Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Kramarik, Jaroslav: Die geographische Verbreitung der Arl in Böhmen und Mähren und ihre kulturhistorische Bedeutung

noch verbreitet ist oder bis vor kurzer Zeit verbreitet war. Aus einigen Ge­bieten haben wir sogar aus dem 17. Jahrhundert Nachrichten, daß hier mit einem Haken geackert wurde. Aber die Schwierigkeit besteht darin, daß die historischen Quellen uns nicht gestatten, die direkte Entwicklung des Ackerge­rätes, das Haken genannt wurde, bis zu dem Trautenauer Haken in MEHLERs Werk zu verfolgen. Wir haben also erst von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhun­derts an eine klare Vorstellung, wie der zeitgenössische Haken in dieser Ge­gend aussah. Von derselben Zeit haben wir Nachrichten auch aus Oberschlesien, Abb. 4. Ackerung mit Trautenauer Haken im Riesengebirge also aus dem benachbarten Gebiet, daß dort Versuche gemacht wurden, diesen Haken zu verbessern, ihn besonders dem einseitigen Ackern anzupassen und seine Regulation zu vervollkommen. Es besteht kein Zweifel darüber, daß der Trautenauer Haken vor der Mitte des 18. Jahrhunderts benutzt wurde, sichtlich aber auf einem kleineren Gebiet, als es unsere Karte zeigt. Es besteht aber die Frage, ob dieser Haken heimatlichen Ursprungs ist, oder nicht. Die ganze Herrichtung des Hakens und das Prinzip der Stelze ist für Nordwesteuropa charakteristisch und es ist nicht ausgeschlos­sen, daß die Vlamen dieses Prinzip nach Mitteleuropa brachten, deren Bedeutung auf dem Gebiet der handwerklichen Erzeugung und der Landwirtschaft bisher nicht völlig eingeschätzt wurde. Auf jeden Fall scheint es, daß sich diese Hakenform im 18. und hauptsächlich im 19. Jahrhundert zu verbreiten begann, als sie mit einer Stellungsvorrichtung für das einseitige Ackern versehen wurde, sodaß sie besonders fürs Pflügen auf abhängigem Terrain nützlich war; eine direkte Abhängigkeit des Ackergerätes von den Bodenbedingungen kann je­doch nicht nachgewiesen werden. Der Haken wurde nicht nur auf leichtem, sondern auch auf schwerem Boden benutzt.

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