Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kisbán, Eszter: Eingliederung neuer Anbaufrüchte in die Volksnahrung

Demgegenüber setzte sich eine Art ungesäuerten Fladens aus Maismehl in der ganzen Großen Ungarischen Tiefebene, im nördlichen Mittelgebirge und in Nord-Transdanubian nach Einführung des Maisanbaus schnell durch. Dieser Fladen wird so zubereitet, daß der süße Geschmack zur Geltung kommt Als süßes Gebäck stellt er eine Neuerung, den Bahnbrecher einer neuen Ge­schmacksrichtung auf dem Bauerntisch dar. Es ist eigenartig, daß sich dieses süße Maisgebäck nicht in den Neuerungsgebietan des Anbaus entwickelt hatte, und nicht fähig war, in diese einzudringen. 3 Was die Kartoffel betrifft, bürgerte sich ihre kleinbetriebliche Erzeugung am frühesten in den Nordkarpaten ein, wo auch ihre Aufnahme in die Nahrung aus Mangel an Getreide und Mais am intensivsten vor sich ging; südlicher kam ihre Anpflanzung nur in Einzelfällen vor. Ihre erste „Landnahme" wurde am Ende der 1810er Jahre überall abgeschlossen. Sie anzubauen zögerten auch weiterhin vornehmlich die wohlhabenden Bauern der Großen Unga­rischen Tiefebene. 4 Bei ihrer schnelleren oder verzögerten Eingliederung in die Bauernwirtschaft war überall mehr der ständige (wie in den Hoch- und Mittelgebirgen) oder zeitweilige, auf die sich wiederholenden Elementarschäden folgende Nahrungsmangel ausschlaggebend, und nur in kleinerem Maße die intensive Propagandatätigkeit. Die Speiseform, in der sie hauptsächlich in die Nahrung eingeführt wurde, ist die der verschiedenen Gemüsebreie und nicht einer das Brot ersetzenden Zukost zur jeweiligen Hauptspeise. Wir mußten darauf verzichten, den Laufbahn der beiden Hackfrüchte hinsichtlich der späteren Vergrößerung der Anbaufläche, der Geltung als Futter, der industriellen Anwendung und der Entwicklung der Warenproduk­tion zu verfolgen. Wir waren bestrebt, darauf hinzuweisen, wie kräftig der Nahrungspflanzencharakter die bahnbrechende Rolle bei Einführung der bei­den Früchte gespielt hat, die von den vorangehenden abweichende Anbau­ansprüche erhoben und die Umgestaltung sowohl des lockeren, wie auch des strengeren Anbausystems erforderten. 3Formen, regionale Verbreitung sowie Stellung in der Volksnahrung behandelt E. KISBÄN; Maisspeisen im Karpatenbecken. In: Studien zur Volkskultur, Sprache und Landesgeschichte. Festschrift Matthias Zender. Hrsg. v. E. Ennen und G. Wiegel­mann. Bonn 1972. I. Bd. 264—280. 4Die vollständigste Übersicht bietet die Monographie von L. KÓSA: A magyar burgonyakultúra néprajza (Volkskunde der Kartoffelkultur in Ungarn). Diss. Univ. Budapest, 1969; Manuskript, Kd 2273 in der Universitätsbibliothek Budapest.

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