Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1992-1994 (Budapest, 1994)

Raoul H. Francé-emlékülés - GEORG SIEBENEICHER: Justus Liebig, Raoul Francé, Sir Albert Howard — drei Begründer biologischen Landbaues

und Futterpflanzen beruhen auf dieser grundlegenden Vorstellung vom Stickstoff- und Kohlenstoffkreislauf. (Obwohl die biologische Stickstoffbindung noch nicht entdeckt war!) Pflanzenernährung und Qualität Liebigs Vorgänger hatten die Pflanzenphysiologie weitgehend erforscht; doch er fügte die Einzelheiten zu einem geschlossenen Bild zusammen und ergänzte die Er­kenntnisse, indem er die Rolle der einzelnen Elemente aufklärte: Kalium festigt die Gewebe, Phospor fördert die generativen Prozesse wie Befruchtung und Blütenbildung. Deshalb forderte er, die durch Verkauf von Getreide und Vieh vom Hof weggeführten ("exportierten") Mineralien durch Rücklieferung städtischer Abfälle zu ersetzen — siehe z.B. die Kapitel "Ursprung und Assimilation des Stickstoffs" und "Ursprung und Verhalten des Humus" in seiner "Agrikulturchemie" und den 47. seiner "Chemischen Briefe". Hier stossen wir auch auf die "Kunstdünger": organische Dünger aus Horn, Knochen und Blutmehl, durch Vermahlung und Mischung in Fabriken hergestellt. So­gar die Frage der Qualität im heutigen Sinne erwähnt Liebig bereits: stark mit Sticks­toff (zu seiner Zeit Guano oder Chilesalpeter) gedüngte, getriebene Pflanzen haben keine Zeit, ausreichend Kali aufzunehmen, um feste Gewebe bilden zu können. Von der alten zur neuen Humustheorie Schon Carl Sprengel und andere hatten die alte Humustheorie, nach der die Pflan­ze Humussäuren und Kohlenstoff aus dem Humus unmittelbar aufnehme, widerlegt. Aber erst Liebig verhalf dieser Erkenntnis zum Durchbruch —• und wies auf eine an­dere, nicht weniger wichtige Rolle des Humus hin: Humus ist eine im Boden stets ge­genwärtige Stickstoff quelle und gibt langsam und stetig Kohlensäure ab, die wiederum Bodenmineralien löslich macht. Wirtschaftliche und politische Aspekte Liebigs Unterscheidung zwischen Stickstoff und Kohlenstoff einerseits und den Bo­denmineralien andererseits und ihre unterschiedliche Rolle beim Pflanzenwachstum war die Ursache für seinen langjährigen Kampf gegen die Befürworter der Stickstoff­düngung. So erklärt er die gegensätzlichen Interessen von Pächter und Eigentümer: durch Stickstoffdünger als dem "Antreiber" des Pflanzenwuchses wird der Boden seiner Mineralien beraubt. Liebig nennt dies "Raubbau" oder verschwenderische Aus­beutung. Selbst den Untergang des Römischen Weltreiches erklärt er durch Verfall der Bodenfruchtbarkeit als Folge der Latifundienwirtschaft ohne Rückführung der Mine­ralien wie in bäuerlicher Wirtschaft. China dagegen bringt er als grosses Beispiel für dauerhaften Landbau mit Rückführung der Bodenmineralien und Gründüngung — siehe Brief 49 "Landbau in China".

Next

/
Oldalképek
Tartalom