Wellmann Imre szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1971-1972 (Budapest, 1973)

Hauser, Albert: Bäuerliche Wirtschaft und Ernährung in der Schweiz vom 15. bis 18. Jahrhundert

Frucht die periodischen Hungersnöte bekämpfen zu können. Für die Zube­reitung der Frucht entstanden ungezählte neue Rezepte. 37 Die „prötleten Herd­öpfel" erscheinen als Hauptspeise bereits zum Morgenessen, und sie haben von Zürich aus, wie RICHARD WEISS darlegt, ihren Siegeszug südlich gegen das Alpengebiet angetreten. Vom Bernbiet aus drangen sie weiter westlich gegen das Welschland vor, wo die gebratenen Kartoffeln unter dem beimischen Namen „Rösti" das ältere Suppenfrühstück des Bauern verdrängten. Schließlich hat das Kartoffelfrühstück im 19. Jahrhundert im voralpinen Hirtenland selbst die mittelalterlichen Brei- und Milchspeisen verdrängt. 38 Später haben die „prötleten Herdöpfel" den bernischen Namen „Rösti" fast allgemein über­nommen. Gleichzeitig mit der Kartoffel wurde auch der Mais entdeckt: „Unter denen neuen Pflanzungen", so heißt es in einem, wahrscheinlich von einem Physiokraten verfaßten Bericht 1764, 39 „die unserem Lande gar wohl 'angehen und gerathen, und ohne einges Bedenken können unternommen werden, ist unstreitig diejenige des weltschen Korns, so sonst auch Türkischen Weitzen, Tuerkisch-Korn oder Mays genannt wird, eine der vorzüglichsten, und immer so nützlich als die Erdapfel: denn es ist dieses Korn eine gesunde und nahrhafte Speise vor Menschen und Viehe, und kan sein Mehl mit halb oder zweydrittel Weizen- oder Kom- und Roggenmehl vermengt, zu gutem Brod gebacken, im übrigen aber zu all er ley Grüz, Brey, und sehr vielerley Speisen bereitet wer­den ..." Dieser begeisterte Appell verhallte ungehört, weil die meisten Zürcher Bauern den Mais als Viehfutter betrachteten. Maismehl und „Türggen" kamen erst nach der Kartoffelkrankheit am Ende der vierziger Jahre des 19. Jahr­hunderts auf. 40 Einen größeren Erfolg hatte auch auf der Landschaft der Kaffee, ob­gleich er, im Gegensatz zu Kakao und Tee, von den Ärzten nicht als Heilmittel empfohlen, sondern vielfach beikämpft worden war. Er wurde eingeführt und propagiert durch die Textilverleger und deren Verbindungs­leute, die Tüchler, auch durch Dienstboten und Fuhrleute, die ihn in der Stadt kennen gelernt hatten. 41 Bald tranken ihn aber auch Heimarbeiter und Handwerker. Die Bauern fanden nach der Aussage eines Zeitgenossen den „Café" als etwas Widriges, zu blöd und nicht erquickend als Getränk und als Nahrungsmittel .. . Sie schmähten in allem Ernst auf die, so ihr gutes Geld für dergleichen Schleckereien wegwarfen; aber es behagte ihnen nicht übel, ihre Milch den „Caffeschlekern", wie sie diese nannten, „recht theur zu ver­kaufen". 42 Trotzdem wurde er schon am Ende des 18. Jahrhunderts in vielen bäuerlichen Haushaltungen getrunken. 43 Stadtarzt Hiirzel berichtet, daß bei den Zürcher Bauern das „Kaffeetrinken damals beinahe zur allgemeinen Mor­37„Aufmunterung und sichere Anleitung zu Verfertigung guten und schmakhaften Erdapfel-Brods." Zürich (1771). — NÄGELI, J. J. Unterricht von Pflanzung und Nutzung der Erd-Apfel. Zürich 1771. 14 ff. — MÜHLI, T. V. D. Aus dem Kochbuch von Frau. David Hess. Neue Züricher Zeitung 4. 8. 1945. Nr. 1186 (31). 3. 38WEISS, R. op. cit. 137 ff. ^Kurzer Bericht vor den Landmann von den vornehmsten Futter-Kräutern und vom Weltschen-Korn. Zürich 1764. z °MESSIKOMMER, H. op. cit. 21. «MEISTER, L. Kleine Reisen. 139—140. «Staatsarchiv Zürich. B X 39. S. 6. SALOMON V. ORELLI : Stäfner Handel. Í3 DIENER, H. Geschichte der Gemeinde Oberglatt. Zürich 1863. 380.

Next

/
Oldalképek
Tartalom