Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)
Kovách, Géza: Die Lage der Fronbauern auf den Kameralgütern im Komitat Arad nach der Urbarialregelung
Eine zweite Erklärung für den am Ende des 18. Jahrhunderts erfolgten Zuwachs der Bauernfelder bildet die ungestörte Rodung im Komitat Arad. Als das Urbárium nicht nur das Benutzungsrecht der Urbarialfelder, sondern auch die nach diesen fälligen Abgaben und Dienstleistungen festgelegt hat, begannen die Fronbauern des Komitats parallel mit der einsetzenden Nachfrage der landwirtschaftlichen Produkte mit den Rodungs- und den Entwässerungsarbeiten. Die so gewonnenen Felder betrachtete nämlich die Kammer gleichfalls als rémanente Felder und rechnete sie zu dem Hufenbestand mit. Die Rodungen und der Aufbruch der Dreeschfelder wurden auch von der Kammer unterstützt, da sich das Urbarialeinkommen demzufolge erhöhte. Die rasche Zunahme der Menge der Bauernfelder hat die Entstehung einer zahlreichen warenproduzierenden Fronbauernschaft nach sich gezogen. Dieser Prozeß kann vor allem in den größeren Marktflecken beobachtet werden. Dieser für das Komitat charakteristische Prozeß der bäuerlichen Entwicklung wurde durch die Schwerfälligkeit der Kameralverwaltung besonders erleichtert. Man hat nämlich über das einflache Pachtsystem hinaus nicht nach den einträglicheren Quellen der Gutswirtschaft geforscht. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts hat auch die Zahl der landwirtschaftlichen Bevölkerung beträchtlich zugenommen. In dieser Hinsicht zeigen nicht nur die älteren Marktflecken eine Entwicklung, sondern auch die über umfangreiche Pußten und Weinberge verfügenden Dörfer haben sich zu typischen Marktflecken entwickelt. In Szemlak (heute Semlac) z. B. wuchs die Zahl der Fronbauernfamilien zwischen 1772 und 1802 von 153 auf 453 an, wobei die Hufenzahl von 26 auf 227 stieg. 3 Die Archive liefern uns in reicher Menge ähnliche Angaben. In dem damals noch" zum Komitat Csanád gehörenden Nagylak (Nädlac) haben im Jahre 1800 343 Familien nach 125 und 3/4 Hufen keinen Frondienst geleistet und waren auch zu keiner Neuntelabgabe verpflichtet. 4 In Kerék bitten im Jahre 1798 50 Kleinhäuslerfamilien, ihre Rodungen in Betracht zu nehmen und sie in die Kategorie der Hübner einzureihen. 5 Die Fronbauern von Ágris (Agris) bitten ebenfalls um die Modifizierung der im Jahre 1771 in die Liste aufgenommen Hufenangaben, da infolge der Rodungen der Umfang ihres Besitzes beträchtlich zugenommen hat. 6 Kameralanwalt Imre Bessenyei legte über die Lage der Gebiete der Ortschaften Ágya (Adea), Tözmiske (Misca), Bélzerind, Apäti (Apateu) und Barakony (Barakony) eine ähnliche Rechenschaft ab. 7 Der landwirtschafliche Aufschwung der Dörfer im Komitat Arad wurde auch dadurch gefördert, daß die Bauerngemeinden zur Zeit der Kameralverwaltung an vielen Orten Allodialpußten (d. h. Wüstungen unter herrschaftlicher Verfügung) pachten konnten. Die Einwohner von Tözmiske, Seprős (Sepreus) und Apáti sandten 1801 eine Deputation nach Buda, um ihre Pachtverträge von Pußten zu erneuern. 8 Román- und Magyarpécska (Pecica) sowie Nagylak haben jahrelang die Wüstung Pitvaros von der Kammer gepachtet, für die 3 Ibidem, Szemlak. •Staatsarchiv Budapest. E 87. Oeconomica 1800. fons 6. pos. 88. 5 Ibidem 1798. fons 6. pos. 119 (42). Clbidem 1798. fons 6. pos. 252. 7 Ibidem 1798. fons 6. pos. 237. "Ibidem 1801. fons 6. pos. 29 (42).