Technikatörténeti szemle 10. (1978)
A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Witthöft, H.: Új távlatok a történeti metrológiában
übereinstimmend kleine und große Güterwaagen von den Silberwaagen. Charakteristisch ist der Bestand an Gewichtsstücken beim Deutschen Kaufmann in Brügge im Jahre 1393. Neben Silbergewichtseinheiten zwischen 1 Lot und 50 Mark finden sich kleinere Handelsgewichtseinheiten zwischen 1/2 und 30 „talentis" sowie größere zwischen 1/4 Wage und 100 Pfund oder 1 Zentner. 15 Aus anderen Quellen läßt sich ersehen, daß die Obergrenze der zulässigen und von dem Privileg benachbarter Großhandelswaagen eingegrenzten Gesamtbelastung bei 60 Pfund gelegen hat. Man benutzte sie für „goude", die größeren Waagen für „zware goude". 16 In Krakau hatte man im 14. Jahrhundert eine „pensa minor" für Wachs, Talg, Gewürze u.a., hingegen eine „pensa major" für Blei, Kupfer, Eisen und andere schwere Waren. 17 Dieser Differenzierung entsprachen in Italien und anderswo auch die leichten und schweren lokalen Pfundgewichte — das jeweils gesondert zu betrachtende Silberpfund nicht eingeschlossen. 18 Auch mit den Schnellwaagen arbeitete man in festgelegten Gewichtsbereichen, nur sind wir über diese noch schlechter informiert. Eine Belastbarkeitsgrenze scheint bei 30 Pfund gelegen zu haben. Es ist hier nicht weiter zu erörtern, wie sich die Typen und Größenklassen mit der Gewichtszunahme und -differenzierung der Warenkolli im Laufe der Jahrhunderte verändert haben. Wichtig ist, daß der Urtyp der größeren Schnellwaage in Nordeuropa der „einser" gewesen zu sein scheint — ein auf ein bestimmtes, gebräuchliches Verpackungsgewicht einer festliegenden Ware oder Warengruppe ausgerichteter Pfünder in der Kapazität von etwa 2 flandrischen Wagen oder 1 Pfund Schwer (Schiffpund mit Verpackung) für Tonnen Butter, Talg, Salz, Ballen Wolle u.a.m. 19 Damit ist ein zweiter Problemkreis berührt, der wiederum nur gestreift werden kann: die handelsüblichen Verpackungseinheiten und -normen. Fässer und Tonnen waren die gängigen Verpackungsmaterialien des Mittelalters. Es ist geläufig, daß Wein-,,Tonnen" einer offenbar konstanten Größe zur Grundlage der Maßeinheiten für Schiffsgrößen geworden sind. Diese Verpackungen waren für eine große Anzahl von Gütern mit einer Normerwartung verbunden, denn Handels- und Rechenbücher sprechen ebenso wie die Lüneburger Kaufhaus- und Zollrollen von besonderen „Tonnengütern" und verbinden diese mit einem konstanten Gewicht. 20 Gegen Ende des 13. Jahrhunderts rechnete man an der Elbe in Stade, Hamburg und Lauenburg mit Tonnen und Tonnenwaren von festliegender Größe nach Schiffpfund, Pfund Schwer und pondus Normannorum. 21 Das Pfund Schwer ist nachweislich auf hansischen Routen in späteren Jahrhunderten eine konstante und über weite Distanzen einheitliche Pfündenorm von 2 flandrischen Wagen oder 155—156 kg gewesen. 22 Zu den Tonnengütern gehörten in Lüneburg zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert gleichbleibend beispielsweise Butter, Talg, Honig, Hering, Schwefel, aber auch Bier, Teer, Pech, Lachs und Aal und Rotscher, Osemund und Kupferrauch. 23 Die Verpackung konnte sich derart mit einer Ware zu einem Gütezeichen verbinden, daß beispielsweise der Lüneburger Rat seit 1566 sich wiederholt die Lüneburger Salztonne durch kaiserliche Briefe schützen ließ , 24 Die in diesen wenigen Beispielen sich andeutende weiträumige Vergleichbarkeit von Maßeinheiten und Verpackungen läßt sich systematisch untermauern. Beispielsweise übersandte Danzig im Jahre 1441 der Stadt Lübeck „eynen sleper und wedderwicht unser stadt pundere mit unser Stadt signet vorsegelt", damit man sich dort nach dem Danziger Pfündegewicht „to richtende" wisse. 25 Die Normen verbargen