Technikatörténeti szemle 12. (1980-81)
AZ ORSZÁGOS MŰSZAKI MÚZEUM GYŰJTEMÉNYEIBŐL - Vámos Éva–Szabadváry Ferenc: Industrieausstellungen und technische Museen als Begleiterscheinungen des industriellen Aufschwungs in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts
wurde zuert anlässlich der 1845 zu London gehaltenen Industrieausstellung aufgeworfen. Ihr Befürworter wurde abermals die Society of Art. Obwohl die öffentliche Meinung die 1851 eröffnete Ausstellung mit dem Namen Prinz Alberts verbindet, wurde diese nicht von der britischen Regierung, sondern von einer durch einige Industrielle zur Verfügung gestellten Stiftung finanziert. Im Endresultat wurde im Kristallpalast im Hyde Park auf einer Grundfläche von 95 000 m 2 die Ausstellung von 14 000 Firmen aus 40 Ländern von mehr als 6 Millionen Besuchern besichtigt. Die Hälfte der Aussteller bestand aus englischen, ein weiteres Drittel aus amerikanischen Firmen. Die zur Schau getragenen Gegenstände wurden in 4 Kategorien unterteilt: Stoffe, Maschinen, Fabrikate, Skulpturen und Kunstgegenstände. Die Ausstellung wurde nach Ländern gegliedert. Anhand der erfolgreichen Schau wurde das Konzept entwickelt nach welchem alle fünf Jahre eine Weltausstellung gehalten werden sollte. Die Nächste kam 1855 zu Paris an die Reihe. Zu dieser Zeit stellten sich — noch immer in einem einzigen Gebäude auf 118 000 m 2 24 000 Aussteller vor. Diese Ausstellung hatte jedoch etwas weniger Besucher als die vorhergehende. Unter annäherndem Einhalten der Abstände von 5 Jahren würde 1862 abermals London zum Schauplatz einer Weltausstellung. In einem neuen Gebäude von 120 000 m 2 wurde versucht die Aspekte der Anordnung nach Ländern bzw. Industriezweigen zu versöhnen, indem den Industriezweigen konzentrische Kreise und den Ländern die diese durchschneidenden Radien zugeteilt wurden. Diese Anordnung war wenig erfolgreich, wie auch seither diese beiden Aspekte an Industrieausstellungen schwer mit einander versöhnt werden können. Diese Ausstellung hatte annähernd so viele Besucher und Aussteller wie die vorhergehende. Bereits hier kam der Gedanke auf, dass es zu häufig sei alle fünf Jahre eine Weltausstellung zu veranstalten, während soviel Zeit erzeugte die damalige industrielle Entwicklung wenig wahrhaftig Neues. Trotzdem wurde die grosse Schau 1867 zu Paris von Neuem eröffnet, diesmal in einer neuen Anordnung, mit zahlreichen kleinen Gebäuden neben der grossen Halle. Diese Weltausstellung hatte fast zweimal soviel Aussteller als die vorangegangene und nahe an die 10 Millionen Besucher. Für uns ist es auch ein wichtiges Ereignis, dass es hier zum ersten Mal einen geschichtlichen Teil auf einer Weltausstellung gab, unter dem Titel „Die Geschichte der Arbeit". Die Zeitgenossen beobachteten jedoch in erster Reihe, dass es trotz aller Grossartigkeit auf dieser Ausstellung zu viele Kanonen gab, als Vorzeichen des französisch-preussischen Krieges. Die stets grösser und unübersichtlicher werdenden Weltausstellungen hatten zur Folge, dass man ab 1871 in London versuchte anstatt Allgemeinen Fachweltausstellungen zu veranstalten. Man hatte die Idee, dass in 10 Jahren alle möglichen Industriezweige an die Reihe kommen könnten. Die Verwirklichung dieses Gedankens wurde neben vielen anderen Faktoren auch dadurch verhindert, dass 1873 zu Wien die nächste allgemeine Ausstellung veranstaltet wurde. Die im Prater ausser der zentralen Rotunde in zahlreichen kleineren Gebäuden veranstaltete und die bisherigen hinsichtlich der Grundfläche vielfach überragende Schau brachte in ihren Methoden insoferne Neues, dass damals zuerst statistische Tabellen auf Industrieausstellungen angewandt wurden. Trotz ihrer 12 Millionen Besucher endete die Wiener Weltausstellung mit einem bedeutenden Deficit und hinterliess noch mehr Zweifel bezüglich der Notwendigkeit solcher Veranstaltungen.