Technikatörténeti szemle 14. (1983-84)
TANULMÁNYOK - Wolter, Helmut: Dr. med. Johann Joachim Becher, ein vielseitiger, hervorragender Gelehrter und Chemiker des 17. Jahrhunderts (1635–1837)
HELMUT WOLTER* DR. MED. JOHANN JOACHIM BECHER, EIN VIELSEITIGER, HERVORRAGENDER GELEHRTER UND CHEMIKER DES 17. JAHRHUNDERTS (1635—1682) Johann Joachim Becher ist als bedeutender deutscher Volkswirtschaftler, weniger als Naturwissenschaftler und Chemiker bekannt. In der Geschichte der Chemie sollte man ihn nicht übersehen. Mehr als fünfzig seiner Bücher erregten die Aufmerksamkeit der Zeitgenossen. Besondere Leistungen als praktischer Chemiker, vor allem in der Metallurgie, verdienen besondere Beachtung. Es war ein mühsamer Weg des Autodidakten von Speyer über Mainz, München, Wien, Amsterdam nach London (1). Jugend und Wanderjahre J. J. Becher wurde als Sohn eines lutherischen Pfarrers in Speyer am 8. Mai 1835 getauft. Der Vater starb als der Sohn acht Jahre als war. Der Junge besuchte das Gymnasium in Speyer. Die Mutter heiratete bald wieder. Der Stiefvater eignete sich das Erbe an und zog mit der Familie in die „Fremde", ohne für sie zu sorgen. Becher berichtet: „... Also hab ich viel in der Fremde lernen müssen, für mich studieren und mit grosser Mühe aus Büchern suchen ... was man in Schulen aufs geste vor- und auslegt... Tags habe ich andere lehren müssen, damit ich nicht allein mich, sondern meine Mutter und zwei Brüder in der Fremde bei mir ernähren könnte." Becher begann seine Lehr- und Wanderjahre mit dreizehn Jahren. Der lernbegierige Junge betrieb unter widrigen Verhältnissen ein wunderliches Bücherstudium an wechselnden Orten. Der selbstgewählte Bildungsgang vermittelte eine gründliche, umfassende Allgemeinbildung, die ihn zum vielseitigen Gelehrten machte. Becher bekennt, dass er „viel gelesen, erfahren, probiert, laboriert, spekuliert und mit vielen Leuten verkehrt hat". Wie er in der Vorrede von „Methodus didáctica" schreibt, beschäftigte er sich, bei nächtlichem Studium, mit Theologie, Mathematik, Medizin, Chemie, Handwerkslehre und schliesslich mit Staats- und Rechtswissenschaft. Unter den vielen Aufenthaltsorten sollen Strassburg, Breslau, Stockholm und angeblich Venedig gewesen sein. Nach Rückkehr in seine Heimat Speyer verfasste er seine erste Schrift mit neunzehn Jahren. * Völklingen, BRD, Moselstr. 75.