Technikatörténeti szemle 12. (1980-81)

AZ ORSZÁGOS MŰSZAKI MÚZEUM GYŰJTEMÉNYEIBŐL - Vámos Éva–Szabadváry Ferenc: Industrieausstellungen und technische Museen als Begleiterscheinungen des industriellen Aufschwungs in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts

Zur nächsten Weltausstellung gab die Hundert Jahresfeier der Vereinigten Staaten den Anlass. In 1876 in Philadelphia bestand die Hälfte der 30 000 Aus­steller aus Amerikanern und vielen zeitgenössischen europäischen Betrachtern wurde es damals zum ersten Mal offenbar, wie gefährlich konkurrenzfähig die Industrie der Neuen Welt ist. Das berühmteste Stück der Ausstellung war die sämtliche Maschinen der Industriehalle bewegende Corliss-Dampfmaschine. Trotz der Abwesenheit Preussens gab es 1878 in Paris mehr Aussteller als auf der vorangegangenen Weltausstellung, ausserdem entstand in Paris ein gewisser Ort- und Fahrplan der Schau. Gerade deshalb wurde die französische Hauptstadt Schauplatz der Weltkavalkaden von 1889 und 1900. Von diesen wurde die Ausstellung von 1889 durch den Eiffel-Turm die berühmteste. Noch ehe das Jahrhundert zu Ende ging, wurde in Amerika wiederum eine riestige Jubiläumstausstellung veranstaltet. Die zum Vierhundertjahresjubiläm der Entdeckung des Erdteils 1893 zu Chicago veranstaltete World's Columbián Exposition zeigte wiederum die ungeheuere industrielle Entwicklung des ver­anstaltenden Landes. Ausser den Weltausstellungen gab es um die Jahrhundertwende zahlreiche erfolgreiche nationale und internationale kleinere Ausstellungen. Von diesen soll die 1880 zu Bruxelles anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums des Unab­hängigkeitskampfes veranstaltete Ausstellung erwähnt werden. Es muss auch über zwei internationale Ausstellungen in Australien gesprochen werden, welche bewirkten, dass die Handelsleute des fünften Erdteils mit europäischen Firmen in unmittelbaren Kontakt gerieten und von da an ohne Vermittlung des Mutter­landes ihre Käufe betätigten. Die Ausstellung anlässlich des tausendjährigen Bestehens Ungarns galt ebenfalls als ausserordentliche Ausstellung. Die Veranstalter der im Stadtwäld­chen auf einer Grundfläche von 550 000 m 2 ein halbes Jahr lang (vom 2. Mai bis zum 2. November 1896) offen haltenden Schau konnten aus den Erfahrungen zahlreicher früherer Landesausstellungen schöpfen. Seit 1842 wurden auch in Ungarn regelmässig Industrieausstellungen veranstaltet. Diese erste ungarische Industrieausstellung wurde -auch in internationaler Sicht bemerkenswert schnell eröffnet. Am 6. Juni 1842 erschien in den Zeitungen der Aufruf zur Pester Messe, im August wurde die Schau eröffnet. Als unmittelbare Vorstudie des Tausendjahrejubiläums diente die Landesausstellung 1885 im Stadtwäldchen, deren Industriehalle auch 1896 dieselbe Rolle innehatte. Der kommerzielle und Publikumserfolg all dieser Ausstellungen, ihre rie­sigen Unkosten, die zurückgebliebenen Gebäude und die angesammelten Gegen­stände — all dies spornte die veranstaltenden Städte dazu an den angeregten Umsatz in irgendeiner Form ständig zu erhalten und die zurückgebliebenen Wertsachen zu verwenden. Es wurde bestrebt den angeregten Handel durch Zustandebringung ständiger Ausstellungen bzw. Industriehallen auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Solche gab es am Ende des neunzehnten Jahrhunderts in London, Bruxelles, Paris, Wien, Karlsruhe und Klagenfurt. Hier wurden Waren einiger Firmen und Hand­werker ausgestellt und verkauft. Unter den Gründungszielsetzungen kamen oft die Unterstützung von Erfindungen und die Herausgabe von Fachblättern vor. In den zurückgebliebenen Gebäuden und aus dem angehäuften Material wurden an vielen Stellen Museen gegründet. Wenn man die Gründungsdaten der grössten allgemeinen technischen Museen betrachtet, fällt es auf, dass etwa ein Drittel (17 aus 57) zwischen 1850—1910 zustande gebracht wurde. In der Reihenfolge ihrer Gründung sind es die folgenden :

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