Markója Csilla szerk.: Mednyánszky (A Magyar Nemzeti Galéria kiadványai 2003/2)
Das Leben und die Kunst von László Mednyánszky, mit besonderer Rücksicht auf die Periode vor - Biographie. Das Leben des László Mednyánszky. Zusammengestellt von Orsolya Hessky
Biographie. Das Leben des László Mednyánszky ZUSAMMENGESTELLT VON ORSOLYA HESSKY Die Burg von Beckov (Beckó) Beim Verfassen einer Biographie von László Mednyánszky kann man sich weitgehend auf seine Tagebücher stützen. Seine Jugendzeit aber ist kaum dokumentiert, sieht man von den Aufzeichnungen jener zwei-drei Jahre ab, die in den Tagebüchern festgehalten sind, die die Slowakische Nationalgalerie aufbewahrt. Die Tagebucheintragungen, die erstmals von Ilona Brestyánszky publiziert (1960), dann von Csilla Markója und István Bardoly ergänzt und dechiffriert (2000) und sodann von István Bardoly erweitert und verbessert wurden, verfolgen den Alltag des Künstlers erst ab den neunziger Jahren. Über die vorangehende Zeit können wir uns aus zwei weiteren, authentischen Quellen informieren, wobei diese nicht in allen Zeitpunkten übereinstimmen, in Details und Jahreszahlen an mehreren Stellen voneinander abweichen. Die Monographie von Dezső Malonyay wurde 1905, also noch zu Lebzeiten von Mednyánszky und wahrscheinlich unter Beachtung der persönlichen Angaben des Künstlers geschrieben, weshalb wir uns getrost auf diese Daten stützen können. Allerdings beharrte Malonyay nicht auf wissenschaftlicher Genauigkeit, weshalb man aus manchen Zeitangaben nicht mit absoluter Sicherheit schlussfolgern kann. Auch die Memoiren der Schwester des Künstlers, Frau Czóbel Istvánné können als primäre Quelle betrachtet werden, mehrere Kunsthistoriker stützten sich bei ihren Forschungen auch auf dieses Dokument, doch existieren auch hier zweifellos Zeitpunkte, die verschoben sind. Diese Zusammenstellung des Lebenslaufs versucht, mit Berücksichtigung der primären Quellen und der darauf gestützten Folgerungen, ein möglichst genaues Bild vom Leben des Künstlers aufzuzeichnen. - Da Mednyánszky seinen Aufenthaltsort ständig wechselte, sind seine europäischen, später auf die Monarchie begrenzten Reisen nicht immer zu verfolgen, und wurden deshalb nur dann erwähnt, wenn sie irgendeine Wirkung auf seine Malerei ausübten. Sehr oft fuhr er nach Beckov (Beckó) und Strázky (Nagyőr, Nehre) zu seiner Familie, mal für längere Zeit, mal für nur wenige Tage, zu Weihnachten und Neujahr ging erjedés Jahr nach Hause. Diese Fahrten werden nicht immer erwähnt, ebensowenig die Reisen in den 1900er Jahren nach Vác, als er das Grab seines Freundes Bálint Kurdi, alias Nyuli (gest. 1906), einmal wöchentlich aufsuchte. László Mednyánszky wurde am 23. April 1852 in Beckov (Beckó, heute Slowakei) im Komitat Trencin (Trencsén), auf dem Gut der Familie Mednyánszky geboren, hier verbrachte er auch die ersten zehn Jahre seines Lebens. Da er ein Frühgeborener war und über eine angefallene Gesundheit verfügte, waren ihm anstrengende Tätigkeiten untersagt, auch durfte er nur beschränkt studieren, unter Aufsicht von Privatlehrern. So erlernte er erst mit zehn Jahren das Lesen. 1856 starb sein Großvater mütterlicherseits, Boldizsár Szirmay. Ab diesem Jahr verbrachte er die Sommermonate im Szirmay-Schloss in Strázky (Nagyőr, Nehre), den Winter in Beckov. „Die Hinund Herfahrt war die große Freude von László." {Enigma, No 24/25, 57). 1859 wurde seine Schwester Margit, alias Miri, geboren, die auch später, als die Geschwister nicht mehr in so engem Kontakt zueinander standen, regelmäßig mit ihm korrespondierte. Den Sommer 1861 verbrachte die Familie in Pest, denn der Vater nahm als Botschafter an der Landesversammlung teil, die später allerdings „zerjagt wurde" (ebd.) Die Kinder waren zum ersten Mal längere Zeit bei der Schwester ihres Vaters, Bezerédy Lajosné, zu Gast. Danach kehrten sie nach Beckov zurück, um im Herbst nach Strázky umzuziehen. Das Schloss von Strázky wurde nach den Renovierungsarbeiten, die nach dem Tod von Boldizsár Szirmay durchgeführt wurden, und nach dem Gartenausbau endgültiger Wohnsitz der Familie. Es ist ungewiß, wann der Wiener Landschaftsmaler Thomas Ender in Strázky ankam, da sich auch die Betroffenen (Mednyánszky und Miri) nicht daran erinnerten. Es war vermutlich um 1864-1865, „als [László] 12-13 Jahre alt wurde" (Enigma, No 24/25, 58), und Ender bereits in seinem 70. Lebensjahr stand. Der alte Wiener Meister unterrichtete den Jungen im Zeichnen und schickte nach seiner Rückkehr Gipsmodelle von Wien nach Strázky. Das Kind Mednyánszky zeichnete die Kopien der antiken Skulpturen, sandte die Blätter nach Wien und Ender retournierte diese, versehen mit Korrekturen und Anmerkungen. Daneben zeichnete Mednyánszky schon damals viel in der Natur. Um 1866-1867, im Alter von 15, begann er als Privatschüler mit den Studien an einer Mittelschule. Er legte seine Prüfungen 1868-1869 im evangelischen Lyceum von Kezmarok (Késmárk), einem Ort in der Nachbarschaft von Strázky, ab. In diesen Jahren kam jene polnische Erzieherin - Bozena - zu ihnen, die