Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)
Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs
leider zugrunde gegangen, weshalb der Verfasser nur gewisse Fragen der Forstwirtschaft untersuchen konnte. Doch lassen die aus einigen Jahren bestehen gebliebenen Holzschlag-Pläne auf die Holzbewirtschaftung schliessen. Aus diesen geht hervor, dass das Forstamt angesichts der grossen Konjunktur der 1860er —70er Jahre zwar stark abholzte, doch wurde — zwei Fälle ausgenommen — nach jeder Rodung wieder aufgeforstet. In den erwähnten Jahren betrug die abgeholzte Menge etwa 23—30 000 Klafter, fast restlos Brennholz. Von den 1880er Jahren an wurde der jährliche Holzschlag unter dem Einfluss mehrerer allgemeiner und lokaler Faktoren auf ein Drittel der früheren Menge herabgesetzt. Die Forstwirtschaft wurde bereits damals durchdacht und planmässig geführt, wie aus den Neuforstanlagen nach der Rodung hervorgeht. In den 1870er und 80er Jahren erfolgte dies noch auf natürliche Weise: der Aufwuchs stammte von den übriggelassenen Wurzeln bzw. von Sämlingen. Der Verfasser beschäftigt sich eigens mit der grossangelegten Aufforstung, die nach 1908 vorgenommen wurde: Innerhalb von 2—3 Jahren wurden auf den Plateaus, die im Laufe der vorangehenden Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte abgerodet wurden sowie auf den stark erodierten Lehnen insgesamt 1348 Katastaljoch aufgeforstet, mit einem Unkostenaufwand 41 000 Kronen. Ausserdem wurde in der Gemarkung von Gönyű auf dem Flugsand der Weide ein neuer Wald angelegt. Im Vértes-Gebirge und in der Gemarkung von Gönyű wurde von den 1860er Jahren an auf etwa 2500 Katastraljoch aufgeforstet. Konfrontiert man diese Fläche mit den etwa 2000 Katastraljoch, wo endgültig gerodet wurde, fällt die Bilanz zugunsten des Neuforstes aus. Der Verfasser beschäftigt sich auch mit dem Arbeitskräfteaufwand des Holzschlages und der Forstarbeit (besonders der Aufforstung) ; Angaben werden geboten über die Zahl der Arbeitstage (Handarbeit und Gespann) für den Holzschlag, die Plückung und den Transport bzw. für die Arbeiten im Neuforst. Ein geringer Teil des Holzes — V? —Vr> der Gesamtmenge — diente als Entlohnung der Angestellten, zum Heizen der Ziegeleien und der Gebäude, der Grossteil wurde aber verkauft, und zwar en gros und en detail. Den überwiegenden Teil des verkauften Holzes ümernahmen Holzgrossisten aus Wien, Budapest und aus der Umgebung (Komárom). Von den anderweitigen Nutzungen des Waldes erwähnt der Verfasser die Jagd (die jährlich ansehnliche Summen verschlang) und das Sammeln von Eicheln und Bucheneicheln (was in guten Jahren wiederum viele Tausend Gulden einbrachte). In der finanziellen Bilanz der Gutsverwaltung kam in der untersuchten Periode der Pacht immer eine bedeutende Rolle zu. Von den 33 000 Katastraljoch, die sich für landwirtschaftliche Arbeit eigneten, standen nur 3000 in Eigenwirtschaft, auf 30 000 Joch wirtschafteten Pächter. Die archivarischen Angaben erwähnen leider eben die Wirtschaftsgebahrungen der Pächter kaum. So kann man sich dieser Frage eher von der Seite der Pachtpolitik des Grossgrundbesitzes her nährern. Im kapitalistischen Verpachtungssystem des Csákvárer Besitzes spielten vornehmlich drei Typen eine Rolle: die Bauernpacht, die Grosspächter und das sog. Regale. Der Ursprung der Bauernpacht liegt in der feudalen Vergangenheit; nach 1848 wurden dank der pfiffigen Advokaten solche Grundstücke zu Pachtgütern erklärt, die früher in Händen der Bauern waren, auf die sich aber die Gesetze bezüglich der Leibeigenenbefreiung nicht mehr erstreckten (so die allodialen Freisassenbesitze, die feudalen Belehnungen an den Kleinadel und an Bauern). Der Grossteil dieser Pachtverhältnisse wurde aber um 1860—1870 aufgehoben, nur in vier Siedlungen (Szend, Bokod, Gesztes unt Kőhányás) wurden kleine Parzellen auch weiterhin den Bauern überlassen. Eine ausschlaggebende, gegen Ende des Jahrhunderts ausschliessliche Rolle kommt zweifellos den Grosspächtern zu: Sie benützten mehr als 90% des verpachteten Bodens. Auch die Geschichte der Grosspächterei zerfällt, wie die der Bewirtschaftung im allgemeinen, in zwei grössere Phasen: die erste reicht bis in die 1880er Jahre, die zweite umfasst die darauffolgende Zeit. In der ersten Phase sind die Pächter grösstenteils einstige Schafzüchter, gutsituirte Bauern, Zugehörige des minderen und des Mitteladels,.