Balassa Iván szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1969-1970 (Budapest, 1970)
Matolcsi János: Híres versenylovak csontozatának sajátosságai
DIE EIGENHEITEN DES KNOCHENBAUS BERÜHMTER RENNPFERDE JÁNOS MATOLCSI Die Studie erörtert die osteologischen Eigenheiten von drei berühmten Rennpferden: -der englischen Vollblutpferde Kincsem (Stute) und Buccaneer (Hengst), sowie des amerikanischen Trabers The Skipper (Hengst). Allen drei Pferden steht in der Entwicklung der ungarischen Pferdezucht eine hervorragende Rolle zu. Die in Ungarn geborene Stute Kincsem lebte zwischen 1874 — 1887 und wurde im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts als „Wunderpferd" erwähnt. Ihren Weltruhm hat sie dadurch errungen, daß sie an 54 Rennen teilgenommen hat und in sämtlichen als Sieger hervorgegangen ist. Seither ist der Name Kincsem zum Symbol der Unbesiegbarkeit geworden. Buccaneer kam 1857 in England zur Welt. Als Fünfjähriger wurde er für das schnellste Pferd der Welt gehalten, da er die Meile in 1'38" lief. Dieses Ergebnis konnte in Ungarn erst 70 Jahre später wieder erreicht werden. Von 1865 bis 1887, 21 Jahre hindurch stand er als Zuchthengst im Gestüt von Kisbér. Durch Hunderte seiner Nachkommen hatte er auf die Zucht ungarischer Vollblutpferde einen entscheidenden Einfluß ausgeübt. The Skipper kam im Jahre 1947 als 8-jähriges Tier aus den USA, wo sein Rekord 2'09,5" betrug, nach Ungarn. In Ungarn war er 14 Jahre lang Zuchthengst und wird auch heute noch als großer Regenerator der Traberzucht des nachkriegszeitlichen Ungarns betrachtet. Väterlicherseits kann The Skipper mit Kincsem auf einen gemeinsamen Ahnen, auf den berühmten Hengst zu Beginn des 18. Jahrhunderts : Darley Arabian zurückgeführt werden. Nach Angabe der zuchthistorischen Daten und nach der äußeren Besehreibung untersucht der Verfasser die noch zu Lebzeiten festgestellten Körpermaße der Tiere und vergleicht sie mit den Knochenmaßen. Aus der Abhandlung geht hervor, daß der entsprechenden Größe der Knochen, deren günstigen Proportion und Winkelung zueinander in der Entfaltung der Leistungsfähigkeit der Rennpferde eine bestimmte Rolle zusteht, dennoch kann den Knochen allein keine, von dem Muskel-, Nerven- und Blutgefäßsystem, sowie von den Atmungsorganen unabhängige Bedeutung zugesprochen werden, da in dem großen Kräfteaufwand der ganze Organismus beteiligt ist. Die Schädelmaße zeigen (Tab. 4), daß der Schädel der untersuchten Pferde groß im Umfange ist, und dies fällt noch mehr auf, wenn die Maße der Schädel mit den durchschnittlichen Daten der angeführten drei Araber, sowie mit denselben Maßen der bereits ausgestorbenen primitiven ungarischen Landrasse verglichen werden. Die Schädelindizes zeugen im Falle von Kincsem über eine mittelmäßig breite Stirn, einen im Vergleich zum Durchschnitt breiteren Hirnschädel, einen relativ kürzeren Gesichtsschädel und über Leptoprosopie. Den Schädel des Buccaneer charakterisiert eine sehmalere Stirn, ein mittelmäßig breiter Hirnschädel und ein länglicher, schmaler Gesichtsschädel. Der Schädel des Hengstes The Skipper ist länger, jedoch der Hirn- und Gesichtsschädel relativ schmäler, als bei den Vorangehenden. Besonders zu erwähnen sind die langen molaren Zahnreihen bei Kincsem und bei Buccaneer, die 34,4 bzw. 34,1% der Basislänge betragen. Neben diesen Angaben wirkt die 31,6%-ige Proportion der molaren Zahnreihe bei The Skipper als außerordentlich klein. Die in fier molaren Zahnreihenlänge sich zeigende bedeutende Abweichung ergibt sich zum überwiegenden Teil aus fier auffallenden Kürze fier Prämolaren bei The Skipper. Aus der Untersuchung der Wirbel (Tab. 0 — 9) konnte bei Kincsem die allmähliche Versehmälerung des Atlas und des Epistropheus festgestellt werden, andererseits ging hervor, daß 36 — 37% fier Wirbelsäule auf die Halswirbel (ohne Atlas und Epistropheus), 39-40% auf die Rückenwirbel, 14,0— 14,6% aid'die Lendenwirbel, 9% hingegen auf die Länge des Kreuzbeins entfallen. Die Halswirbel- und Lendenwirbelkörper bei Kincsem sind länger, als die der beiden Hengste. Die abnehmende Tendenz tier Länge der Wirbelkörper auf flen Rückenwirbeln hält bei Kincsein und The Ski])per gleichfalls bis zum 7. Rückenwirbel an, bei Buccaneer hat sich hingegen der !). Kückenwirbel als der kleinste erwiesen.