. Diese von Mór Wahrmann gegründete, vornehme geschäftliche Kreise bewegende Initiative hat jährlich für zehntausend Kronen Gemälde, darunter auch ausländische Bilder, angeschafft und verlost. Wegen der Kürze ihres Bestehens hat diese Genossenschaft nicht viel an der heimischen Lage des Kunsthandels vorwärts gebracht. Auf dem Gebiet der heimischen Unterstützung der ausländischen Kunst knüpft sich die größte und empfindlichste Versäumung an die bei der Gelegenheit der im Jahre 1877 stattgefundene Einweihung der an der Andrassy-Straße befindlichen Kunsthalle der Gesellschaft. Bei dieser festlichen Gelegenheit wurden die erstrangigen ungarischen Bilder durch international anerkannte und früher bei uns noch nie gesehene Schöpfungen von hervorragenden französischen Künstlern ergänzt. Aus der von Meissonier, Dupré, Diaz, Delacroix, Fromentin, Bouguereau, Corot, Daubigny, Moreau und Troyon geprägten Kollektion hat der ungarische Staat und die empfehlende Kommission der Vereinigung nur die Werke von Charles Jacque und Alfred Dreux zum Ankauf respektiert. Die Versäumung der Ankaufsgelegenheit hat sicherlich daran mitgespielt, daß diese Künstler nie mehr an den heimischen Ausstellungen erschienen sind. Im Interesse der Erhebung des Niveaus der Ausstellungen hat die Leitung den Direktor, Kálmán Perlaky, beauftragt, daß er mit jenen Künstlern, die er zur Teilnahme an den Ausstellungen als würdig beurteilt, die Beziehung aufnehmen und mit ihnen