Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Schremmer, Eckart: Die Veränderung der Produktionsstruktur auf dem flachen Land im 17. und 18. Jahrhundert in Südostdeutschland

Die Wirtschaftsstruktur der Hofmark ist demnach gekennziechnet von der doppelten Mischung 1. von der Organisationsform her: eigenwirtschaftliche und delegierte Nutzung 2. von den Wirtschaftssektoren her: Landwirtschaft und Gewerbe, einschließ­lich Dienstleistungen 13 . Dieses doppelte Mischungsverhältnis wird von Hofmark zu Hofmark ver­schieden gewesen sein, da die Größe der einzelnen Hofimarken sehr unterschied­lich war. A-ber die Frage nach dem Zusammenhang zwischen der Größe der Hof mark und dem größentypischen Mischungsverhältnis bleibt unbeantwortet. — Die Vermutung geht dahin, daß im Agrarsektor die „delegierte Boden­bestellung" durch Grundholde überwog, genauso wie im Gewerbesektor das ..delegierte Handwerk" : der mit einer hofmärkischen Gewerbeerlaubnis versehe­ne selbständige Gewerbetreibende und der gewerblich tätige Söldner. Ferner dürfte der Anteil der Agrarproduktion an der Gesamtproduktion (erheblich) größer gewesen sein, als der Anteil der Produktion von gewerblichen Sachgü­tern und Dienstleistungen. Bei diesem doppelten Mischungsverhältnis konnte sich eine Hofmark wirt­schaftlich selbst tragen, und das bei doppelter Risikoabsicherung des Hofmarks­herren: eine produktmäßige Risikoabsicherung gegenüber einer Branchenkrise, und eine personale Risikoabsicherung gegenüber Einkommenseinbußen im Kon­junkturabschwung, bzw. gegenüber landesherrlicher Gesetze gegen das Hof­marksgewerbe; in solchen Fällen wurde die Einkommensminderung des Hof­marksherrn zum Teil abgefangen durch das gleichsam als Dämpfer vorgeschal­tete variable Einkommensniveau eines angesetzten hofmarksherrlichen Grund­holden und Handwerkers; die Auswirkungen von Krise und landesherrlichem Gesetz sind (teilweise) auf das „delegierte Gewerbe" abgewälzt. — Auch dieser Themenkreis ist noch weitgehend unerforscht. Fast könnte man meinen, daß die zeittypischen Autarkiebestrebungen bis in die Hofmarksgebiete des Adels und der Geistlichkeit (Klöster) eingedrungen waren. Die Maxime wirtschaftspolitischen Verhaltens der Hofmarksherren lautete dann: Steigerung der eigenen Macht, u. a. gemessen am Niveau des Prestige­konsums, durch einen langfristigen Überschuß der hofmärkischen „Zahlungs­bilanz" gegenüber dem Umland. Daß ein Ansteigen der gewerblichen Entwicklung in den adeligen und geistlichen Hofmarken eintrat und von den städtischen und zünftlerischen Hand­werkern mit untätiger Erbitterung registriert wurde, zeigen zahlreiche zeit­iSEinige Angaben über den Transitverkehr durch Bayern und die Möglichkeit, daraus Einkünfte zu beziehen bei SCHREMMER, E. Bemerkungen zur Zahlungsbi­lanz Baierns in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Manufakturperiode). In: Wirtschaft, Geschichte und Wirtschaftsgeschichte. Festschrift zum 65. Geburtstag von Friedrich Lütge, hrsg. von, Wilhelm Abel, Knut Borchardt, Hermann Kellenbenz, Wolf gang Zorn. Stuttgart 1966. 227 ff., insbes. 249 ff.: Posten der Dienstleistungsbi­lanz. — SCHREMMER, E. Beginnender Strukturwandel im Transportgewerbe an der Wende zum 19. Jahrhundert. Selbstsubventioniertes bäuerliches Fuhrwesen im Ne­benberuf oder kostendeckendes hauptberufliches Transportgewerbe in landesherr­licher Regie? In: Festschrift für Max Spindler zum 75. Geburtstag, hrsg. von Dieter Albrecht, u. a. München 1969. 577 ff.

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