Für Lajos: A csákvári uradalom a tőkés gazálkodás útján, 1870-1914. (Mezőgazdaságtörténeti tanulmányok 4. Magyar Mezőgazdasági Múzeum, Budapest, 1969)

Das Entstehen des kapitalistischen Agrargrossbetriebs

forstamt mit dem Oberförster an der Spitze. Die Leitung der in eigener Verwaltung stehenden Wirtschaften (Acker- und Weinbau) oblag den Wirtschaftsverwalterrt. Die verpachteten Güter verwalteten die drei Kastner (von Ászár, Szák bzw. Csákvár). Wichtige Rollen kamen den Ämtern des Rechtsberaters, des Ingenieurs und Architek­ten sowie der sogenannten Kontrolle zu. Der ausschlaggebende Charakterzug der Ad­ministration ist in unserer Zeit die Zentralisation und die Strenge der amtlichen Dis­ziplin; rapid verbreitet sich die schriftliche Administration und die genaue Buchfüh­rung. Trotz der vermehrten Administrativtätigkeit wurde die Zahl der nicht produ­zierenden Wirtschaftsangestellten verringert: während vor 1890 auf je 1000 Kata­straljoch 0,4 Personen entfielen, war ihr Anteil nach 1890 nur 0,2. Nach diesen Kapiteln, die sozusagen die Einleitung bilden, untersucht der Verfasser im IV., wichtigsten Kapitel des Werkes, die produktionsgeschichtlichen Fragen des Csákvárer kapitalistischen landwirtschaftlichen Grossbetriebes. Von den selbstver­walteten Betrieben verschiedener Typen werden vor allem die sogenannten land­wirtschaftlichen eingehend erörtert: Csákvár (etwa 2000 Katastraljoch), Majk (300 Ka­tastraljoch) und ab etwa 1890 auch Császárkarpatus (700 Katastraljoch). Am Beispiel der als repräsentative Einheit behandelten Csákvárer Wirtschaft zeigt der Verfasser all jene wichtigen und als wichtig erachteten Entwicklungsmomente, die in der unter­suchten Pei'iode einschneidende Veränderungen in der landwirtschaftlichen Produk­tion herbeiführten. Auf einen kurzen Überblick der Bodenverhältnisse und der Verteilung der Wirt­schaftssparten folgt die Frage der Arbeitsstätten und der Täfelung innerhalb der ein­zelnen Betriebseinheiten, die in der Gestaltung der kapitalistischen Produktion von hervorragender Bedeutung ist. Der Täfelung stand in den feudalen Zeiten nicht nur die Absonderung der herrschaftlichen und bäuerlichen Grundstücke im Wege, sondern auch die obligatorische Dreifelderwirtschaft. Diese Hindernisse werden aber nach 1848 stufenweise aus dem Weg geräumt und die in Eigenwirtschaft bearbeiteten Grund­stücke bestehen bereits um 1860 aus Tafeln von 17 bzw. 30—40 Katastraljoch Fläche. Ein bedeutender Aufschwung ergab sich auch im Bereich der Wirtschaftsgebäude. Üm 1870 machte das Gebäudekapital kaum 25—26% des Bodenkapitals aus, nach der Jahrhunderwende steigt sein Anteil bis zu 36—38% an. Neben den revolutionären Errungenschaften der Agrochemie kommt in der Ag­rarentwicklung überall in Europa der bedeutend intensiveren und tieferen Bodenvor­bereitung eine ausschlaggebende Rolle zu. Unter den einschlägigen Geräten war jahr­hundertelang zweifellos der Pflug das wichtigste. Die in der Monographie bearbeitete Zeitspanne ist die wichtigste Etappe in der Entwicklung auch des Pfluges. Eben des­halb geht der Verfasser ausführlich auf die quantitativen und qualitativen Fragen dieser Entwicklung ein. In der untersuchten Zeitspanne wurde die Zahl der Pflüge verdoppelt; zugleich wur­den auch andere Typen mit bedeutend höherer Leistungsfähigkeit eingesetzt. Anstatt der Holzpflüge erscheinen um 1850 die in den Fabriken von Zugmayer bzw. später von Vidats hergestellten Eisenpflüge, gegen Ende des Jahrhunderts bereits die Sack­schen und vor dem ersten Weltkrieg die mit Kippwerk versehenen Fowlerschen Dampfplüge; die Furchen in Csákvár werden immer tiefer. Die Folge dieser Verän­derungen ist, dass die Arbeitszeit je Pflug von den 160—170 Tagen in den 1850er Jahren nunmehr 50—60 Arbeitstage ausmacht, zugleich erreichten die ursprünglich 8—10 cm tiefen Furchen eine Tiefe von 20—30 cm. Noch radikaler ist die Veränderung hinsichtlich der übrigen Arbeitsgeräte, wie Eggen, Walzen und Kultivatore. Die Zahl der Eiseneggen, die die alten Holzgeräte verdrängen, steigt innerhalb von sechs Jahr­zehnten auf das 3,5 fache an, die Zahl der Walzen wird verdoppelt. In der untersuchten Wirtschaft kann man über Kultivatore eigentlich erst in der untersuchten Etappe be­richten: ihre Zahl hat sich während der sechs Jahrzehnte vervierfacht. Trotzdem hat sich das System der Bodenbestellung im Vergleich zu dem im 18. Jahrhundert entfalteten System kaum verändert. Für die Wintersaat wird auch jetzt in der Regel dreimal gepflügt (Schäl-, Misch- bzw. Saatpflügen), für die Frühlingsaus-

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