Technikatörténeti szemle 14. (1983-84)
TANULMÁNYOK - Wolter, Helmut: Dr. med. Johann Joachim Becher, ein vielseitiger, hervorragender Gelehrter und Chemiker des 17. Jahrhunderts (1635–1837)
Erfindungsangebot an Kaiser Ferdinand III in Wien Mit Feuer und Flamme war Becher der Alchemie ergeben. Die Arbeit im Laboratorium wurde durch Hitze, Rauch und giftige Dämpfe sehr erschwert und doch aus Liebe am Beruf ertragen. Der Zwanzigjährige Hess im Jahre 1655 Kaiser Ferdinand III eine Erfindung vorlegen, ein „Universallösungsmittel und Verwandlungsmittel". Es handelte sich um ein Verfahren, Gold abzuscheiden. Am Hofe wurde man auf den jungen Alchemisten aufmerksam. Sein Aufenthalt in Wien mit Benutzung des Laboratoriums wird im April 1657 vermerkt. Im Dienst des Kurfürsten in Mainz Durch lebhaften Umgang mit bekannten Gelehrten und Mitarbeit auf wirtschaftlichem und alchemistischem Gebiete hatte sich Becher einen guten Ruf verschafft. Er konvertierte zum katholischen Glauben. Am Mainzer Hofe wurde er Berater des Kurfürsten Philipp. Die Ernennung zum „Mathematikus und Medikus" folgte als Anerkennung für seine „mathematischen, medizinalischen und chymischen Sachen und andere Wissenschaften" am 28. Juni 1660. An der Universität Mainz wurde er als „Candidatus medicináé" eingeschrieben. Nach Dissertation, Prüfung und Disputation wurde er am 16. November 1661 zum Dr. med. promoviert. Am 13. Juni 1662 heiratete er die Tochter des Dekans der medizinischen Fakultät Ludwig von Hornigk. Der Schwiegervater förderte den jungen Arzt, der kurze Zeit als Professor medizinische Vorlesungen hielt. Bechers Buch über Metallurgie war 1660 erschienen, 1662 das populäre Werk „Parnassus medicinalis illustratus" und 1663 „Der chemische Oedipus". Weitere Bücher des universellen Gelehrten sind „Naturankündigung der Metalle" sowie ein „Kommentar der paracelsischen Chemie". Im Dienste des Kurfürsten erledigte er viele Aufträge meist wirtschaftlicher Art. Gennant sei im Jahre 1660 eine Reise in die Niederlande. Dort kam u. a. ein Vertrag zur Herstellung von Salpeter verbesserter Qualität zustande. In Amsterdam besuchte er den Chemiker Rudolf Glauber, Produzenten vom „Sal mirabile" (Glaubersalz) und anderer Chemikalien. In Mainz entwarf er Pläne für eine Wasserleitung des Kartäuserklosters und eine Polizeiverordnung (1661). Für Mannheim sollten ähnliche Bestimmungen gelten. Er plante den Bau für Glashütten, Sägemühlen und Papierproduktion. Die wirtschatfliche und technische Begabung Bechers war erstaunlich. Am Münchener Hofe Für die vielseitigen Bemühungen Bechers standen nur geringe Mittel zur Verfügung. Günstigere Bedingungen bot München. Im Einverständnis mit dem Kurfürsten von Mainz siedelte Becher nach München über und hielt die Beziehungen aufrecht. Im Frühjahr 1664 begann seine Tätigkeit am Hofe des Kurfürsten von München. Bereits am 23. Juni 1664 ernannte ihn der Kurfürst zum „Hofmedicus und mathematicus" mit 600 fl. Jahresgehalt. Ein besser ausgestattetes Laboratorium lud zur Forschung ein. Neue Öfen erhöhten die Produktion. Die Edelmetalle Gold und Silber, auch Blei wurden vorzugsweise bei der Erzverarbeitung gewonnen. Grössere Goldbestände sollten dazu beitragen, die wirtschaftliche Lage günstiger zu gestalten.