Balassa Iván szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1969-1970 (Budapest, 1970)

Für Lajos: Az állattenyésztés szerkezeti átalakulása a századfordulón

Als Einleitung wird die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ausgestaltete Lage über­blickt. Vor allem wird betont, daß die Ausbreitung des Futterpflanzenbaus die entschei­dendste Voraussetzung für die damalige Ausgestaltung der Tierzucht bedeutete. Die Pro­duktion wurde auch von der steigenden Nachfrage anderer Natur in diese Richtung ge­trieben, wie dies auch die Intensivierung des Pflanzenbaues und der Tierzucht erforderte. Es stehen dem Verfasser die mit großer Umsicht vorgenommenen und recht ausführ­lichen Tierzählungen jener Zeit zur Verfügung. Aus diesen lassen sich sowohl die quantita­tiven, wie auch die qualitativen Veränderungen recht gut verfolgen. Zuerst, wird der Be­stand an Großvieh (ungarisch: számosállat) und die Zunahme der Stückzahl der ein­zelnen Rassen vom Verfasser untersucht. Dann wird ein Überlick über die strukturelle Uniwandlung des G roß Viehbestandes auf Grund dieser Zahlen gegeben. Für diese Um­wandlung war in erster Reihe bezeichnend, daß sieh der Anteil des Rindviehbestandes im ganzen Viehbestand bedeutend erhöhte, gleichzeitig der des Schafbestandes abnahm. Anders gestaltete sich die Höhe des Viehbesatzes an einzelnen Tierarten, sowohl in den einzelnen Gegenden, als auch in den einzelnen Betriebskategorien. Der Großteil des Viehbestandes wurde zwar in den Kleinbetrieben der Bauern wirtschaften gehalten und ge­züchtet, doch die Qualität war in den [írt rieben der ( Jroßbesitze wesentlich besser. Die Fragen der Rassen betreffend, werden in erster Reibe die Probleme der Rindvieh­zucht analysiert. Es wird jene Veränderung — sie ist heute bereits von geschichtlicher Bedeutung — besonders betont, und mit zahlenmäßigen Daten bewiesen, die in der Ras­senstruktur des Viehbestandes eingetreten war. In dieser Zeit wurde das uralte ungarische Steppenrind durch die aus dem Westen eingeführten, rotbunten Rassen stark verdrängt. Während im Jahre 1884 die nicht ungarische Rassen nur 19,79% des ganzen Viehbestan­des ausmachten, erhöhte sich ihr Anteil in 1911 bereits auf 72,2%. Alle Versuche, diesem Prozeß einen Halt zu bieten, blieben erfolglos. Gleichzeitig veränderte sich auch'die Stammzucht. Der Prozentanteil der Kühe im Viehbestand erhöhte sich von 38 auf 43. Dem Rindviehbestand folgte zahlenmäßig der Pferdebestand. Es ließ sich feststellen, daß der größte Teil des Pferdebestandes in den kleinen Wirtschaften (von 1 - 100 Kat. Joch) gehalten wurde. Der Pferdebestand hatte erstrangig den Zugkraftbedarf zu be­friedigen. Hierauf deutet unter anderen auch die Verteilung des Pferdebestandes nach Geschlecht. In der ungarischen Pferdezucht spielten die in den staatlichen und privaten Gestüten gezüchteten Voll- und Halbblutpferde eine bedeutende Rolle. Gegen Ende dieser Epoche (1911) waren im Land 423 Gestüte tätig, mit einem Bestand von 36 788 Pferden. Die Stückzahl des Schafbestandes hat bis zum ersten Weltkrieg sehr stark abgenom­men; im Laufe eines Vierteljahrhunderts sank sie etwa auf die Hälfte herab; gleichzeitig verbesserte sieh aber ihre Qualität. Neben den uralten Rassen (Racka, Zigája) kam der Merino-Rasse und bald dem englischen Fleischschaf eine ansteigende Bedeutung zu. Die Stückzahl des Schweinebestandes schwankte bis Ende jener Zeitspanne um 6,4 Millionen. Die wichtigste Ursache der Stagnierung war einesteils die gegen Ende des Jahr­hunderts auftretende Schweineseuche, durch die der Bestand im wahren Sinne des Wor­tes dezimiert wurde; andernteils schrumpften die Möglichkeiten der extensiven Tierhal­tung ein. Grundlegende Veränderungen fanden hier auf drei Hauptgebieten statt: im Rassenwechsel, in der Methode der Tierhaltung und in der sich zum speziellen Industrie­zweig entfallenden Mästerei. Schließlich wird vom Verfasser die Frage untersucht, welche Zusammenhänge zwischen der Gestaltung der Stückzahl des Viehbestandes und der Zahl der Bevölkerung zu be­obachten sind ; schließlich, ob die Entwicklung in dieser Richtung mit den zunehmenden Konsumentenansprüchen Schritt zu halten vermag.

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