Takács Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1975-1977 (Budapest, 1978)
Vajkai Zsófia: Régi magyar dohányfajták és termesztésük (Juhász Árpád emlékanyag a Magyar Mezőgazdasági Múzeum adattárában)
RÖVIDÍTÉSEK AgtSzle MDU MG Agrártörténeti Szemle Magyar Dohány újság Magyar Gazda Magyar Gazdaságtörténelmi Szemle Magyar Mezőgazdasági Múzeum Adattára Károlyi Mihály Országos Mezőgazdasági Könyvtár. MGtSz MMA OMGK ALTE UNGARISCHE TABAKSORTEN UND IHR ANBAU (Gedenkmaterial von Árpád Juhász im Archiv des Ungarischen Landwirtschaftlichen Museums) In der Datensammlung des Ungarishcen Landwirtschaftlichen Museums ist der Nachlass des Tabakzüchters Árpád Juhász (1876-1964) antreffbar, der in den Jahren zwischen 1924 und 1935 Direktor der Tabakversuchsstation von Debrecen—Pallagpuszta war. Unter seiner Leitung begann in Ungarn die grossangelegte Tabakzuchtarbeit, aus deren Ergebnis die Qualität der ungarischen Tabake bedeutend verbessert wurde und neue, den örtlichen Gegebenheiten entsprechende Sorten in die Landeszucht eingeführt wurden. In Ungarn begann man in Siebenbürgen am Anfang des XVIII. Jahrhunderts den Tabakanbau, sodann verbreitete er sich allmihlich auch auf andere Landesteile, sich eigenartig in das System der ungarischen Landwirtschaft eingliedernd. Von den damals angebauten Tabaksorten wissen wir wenig, lediglich wurden ihre Namen aufgezeichnet. Die ungarische Fachliteratur befasste sich in der Mitte des XIX. Jahrhunderts immer öfter mit der Popularisierung des Tabakanbaus, und neben selbständigen Ausgaben erschienen in den Spalten des „Magyar Gazda", der Ungarishcen Tabakzeitung und der főztelek" Fachartikel, die bereits vom Verwendungsgesichtspunkt die jeweils verschiedenen Tabaksorten extra behandelten. Die Bezeichnungen der einzelnen Sorten war aber nicht eindeutig. Im allgemeinen erhielten sie ihre Namen von der Anbaugemeinde, vom Anbaugebiet, z.B. Gálócser, Szuloker, Fadder, Debrőer, oder nach ihrem charakteristischen Geschmack, Duft, z.B. Rosen- oder Muskatellertabak. Später im Handelsverkehr erhielten sie von Ort ihren Namen, wo sie für die staatliche Schatzkammer zusammengesammelt wurden. So wurden die Debrecener, Pécser, Szegeder Blätter bekannt. Die Qualität des Tabaks wird entscheidend von dem Boden bestimmt, in den er ausgesät wird. In Ungarn wurden im XIX. Jahrhundert Tabaksorten noch ausschliesslich auf Rodungs- und Dilluvialböden angebaut, so war deren Farbe günstig und sie brannten gut. Damals wurden drei Tabaksorten in Ungarn angebaut: 1. Unter den grossblättrigen gemeinen Tabaken ergab der Szuloker das wertvollste, zur Zigarrenherstellung geeignete Material. Hierher gehört noch der Szegeder Rosentabak, der in der Vergangenheit als einer der besten ungarischen Tabake galt. Der Debrecener machte eine lange Zeit das Gros des Tabakanbaus aus. Der Theisstabak war letztertem ähnlich, lediglich von schwächerer Qualität. 2. Von den Gartentabaken wurden mehrere Varianten angebaut; unter ihnen waren die damals berühmten Muskateller-Tabaksorten. Aus diesen wurden leichtere Pfeifentabake hergestellt, aber ihr Anbau wurde gegenüber den grossblättrigen Tabaksorten in den Hintergung gedrängt. 3. Die Bauerntabaksorten nannte man wegen ihres gewöhnlichen Duftes Veilchentabake. In der Vergangenheit wurden sie zum Ziele von Pfeifentabak schwacher Qualität angebaut, später nur zur Nikotinherstellung. von ZSÓFIA VAJKAI