Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)

Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs

saat — sofern das Wetter günstig war — zweimal. Umso tiefere Veränderungen sind in der Bodenmeliorisierung zu beobachten. Bereits zu Beginn der untersuchten Zeit­spanne lässt man die Feldér nicht einfach brach; der Dung erhält eine immer bedeuten­dere Rolle in der Reproduktion der Bodengüte. Anfangs werden alle 3 bis 13 Jahre, gegen Ende des Jahrhunderts bereits alle 4—5 Jahre an die 140—160 bzw. 220—260 Doppelzentner reifer Dung den Feldern zugeführt. Zur Jahrhundertwende werden jählich sogar 400—500 Doppelzentner Kunstdünger verstreut (100—120 kg pro Kata­straljoch), vornehmlich für die Wintersaat, Von den Meliorisationsverfahren streicht der Verfasser den Beginn der Grundwassererregulierung und der Bodenkanalisierung hervor. Besonders auffallend sind die Veränderungen in der Pflanzenbaustruktur. Zu Be­ginn der Epoche wird die frühere Dreifelderwirtschaft zwar zur Fünffelderwirtschaft verbessert, im Grunde genommen aber auch weiterhin nach der althergebrachten Weise gewirtschaftet: Die Hack- und Futterpflanzen haben eine unterordnete Stellung. Gegen Ende des Jahrhunderts ist aber eine einschneidende Veränderung in dieser Struktur wahrzunehmen: Indem die Saatfläche für Getreidearten um 10% vermindert und das Brachland zu 20% laufend bestellt wird, wächst die Saatfläche für Hack- und Futterpflanzen bedeutend an. Die positive Auswirkung dieser Veränderung leidet aber Schaden, weil man in den zwei kleineren Wirtschaften neben Csákvár, wo der Boden schlechter ist und die auch entfernter liegen, auch weiterhin vornehmlich Getreide anbaut. Dennoch stieg die Proportion der Hack- und Industriepflanzen von den 13,9%) zu Beginn der untersuchten Epoche zu 18,9 und die der Futterpflanzen von 16,4 zu 41,5% an. Von den Hackpflanzen gehört die Dominanz immer dem Mais, unter den Futterpflanzen stehen der Kleberklee, de Wicke und die Schmetterlingsblütler an er­ster Stelle. Nach den Veränderungen der Struktur nimmt der Verfasser die Fragen von Saat. Ernte und Ernteertrag unter die Lupe. In Csákvár stieg die Zahl der Streu- und Reihensaatmaschinen rapid an, zu Beginn des neuen Jahrhunderts entfielen auf je eine Sämaschine kaum 133 Katastraljoch Boden, das Gut war bedeutend besser versorgt, als die übrigen, näher oder entfernter liegenden Landstriche. Fortschritte sind auch in der Entsamung und in der Saatveredlung zu verzeichnen. Ernte und Drusch nahmen die Armen aus der Umgebung auf sich. Die Erntearbeiter erhielten in der Regel ein Zehntel, später Elftel oder Zwölftel samt Stroh. In den 1890er Jahren werden aber auch verschiedene Erntemaschinen eingesetzt, im Durch­schnitt werden 15—20% des Getreides mechanisch geerntet. Es war eine logische Folge der besseren Bodenbearbeitung, der Ameliorisation und der schnellen Ernte, dass der durchschnittliche Getreideertrag in den untersuchten etwa 50 Jahren um etwa 70% anstieg. Der Anstieg war bei Weizen von 7 zu 11—12, bei Roggen von 6 zu 9, bei Gerste von 9 zu 12, bei Hafer von 8 zu 12 Hektoliter je Katastraljoch (im Schnitt mehrerer Jahre gerechnet). In Bezug auf die Hackpflanzen beschäftigt sich der Verfasser mit der Einführung neuer Arten, mit der Zucht, den Erträgen und der Speicherung. Obwohl ihre Be­treuung auf recht verschiedene Art und Weise erfolgte, wurden sie doch zu etwa 30—50% von Taglöhnern kultiviert, der Rest in der Regel Anteilpächtern überlassen. Die Anteilkultivation war dem Anschein nach sehr vorteilhaft, die Teilpächter erhiel­ten die Hälfte oder ein Viertel der Ernte als Entlohnung. Doch mussten die Teilpächter pro 1000 Quadratklafter Land je fünf Tage unentgeltlich im Gutsbesitz arbeiten. Der grösste Teil der künstlicher Futter wurde roh, zu einem anderen Teil als Trok­kenfutter bzw. seit den 1890er Jahren (bei einem Teil des Grünmaises und der Schmetterlingsblütler) als Silofutter verwertet. Ab Ende des Jahrhunderts kommt aber der Produktion der kleinsamigen Pflanzen, vor allem von Klee und Luzerne, eine wachsende Rolle zu. Die Ernte verrichten grösstenteils Taglöhner, zum Teil aber auch Anteilpächter, deren hohe Fronarbeitsverpflichtung den Arbeitskräftebedarf wett­machte. Auch in der Viehzucht kam es zu einer ähnlichen Wende. Vor allem untersucht der

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