Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kothe, Heinz: Form- und Funktionswandel an Vierkantpflügen

In Italien läßt die vor allem im Süden verbreitete Vierkantform 70 auf entsprechende Einflüsse schließen, möglicherweise aber auch die für den dor­tigen Camba-Typ charakteristische Gabelsohle 71 (erstmalig durch VERGIL im 1. Jh. v. u. Z. bezeugt), die ja nicht nur in der Form, sondern auch in ihrer Funktion (nämlich beim Schräghalten des Gerätes!) weitgehend der bisher wohl nur aus Sardinien bekannten Streichgabel entspricht. Darüber hinaus gibt es eine furcula-ähnliche Vorrichtung auch an einigen Carruca-Geräten in Nordfrankreich und Südengland 72 . Im Norden schließ­lich zeigt der ostschwedische Pflugtyp mit Rahmensterze (grindärder) wohl sicher nicht zufällig ein ähnliches Verbreitungsbild südlich der mittelschwe­dischen Kulturgrenze wie einige von Mitteleuropa ausgehende Kulturerschei­nungen der späten Bronzezeit 73 . Bestimmte Formbeziehungen lassen sich aber auch in Asien erken­nen. So findet sich beispielsweise die verlängerte Griessäule nicht nur in Ostanatolien und Nordwest-Iran 74 , sondern sogar in der Mongo­70VOSS, J. H. Des Publius Virgilius Maro Ländliche Gedichte, Bd. 3. Altona 1800. Tafel zu S. 100. Von den sechs dort abgebildeten süditalienischen Vierkant­pflügen finden sich zwei (Cannae und Nocera) bei RAU, wie Anm. 1, Abb. 59 und 64 (in stark veränderter Form auch bei BRAUNGART, wie Anm. 49, Fig. 68 und 67). Die Meinung, daß diese Geräte „normannisch" seien (RAU, BRAUNGART), läßt sich allerdings nicht erweisen. Die übrigen Pflüge stammen aus der Gegend von Paestum (Lucania), Otranto und Gallipoli (südöstlich von Tarent), aus Calabria ultra und Sizilien („zwischen Messina und Palermo"). Fünf weitere Angaben aus Süditalien bei JABERG, K. — JUD, J. Sprach- und Sachatlas Italiens und der Süd­schweiz, Bd. 7. Zofingen 1937. Karte 1434, Nr. 727, 736, 748, 780 und Karte 1435, Abb. 10: Omignano (Punkt 740). Ganz ähnlich ist der toskanische Pflug (Abb. 9). Beide Geräte auch bei HAUDRICOURT/DELAMARRE, wie Anm. 13, Fig. 42 und 105. 7iVor allem in Südapulien und Latium: JABERG/JUD, wie Anm. 70, Abb. 1 und 3 = HAUDRICOURT/DELAMARRE, wie Anm. 13, Fig. 103 und 104. Auch LESER, wie Anm. 43, Abb. 159 (Brindisi) und 157 (Viterbo im nördlichen Latium); VOSS, wie Anm. 70: drei Pflüge aus der Gegend von Tarent (einer davon bei RAU, wie Anm. 1, Abb. 57 = BRAUNGART, wie Anm. 49, Fig. 64); VOSS: ein dem Viterbo-Pflug ähnliches Gerät (aber ohne Griessäule) aus der Campagna di Roma, bei BRAUNGART (Fig. 2) entstellt. — Eine Gabelsohle haben aber auch der toska­nische und der süditalienische Vierkant-Pflug (vgl. Anm. 70). ^HAUDRICOURT/DELAMARRE, wie Anm. 13, Fig. 165—167. In Frankreich heißt sie bezeichnenderweise fourcau oder fourchette (bei HAUDRICOURT/DELA­MARRE coyau). Vermutlich gehört auch die Pflugdarstellung im Cottonian Ms. Tib. B. V. in diesen Zusammenhang, vgl. PAYNE, F. G. The Plough in Ancient Britain. The Archaeological Journal 104: 1947 (1948). 103 und Fig. 5. b. 73Die Verbreitung des Grindärder zeigt ERIXON, wie Anm. 6, Fig. 47. Vgl. dazu Fig. 50 und 51: Grindärder mit furcula-ähnlichen Streichleisten, beide aus östergötland. Eine Streichgabel am Dreikantpflug aus Smàland zeigt Fig. 21. — Für den sogenannten „limes norrlandicus" ist beispielsweise die Nordgrenze des Rinder­Doppel j ochs und (etwas weiter südlich) des vierrädrigen Wagens charakteristisch (Svensk Geografisk Arsbok 1949. 158). — Von archäologischer Seite wären vor allem das Tüllenbeil und die Brandbestattung zu nennen. Den nach Norden gerichteten „Kulturstrom" jener Zeit behandelte u.a. SPROCKHOFF, wie Anm. 66. ''•Ein Beispiel aus dem Gebiet südlich des Van-Sees bringt HÜTTEROTH, W.­D. Bergnomaden und Yaylabauern im mittleren kurdischen Taurus (Marburger Geographische Schriften, 11). Marburg 1959. Abb. 13. — Die bekannten Pflüge mit Rahmensterze aus der Gegend von Erzerum und Talysch bei LESER, wie Anm 43, Abb. 213 und 215. Beachtenswert ist bei dem letzteren der nach vorn aufsteigende Stufengrindel (asser gradatus; bei LESER „Grindel oder Krümel?"), der auch für

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