Matolcsi János szerk.: A Magyar Mezőgazdasági Múzeum Közleményei 1967-1968 (Budapest, 1968)

Das Jagdschloss zu Solymár

(Das Jagdwesen bei Solymár und in der nahen Umgebung während der XV. und XVI. Jahrhunderte. ) von ARISTID VALKÓ Die Gegend, wo heute —- nordwestlich von Budapest — die Ortschaft Solymár liegt, war bereits während der Bronzezeit, später auch zur Römerzeit bewohnt. Nach der unga­rischen Landnahme ist dann hier ein Dorf der königlichen Falkner („solymár" = Falkner) und Jäger entstanden. Die Festung, die hier gegen 1370 erbaut worden war, wurde im 15. Jh. zu einem Jagdschloss umgestaltet. Es gehörte bald dem König, bald anderen gros­sen Machthabern; oft war sein Schlosshauptmann mit dem Burgvogt von Buda (Ofen) identisch. Seine Bedeutung als eines Jagdschlosses trat besonders im Zeitalter der Hunyadi hervor : damals schloss sich das hiesige Jagdgebiet an die Wälder um Buda herum an und erstreckte sich bis an das Wildgehege des Königs Matthias Korvin bei Nyék. Auch sein Nachfolger : König Wladislaus II. war ein leidenschaftlicher Jäger : um sein Jagdrevier von Buda mit dem wildreichen Jagdgebiet des Pilis-Gebirges erweitern zu können, tauschte er im Jahre 1496 seine entfernt liegende Festung Véghles für das Jagdschloss von Solymár um. Während der Türkenherrsehaft wurde dann das gut ausgestattete Jagdschloss völlig zerstört. Was von den Mauern noch aufrecht stand, wurde nach der Türkenzeit von den neuen Ansiedlern zum Hausbau weggetragen. Die Freilegung der Ruinen wurde in den Jahren 1930 bis 1940 vom Verfasser unternommen. Es kamen die Grundmauern eines Schlosses mit mehreren Räumen und eines Wehrturmes (mit einer Grundfläche von 16x8 bzw. 7X7m) zum Vorschein. Auch wurden zahlreiche Gegenstände gefunden: Pfeile, Speer- und Lanzenspitzen, andere Waffenbruchstücke, verzierte Haken, Pferdege­schirr, ein silberner „csutora" (Blutzer), Bruchstücke vom vergoldeten Geschirr, das einen engen Zusammenhang mit den Funden von der Budaer Burg aufweist, von Keramik (Gefässen, Krügen), sowie zahlreiche Tierknochen, die einen annähernden Begriff von dem hier erlegenen und verzehrten Wild geben. Überhaupt spiegelt sich in diesen Funden die Lebensweise im Schloss und das hiesige Jagdleben wider. All dem wurde dann durch das Vordringen der Türken ein Ende bereitet. Im Jahre 1529 erhielt der oberste königliche Jägermeister Christian von Lamberg vom König Ferdinand I. die Verordnung, das Wildgehege von Nyék und das Waldrevier in der Umge­bung in Schutz zu nehmen. So wurden die Solymáréi Bauern zur Ausbesserung der Umfrie­digung des Wildparks in Anspruch genommen. Nach der Katastrophe von Mohács sah das weltberühmte Wildgehege von König Matthias immer mehr einer völligen Verwüstung entgegen; das Hochwild wurde teilweise ausgerottet, teilweise flüchtete sich nach anderen Revieren. Es waren weder die Adeligen, noch die Bauern geneigt, den Verbotsvorschriften des Jagdgesetzes Folge zu leisten. Demeter von Bakay, Kastner zu Solymár, übte eine schrankenlose Jagdtätigkeit selbst im Wildpark von Nyék aus und zeigte sich erst auf direkten königlichen Befehl willig, sei­ner diesbezüglichen Leidenschaft Schranken zu setzen. Für die Bauern aber bedeutete es eine Ergänzung ihrer dürftigen Nahrungsmittel, das Wild mit Pfeil, Falle, manchmal sogar mit Schiessgewehr zu erlegen. Zum Schluss befasst sich der Verfasser noch mit der damals üblichen Falkenjägerei und gibt einen Überblick über das jagdgeschichtliche Material der ortsgeschichtlichen Samm­lung von Solymár.

Next

/
Oldalképek
Tartalom