Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1992-1994 (Budapest, 1994)

Raoul H. Francé-emlékülés - GEORG SIEBENEICHER: Justus Liebig, Raoul Francé, Sir Albert Howard — drei Begründer biologischen Landbaues

Wie kam Liebig zum entgegengesetzten "Image"? Erst eine Generation nach Liebig, hauptsächlich erst im 20. Jahrhundert, begann die industrielle Herstellung von Stickstoffdüngern: durch Elektrizität in Norwegen, spä­ter durch das Haber-Bosch-Verfahren. Ammonium und Salpeter wurden für industri­elle und militärische Zwecke gebraucht. Diese Interessen bestimmten immer mehr die Forschung. Doch noch zu Beginn unseres Jahrhunderts wurden Liebig-Begriffe benutzt, beispielsweise in dem berühmten "Gartenbuch für Anfänger" von Böttner, 1908: "Mi­neralien aus dem Boden wie Kalium und Phosphor werden als Dünger benutzt, wäh­rend der Humus Stickstoff in organischer Bindung enthält — als Gegensatz zu allen anderen, in der Asche nachweisbaren Elementen". EG-Politik Die Regeln biologischen Landbaues, die Liebig begründet hatte, also waren "ver­gessen" worden. Intensiver Getreidebau und intensive Grünlandwirtschaft wurden im EG-Raum angefacht durch Preisgarantie und Intervention, und sie wurden möglich durch kombinierte Anwendung von synthetischen Stickstoffdüngern und Pestiziden. Heute jedoch sind die dadurch verursachten Umweltschäden unübersehbar geworden. Weniger intensive Landbaumethoden werden befürwortet und organischer Landbau wird sogar finanziell gefördert. Liebig hatte die breite theoretische Grundlange ges­chaffen — nicht zu vergessen der fesselnde Stil seiner in viele Sprachen übersetzten Bücher. Raoul H. Francé und das Leben im Boden Der Stickstoff-Kreislauf war für Liebig eine unumstössliche Tatsache — obwohl die biologische Stickstoffbindung noch nicht entdeckt war. Erst 15 Jahre nach Liebigs Tod veröffentlichten Hellriegel und Wilfarth ihre Entdeckungen über die symbionti­sche Stickstoffbindung der Leguminosen. Weitere grosse Mikrobiologen wie Beijerink und Winogradsky bestimmten und beschrieben viele Arten von Mikroorganismen als Stickstoffbinder. Warum aber sehen wir gerade Francé als einen der wissenschaftlichen Begründer des biologischen Landbaues an? Francé begann seine Laufbahn — in Budapest — als Mikrobiologe und Botaniker und Zoologe und Geologe und gewann so die Grundlagen für sein Konzept der Lebensgemeinschaft, des Ökosystems im Boden — kurz des Edap­hons. Er ist der Begründer der Bodenökologie. Er erkannte die vielfältigen Wechselbe­ziehungen zwischen den lebenden Organismen im Boden und den unbelebten Stoffen "drumherum": Mineralien, Luft, Wasser und nicht zuletzt dem Klima. Er untersuch­te den Prozess der Humusbildung durch dieses Geflecht von Wechselbeziehungen. Nur er entwickelte diese Zusammenschau, so dass er 1910/1911 sein wissenschaftliches Werk "Das Edapohn, eine neue Lebensgemeinschaft" veröffentlichen konnte.

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