Fehér György szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1992-1994 (Budapest, 1994)

Raoul H. Francé-emlékülés - BÁLINT GYÖRGY: Raoul Francé, a tudós és ismeretterjesztő

Ez a botanika filozófiája az én számomra. A növény tanított meg rá, ezért veszem le a kalapomat az erdőben..." — fejezte be Francé. Hölgyeim és Uraim! Én is leveszem képzeletbeli kalapomat, és meghajtom fejemet az 50 évvel ezelőtt elhunyt Raoul Francé emléke előtt. R. H. FRANCÉ, DER GELEHRTE UND DER POPULÄRWISSENSCHAFTLER Nach der Geschichte der Wissenschaften soll es heissen, dass man zur analytischen und entdeckungsreichen Forschungsarbeit ruhiger Lebensverhältnisse, ausgeglichenem Pri­vatleben und guter Gesundheil bedarf. Diese Bedingungen wurden R. Francé nicht ge­währt; schon seine Kindheit war bewegt, von seiner Jugend an war er kränklich und seine finanziellen Verhältnisse waren unsicher. Nur der Glaube an seinem wissenschaftlichen Beruf war fest und sicher. Seine Forschungsarbeit hatte er mit der Untersuchung der Lebewesen des Balatons begonnen und erst später richtete sich seine Aufmerksamkeit dem Leben im Erdbo­den zu. Alle Ergebnisse seiner Forschung kann in dem von ihm konstruiertem Worte: Edaphon zusammengefasst werden. (Übrigens kann man darin gar nichts merkwürdi­ges finden, sobald man an ähnliche Wort-order eher Begriffspaare denkt sei es denn: Newton-Gravitation, Einstein-Relativität, Fleming-Penicillin usw.) Francé war mit seinem Untersuchungen, Experimenten und auf deren Basis ge­gründeten Theorie seinem Zeitalter voraus. Er war es der das Fundament der heute schon wissenschaftlich anerkannten und in der Praxis sich immer weiter verbreiten­den ökologischen Bewirtschaftung und ökologischen Gartenbau geschaffen hat. Seine Gedanken hatte er in etwa zwei dutzend Büchern und zahllosen Fachartikeln darge­legt. Seine Bedeutung ist auch im öffentlichen Leben sehr wesentlich. Seine Erwägun­gen, praktische Vorschläge übermittelte er nicht bloss einem verhältnissmässig engem wissenschaftlichen- und Fachkreise sondern formte die Lebensphilosophe einer brei­ten Schicht der Gesellschaft die sich für die Naturwissenschaften interessierte. Das war ihm umso mehr möglich da er in verschiedenen Sprachen schrieb und seine Wer­ke wurden in etwa 20 Sprachen übersetzt. Sicherlich wurde das letztere zu seinem Verhängnis: der in 1943 verschiedene Ge­lehrte wurde wegen seiner idealistischen Weltanschauung in den sogenannten sozialis­tischen Staaten, also auch in seiner zweiten Heimat in Ungarn als Folge der offiziellen Wissenschaftspolitik persona non grata. So wurden dann die praktische Ergebnisse seiner aus ungarischem Boden stammenden Theorie von anderen verwirklicht und ver­wendet.

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