Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Kothe, Heinz: Form- und Funktionswandel an Vierkantpflügen
lei 73 und selbst in China 76 , für dessen Beetpflüge bekanntlich das mittelständige Streichbrett besonders charakteristisch ist. Ein dem bosnischen Ralo ähnliches Gerät der Turkmenen 77 hatte schon PEISKER zum Vergleich herangezogen. Daß in allen diesen Fällen tatsächlich historische Zusammenhänge vorliegen, glaubt auch BRATANlC 78 , der bereits 1956 auf die in Einzelheiten oft verblüffenden Formbeziehungen — etwa die Einkerbungen an Sohle und Griessäule (Abb. 3. Mitte rechts) — verwiesen hat. Die Annahme, daß derartige Verbindungen bereits in vorskythische Zeit zurückreichen, liegt natürlich nahe, bedarf jedoch einer eingehenden Untersuchung. Sekundär dürfte demgegenüber der speziell an der Kehrarl befindliche „Teilstab sein, der in entsprechende Löcher der Eisenschar eingerastet wird. 79 Es war wiederum BRATANlC 80 . der dessen Verbreitung im Ostalpenraum, in den zentralen Balkanländern und in Skandinavien (Finnland) gezeigt hat. Aus dem hölzernen oder eisernen Teilstab („Teileisen" bei BRAUNGART und LESER) entwickelte sich später die speziell an Vierkantgeräten vor der Griessäule befindliche Eisenstange (cxmer), die besonders in den Donauländern 81 , sporadisch die österreichische Arl (LESER, Abb. 139) und für schwedische Rahmensterzpflüge (ERIXON, Fig. 48 und 53) charakteristisch ist. Er findet sich allerdings auch im Zwischengebiet an anderen Pflugformen, so besonders in der Ukraine (LESER, Abb. 85 und 86: hier wie auch von BRATANlC als „Krümel" bezeichnet) und in Böhmen (Kodex z Jensteina). Vergleichbar ist übrigens der schlangenförmige Krümmel am Näkolesnik im Böhmerwald. — Persische Pflüge mit verlängerter Griessäule ferner bei WERTH (wie Anm. 59, Abb. 106) und mit Rahmensterze bei BOBEK (Festschrift für J. Solch. Wien 1951. Taf. III, Abb. 3: Aserbeidschan) und KISLYAKOV, N. A. — PERSHITS, A. I. Narody Peredney Azii. Moskva 1957. 183 oben (Isfahan) und 289 (Bezirk Miane). 75 RONA-TAS, A. Some Data on the Agriculture of the Mongols. Opuscula ethnologica memoriae Ludovici Biró sacra. Budapest 1959. 443 ff. (Hier übrigens auch der Stufengrindel!) '^Speziell auf einem hanzeitlichen Grab aus Shen-si im Norden. Vergleichbar sind einige Pflüge aus Korea, Burma und dem südlichen Vietnam („Cochinchina") bei LESER, wie Anm. 43, Abb. 238, 283 und 289. 77 DE BLOCQUEVILLE, H. Quatorze mois de captivité chez les Turcomans. Le Tour du Monde. Nouveau Journal des Voyages. Paris 1860. 267. •— PEISKER, wie Anm. 49, schreibt zu seiner Wiedergabe (Fig. 32), daß sie „nur eine relative Glaubwürdigkeit" beanspruchen könne. Bei BRAUNGART (wie Anm. 49, Fig. 173 a) ist dieser Pflug dann allerdings zu einem „bosnischen Oralo" geworden! Vgl. hierzu LESER, wie Anm. 43, S. 363: „PEISKERs Ergänzungsversuch... erscheint mir recht kühn, nicht genügend begründet" usw. 78 BRATANlC, B. Some Similarities between Ards of the Balkans, Scandinavia and Anterior Asia, and their Methodological Significance. Selected Papers of tht Fifth International Congress of Anthropological and Ethnological Sciences, Philadelphia 1956. Philadelphia 1960. 226: „the main problems arising here are of historical nature". Auf der gleichen Seite auch eine Verbreitungsskizze. 7 9Man könnte ihn vielleicht als divisor mutabilis (d) bezeichnen. SOBRATANlC, B. Einige unbekannte Zusammenhänge zwischen den Ostaloen und dem serbisch-mazedonisch-bulgarischen Grenzgebiet. 3. Arbeitstagung über Fragen des Atlas der deutschen Volkskunde in Bonn vom 27. bis 29. April 1961. Protokollmanuskript. Bonn 1961. 63—65. 81 Die Verbreitung des Cimer im nördlichen Jugoslawien zeigt BRATANlC, wie Anm. 53, Karte VI. Cimer-Geräte aus Ungarn bei KOVÁCS, wie Anm. 8, und BALASSA, I. A magyarországi faekék főbb típusai a XVIII—XIX. században. A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1967—68. Fig. 2, 4, 8 und 10. Rumänische