Takács Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1973-1974 (Budapest, 1975)
Berechnung der Wirtschaftlichkeit in der Entwicklungsgeschichte der mechanisierten Getreideernte
BERECHNUNG DER WIRTSCHAFTLICHKEIT IN DER ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DER MECHANISIERTEN GETREIDEERNTE von LAJOS BARBARITS Mitte des XIX. Jahrhunderts wurde als grösster Vorteil der mechanisierten Getreideernte die Ersparnis der Handarbeitskraft betrachtet. Laut den ersten Errechnungen verrichtete ein Schwadmäher die Arbeit von 17-20 Schnittern. Bei der ersten Vorführung der Erntemaschine wurde die Rentabiiitat der Maschine mit einer Zeit, die zum Abmähen einer Anbauflache von einem Joch nötig ist, gemessen und die Kosten des Handmahens mit den des maschinellen Abmahens verglichen. Die Vergleichung der Zeit- und Gebietsdaten erfolgte bei den klimatischen Verhaltnissen Ungarns unter Zugrundelegung einer dreiwöchigen Ernteperiode. Eine sich - infolge einer bedeutenden Ernte - langer verziehende Einbringung verursachte auf dem Getreideanbau-Grossbetrieb einen erheblichen Schaden. Die Ergebnisse der ersten Ermessungen wurden aufgrund einer mehrstündingen, eintägigen Vorführung der Maschine errechnet. Die ersten Aufzeichnungen über die Ergebnisse blieben uns aus dem Jahre 1855 über und stammten aus der einen Wirtschaft des Gutes in Nagycenk, die die Vergleichung der grossbetrieblichen Kosten der Anteilernte mit der mechanischen Ernte ermöglichte. Damals kostete das Abernte eines Getreidekreuzes mit Ablegemahern 13,6 Groschen und mit Anteüschnittern 47,7 Groschen. Bei dieser Errechnung wurden auch die Kosten jener Arbeitsphasen analysiert, die dem Abmähen des Getreides folgen; aber nur aus den Daten der Versuchsgetreidefelder eines Grossbetriebes. Das Gut Károlyi in Káposztásmegyer verzeichnete die Kostenfaktoren der mit einer kombinierten Erntemaschinen verrichteten Getreideernte - bei einer zweischichtigen Maschinenausnützung - mit 52 Groschen pro Joch. Die kapitalistische landwirtschaftliche Produktion liess keinen Einblick in die vollen Rentabüitatsverrechnungen ihrer Grossbetriebe. Deshalb ist die ausführliche Kostenverrechnung über die Ernte 1870 des Gutes von Magyaróvár, die alle Betriebsangaben von 1809. Kat. Joch Kornaussaat und 992 Joch Futtermittelschnitt beinhaltet, besonders wertvoll. Die Zahlenkolonnen widerspiegeln die Verwertung der menschlichen, tierischen und maschinellen Arbeitskraft, die Kosten und Ergebnisse der Erntearbeitsphasen, das Verhältnis Preis-Arbeitslohn dieser Periode. Als Endergebnis dieser Aufzeichnung kann festgestellt werden: Die Erntemaschine verminderte die Einbringungskostem im Verhältnis zur Handschnitternte beim Getreide um 42,3, bei den Feldfuttermitteln um 50 %. Die Jahresersparnis machte fast den Anschaffungswert des aus 18 Einheiten bestehenden Erntemaschinenparkes des Gutbesitzes aus. Der Ausnutzungsgrad der Maschine und die daraus ergebende Jahresersparnis eines Kleinbetriebes ist um 17% niedriger. Die untere Grenze der mechanischen Ernte betrug 100-140 Joch. Infolge der kurzen Ernteperiode war die Zahl der tatsachlichen Arbeitstage der Erntemaschine sehr gering. Die tägliche Gebietsleistung veränderte sich zwischen 6-14,4 Kat. Joch. Die Wirkung der mechanisierten Ernte auf die Produktionskosten des Getreides kann teils aus den Aufzeichnungen der Güter, teils aus der Datensammlung des Budapester Weizenkrisenankets vom Jahre 1879 analysiert werden. Die höchsten Kosten der Getreideproduktion machte die Erntearbeit aus. Im Gutsbesitz Széchenyi in Somogy vár nahm die Handernte 35,9% der samtlichen Arbeitskosten, und 23,4% der vollen Produktionskosten der Getreideproduktion in Anspruch. Die Prüfung der Produktionskosten von sieben Grossbesitzen, drei Meierhöfen und drei Klein besitzen bezeugen, dass die Ernte bei jedem Gutsbesitztyp der kostspieligste Arbeitsprozess des Getreideanbaus war: die Hälfte, bzw. das Dreiviertel der Arbeitskosten entfiel auf die Ernte. Dieses Verhältnis wurde von der Erntemaschine stark herabgedrückt und sicherte für die Getreideproduzenten ein Mehreinkommen von 10-30 %. In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts schwankte in aller Welt das Volumen, der Erfolg der Getreideproduktion, die Gestaltung der Produktionszkosten und der Marktpreis in breiten Grenzen. In Ungarn wurde die grösste Aufmerksamkeit auf den Arbeitslohnfaktor gewendet. Der Grossbesitz