Takács Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1978-1980 (Budapest, 1981)
Takács Imre: Búzatermelésünk állami átszervezése az 1930-as években
STAATLICHE UMSTELLUNG DER WEIZENPRODUKTION IN DEN 1930er JAHREN IN UNGARN von IMRE TAKÁCS In der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (1867-1918) hatte der ungarische Weizen auf dem gemeinsamen Zollgebiet, das eine Bevölkerung von 53 Millionen Menschen umfasste, einen stets sicheren Markt gefunden. Der damalige ungarische Weizen mit ausgezeichnetem Backwert hatte aber auch über die Zollgrenze hinaus die Erfordernisse der Verbraucher anderer westlichen Märkte befriedigt. Der im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts auf dem europäischen Kontinent massenhaft vermarktete amerikanische Weizen führte zu einer Verwertungskrise. Ungarn hatte derart reagiert, dass es — zum Ausgleich des reduzierten Weizenpreises - solche westeuropäische Weizensorten anzubauen begann, die zwar mehr ertragsfähig waren, aber eine schlechtere Qualität hatten. Bis 1918 hatte dies wohl noch keine Schwierigkeiten verursacht, erst Ende der 1920er Jahre kamen in Ungarn schwierige Weizenverkaufsprobleme an den Tag. Der inländische Konsummarkt, der inzwischen auf 8 Millionen Einwohner sank, konnte den Grossteü des produzierten Weizens nicht mehr aufnehmen und auch schon auf den früher zur Monarchie, aber nicht zu Ungarn gehörenden Gebieten hat der amerikanische unseren Weizen abgelöst. Die Qualität dieses Weizens wurde nämlich damals mehr oder weniger berechtigt beanstandet, weil die Produzenten, ja sogar auch einige Weizenzüchter lieber fremden, ertragsfähigeren Sorten annahmen und sich nicht viel um die Qualität kümmerten. In Amerika - vor allem in Kanada - wurde zur gleichen Zeit auf den riesengrossen Brachfeldern, die mit Schlepperpflügen urbar gemacht wurden, ein ganz ausgezeichneter Weizen angebaut. Dieser konnte sowohl mit seiner Qualität, wie auch wegen der Lieferungen in grossen Massen und des billigen Seetransportes im Preis mit dem damals schon mit fremden Sorten vermischten ungarischen Weizen auf den westeuropäischen Märkten erfolgreich konkurrieren. Unter solchen Umständen wurde dann den ungarischen Weizenzüchtern die Aufgabe gestellt, solche ausgezeichnete Sorten herzustellen, die in jeder Hinsicht den Anforderungen der westeuropäischen Konsumenten entsprechen und dabei auch einen zufriedenstellenden Ertrag liefern. Die zuständigen Stellen waren gleichzeitig bestrebt, die Zahl der in Ungarn neuerlich angebauten verschiedenen Weizensorten zu reduzieren. Zur Lösung der Weizenfrage hat die Regierung Landesversuchsinstitut fur Getreide und Mehl im Jahre 1928 aufgestellt. Das Institut hat aufgrund von 1257 Proben den Weizenkataster des Landes ausgearbeitet, wonach im Jahre 1931 - nach einer Konsultation mit den Fachleuten - grundsätzliche staatliche Massnahmen getroffen wurden. Das Ministerium für Landwirtschaft hatte eine grossangelegte staatliche Saatgutaktion eingeleitet, die die Verbesserung der Weizenqualität und den Anbau von gleichen Sorten in grösseren Kreisen zur Aufgabe hatte. Die sich für diese Aufgabe gemeldeten Grossbetriebe erhielten das Saatgut bester Qualität mit der Bedingung zugeteilt, dass sie die Ernte der staatlichen Saatgutaktion anzubieten haben. Diese Aktion wurde 1931 mit 7 ungarischen Zuchtsorten, die von dem Staatlichen Amt für Pflanzenbau bestimmt wurden, eingeleitet; im Jahre 1932 wurde diese Zahl auf 4 reduziert. Von den verteüten Zuchtsorten wurde die Weizensorte Bánkúti 1201 gar bald sozusagen zum AUeinherrscher. Mit dieser Weizensorte wurde ab 1935 fast 90%der Weizenfläche des Landes bestellt. Diese von 1931 bis 1937 durchgeführte staatliche Aktion, die die Umstellung der ungarischen Weizenproduktion bezweckte, hat ihr Ziel erreicht, ohne die wirtschaftliche Freiheit des bürgerlichen Ungarns beschrankt zu haben. In der Presse und im Rundfunk wurde den Landwirten klar gemacht, dass die Verwirklichung des staatlichen Weizenprogramms in erster Reihe ihren Interessen dient. Im Laufe der Aktion wurden innerhalb von 7 Jahren nicht weniger als 10.000 Waggons Saatgut zu günstigen Preisen verteüt, und damit viele minderwertige Weizensorten aus der Landeskultur verdrängt und an ihrer Stelle solche Weizensorten verbreitet, die damals als beste Qualitäten anerkannt waren. Beim Anbau dieser Weizensorten traten sozusagen keine agrotechnischen und anbautechnologischen Schwierigkeiten auf, da die Landwirte schon zur Jahrhundertwende wussten, dass in einem Boden mit guter Fruchtbarkeit Weizen von besserer Quaütät erzeugt werden kann.