Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)

Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs

Verfasser hier die Kennzeichen der strukturellen Veränderung und ihr Tempo. Die untersuchte Periode lässt sich auf zwei, grundlegend verschiedenen Phasen aufteilen. Bis 1890 hatte die Schafzucht eine alle andere Sparten überwiegende Dominanz, nach diesem Wendepunkt tritt an ihrerstatt mit fast demselben Gewicht die Rinderzucht auf. Um das Gesagte zahlenmässig auszudrücken: 1860 machte der Rinderbestand nur ein Drittel des Schafbestandes aus, um zur Jahrhundertwende die Zahl der Schafe um das Vierfache zu übertreffen. Parallel hierzu stieg auch der Pferdebestand um das Mehrfache an. Die Strukturanalysen beleuchten ferner, dass bis zu den 1890er Jahren die Schaf­zucht die wichtigste Sparte der Viehzucht war. Die Zahl der Schafe betrug an die 4000—5000, sie verringerte sich nach einem stufenweisen Verfall bis 1913 zu 200. Inzwischen veränderte sich auch die Art des Bestandes: An die Stelle des ungarischen Ackerschafes traten erst Merino-Schafe und dann englische Fleischarten. Den wichtigsten Ertrag bedeutete die Schur. Zur Blütezeit der Schafszucht war der jähr­liche Ertrag in der Höhe von 30—40 Wiener Zentnern (56 kg), das durchschnittliche Schurgewicht zu Beginn der untersuchten Epoche betrug 3 kg, gegen ihr Ende fast 4 kg. Den grösseren Teil des Rinderbestandes machten bis zu den 1890er Jahren die Zugochsen aus (etwa 80 St.), es gab kaum 30—40 Melktiere mit 15—20 Milchkühen. Gegen Ende des Jahrhunderts verschob sich diese Proportion stark zugunsten der Nutztiere. Die einschneidendste Veränderung bedeutete jedoch, dass man die weiss­grauen ungarischen Rinder, die praktisch Sommer und Winter im Freien hausten, mit eingestallten Simmenthalerrindern ersetzte (Anfang der 1890er Jahre). Zugleich wur­den in der neuen Császárer Wirtschaft etwa 150 ungarische Rinder gezüchtet, um den Zugtiernachwuchs zu sichern. Bis etwa 1890 diente die Rinderzucht dazu, den Zugkraftbedarf und die Milchver­sorgung des Gutsbesitzerhaushalts zu decken. Nach den erwähnten Veränderungen ka­men aber andere Bedenken in den Vordergrund: die Entwicklung von Zuchttieren, die Milch- und Fleischproduktion, kurz die Warenproduktion. Immer öfter findet man in den Verrechnungsbüchern Angaben über die eingelaufenen Preise von Zuchtstieren, hier ud da wurden auch Zuchtkühe verkauft. Neben der Stierzucht war das wichtigste Bereich der Nutzbarmachung die Milchproduktion. Allein in Csákvár erreichte die Zahl der Milchkühe die 70—80, der durchschnittliche Milchertrag stieg von den frühe­ren 700—1000 Liter zu 200—2200 Liter an. Ab Mitte der 1890er Jahre wurde der Gross­teil der Milch zu Käse verarbeitet und so verwertet. Immer grössere Rolle kam aber auch dem Mästen zu. Von den rotgefleckten Rindern wurden in Csákvár und von den weissgrauen ugarischen Rindern in Majk jährlich je zwanzig gemästet (über fünf Mo­nate). Der Pferdebestand bestand zu kleinerem Teil aus kaltblütigen Zugtieren, zu grös­serem Teil aus warmblütigen Pferden. Die Zahl der Kaltblüter stieg von den 4—6 Paaren zu Anfang bis zu 14—16 Paaren. In den 1850er Jahren gab es fünf Warmblüter, Anfang der 1890er Jahre bereits 50 und zur Jahrhundertwende nach einem grossen Ankauf etwa 200. Das Gestüt bestand anfangs aus englischen Vollbluten, später wurde der Bestand ausgetauscht und man ging auf das Züchten von Halbbluten über. So­lange die Zahl der Pferde gering war, war das Gestüt in Csákvár, später wurde es geteilt in Majk bzw. in Császár gezüchtet. Die Schweinezucht war recht unbedeutend. Zum Zuchtbestand gehörten in der Regel vier Eberschweine und 20—24 Säue. Sie ist lediglich deshalb zu erwähnen, weil der Artenwechsel, der im ganzen Land vor sich ging auch im untersuchten Gebiet zu beobachten ist. Die Schweineherde bestand anfangs aus den gewöhnlichen ungarischen Speckschweinen, die aus der Grossen Ungarischen Tiefebene stammten, später traten an ihre Stelle Mastschweine ungarischer Art und Poland Chineser; am Anfang unseres Jahrhunderts gab es auch Berkshire-Fleischschweine. Der Geflügelhof im Garten versorgte den Haushalt ebenso wie die Imkerei und die Kaninchenzucht. Hiernach kommt der Verfasser auf Ausmass,i Art und Entwicklung der Zug- und

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