Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)
Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs
geringere Widerstandskraft, der grössere und differenziertere Futterbedarf der westlichen Rinderarten, aber auch der bestehende Mangel an Weidegelände brachten gleichermassen die Anforderung mit sich, die Rinder zu bestallen. Hierzu sind aber nicht nur Stallbauten erforderlich — was vom Gesichtswinkel der Investitionen sehr bedeutend ist —, sondern auch immer mehr und immer besseres Futter. Deshalb wurde es im Laufe der 1890er Jahre unerlässlich, auf wachsender Fläche mit wachsendem Ertrag Hack- und Futterpflanzen zu züchten, und das erforderte auch die Herausbildung eines moderneren Saatumlaufsystems zwecks Erhaltung der Produktivkraft des Bodens. Nach den Fragen der Ackerbauwirtschaften kommt der Verfasser auf die Fragen der in Eigenwirtschaft behaltenen Betriebe wie die Weingärten, die Teichwirtschaften, die Mühlen und Ziegeleien und schlisslich die Forst- und Wildwirtschaft zu sprechen. Um die Mitte der 1890er Jahre wurde in Ászár (Komitat Komárom) auf Sandboden auf 00 Katastraljoch Wein gepflanzt. In den vorangehenden Jahren richtete die Phylloxera grossen Schaden in den auf Hügellehnen gesiedelten Weinländern an, wodurch sich den sandbodenliebenden Rebarten in Ungarn neue ePrspektiven eröffneten. Leiter der Weinwirtschaft wurde ein hervorragender Fachmann seiner Zeit, Gyula Szilárd, der sowohl beim Pflanzen und bei der Kultivation, als auch beim Bau der Kellereien und in der Kelterei die modernsten Verfahren gelten ließ. Um die Produktivkraft des Bodens aufrechtzuerhalten, wurden alle drei Jahre Dünger und Kunstdünger ausgestreut, die Reben wurden langpfröpfig bzw. einstielig geschnitten, die Weinstöcke viermal im Jahr umgehauen (zweimal mit der Hacke und zweimal mit dem Kultivator), man bewahrte den Bestand vor tierischen Schädlingen und vor Pflanzenkrankheiten. In den Kellern standen moderne, riesige Weinpressen, der Most wurde gemischt und vor dem Verkauf jahrelang in den Fässern veredelt. Sobald die Weinstöcke überall auf dem Gelände bereits Früchte trugen, brachte die Winlese — neben den auf 7 Katastraljoch gezüchteten Tafeltrauben — etwa 1100—1200 hl Wein ein, was einen durchschnittlichen Ertrag von 20—22 hl je Katastraljoch bedeutet. Den Wein und die Tafeltrauben kauften die Geschäftsleute aus der Umgebung, die Reben der ..Rebschule" kauften zu Zehntausenden die Vinzer aus der näheren und entfernteren Umgebung, So wurde die Ászárer Weinwirtschaft zu einem bedeutenden Ausstrahlungszentrum der ganzen transdanubischen Weinkultur. Auf die Teiche im Bereich des Gutes legte die Gutsherrschaft nach der Leibeigenenbefreiung noch aufgrund ihres feudalen Rechtes Hand. Sie hatten eine Gesamtfläche von mehr als 200 Katastraljoch, in ihnen wurde Schilf und Rohr gezüchtet und auf herkömmliche Weise Fischfang getrieben. Um 1870 wollte der Gutsbesitzer die Teiche entwässern. Da aber die gerichtlichen Urteile den Bauern auch nach der Besitzabsonderung gewisse Rechte zusprachen (die Rinder durften in den Teichen baden, sie wurden als Hanfröste benutzt usw.), währten sich die Bauern gegen diese Entscheidung. Der Prozess lief fast 20 Jahre lang; angesichts dieses zähen Widerstandes gab der Gutsherr den Plan der Entwässerung schliesslich auf. Erst später, gegen Ende des Jahrhunderts wurde dann die moderne Teichwirtschaft ausgebaut und das ganze Teichsystem den Anforderungen der Fischzucht gemäss gegliedert. Während man vor 1870 beim alle vier Jahre vorgenommenen Fischfang kaum 30—40 Doppelzentner Fisch einbrachte, ergab nunmehr der Fischfang alljährlich eine Beute von 150—200 Doppelzentner. Eine industrielle Produktion gab es im Gutsbesitz kaum. Die Dampfmühlen von Szák und Csákvár wurden nur über kurze Zeit in Eigenwirtschaft betrieben, bald wurden sie aber, zusammen mit allen Wassermühlen, verpachtet. Einzig die Ziegelei wurde bis zu Ende selbst bewirtschaftet. Ein Teil der gebrannten Ziegel diente zur Deckung des Eigenbedarfes, den Rest kaufte die Einwohnerschaft der Umgebung. Im Wirtschafts- und Finanzsystem des Gutsbesitzes kam der Forstwirtschaft im Vertes-Gebirge (30 000 Katastraljohc) eine bedeutende Rolle zu. Den Grossteil des Holzbestandes machten die Quercus-Arten aus, zu kleinerem Teil Buche und andere Laubbäume. Die hinsichtlich der Forstwirtschaft aufschlussreichen Betribspläne sind