Technikatörténeti szemle 10. (1978)

A MÉRÉS ÉS A MÉRTÉKEK AZ EMBER MŰVELŐDÉSÉBEN című konferencián Budapesten, 1976. április 27–30-án elhangzott előadások II. - Witthöft, H.: Új távlatok a történeti metrológiában

sich im Gewicht des „Gegenstückes" und vermutlich in der Teilung des ungleicharmig aufgehängten Balkens. Es lassen sich auch — gestützt auf die überlieferten Einheiten —- Maßketten und -raster entwickeln, in denen die gängigsten Maß- und Gewichts­einheiten mit ihren metrischen Äquivalenten ihren Platz haben. Ich möchte das an zwei Beispielen erläutern. Aus zwei 20-Unzen-Pfunden von 544, 320 g und 567,000 g hat sich unter Benut­zung zeitgenössischer Relationen zwischen bzw. innerhalb verschiedener Gewichts­bereiche ein System „fränkischer" und „normannischer" Einheiten rekonstruieren lassen, das über das Liespfund von 6,804 kg verbunden ist. 26 Unter den auftauchenden Pfunden finden sich das römische (326,592 g), das russische (408,240 g), das flandri­sche oder Danziger (435,456 g), das Pariser Poids-de-marc (489,888 g), das englische Königsgewicht (680,400 g), das Nürnberger (510,300 g), das englische avdp. (453,600 g), das schwedische Schalpfund (425,250 g) sowie das schwedische Stapelstädter­oder Ausschiffungsgewicht (340,200 g). Es muß an dieser Stelle darauf verzichtet werden, die ganze Fülle der sich zeigenden, bekannten Einheiten zu nennen. Aber es verdient Erwähnung, daß sie sich sowohl auf Stein-, Liespfund- und Schiffpfundge­wichte als auch auf Lasten und Hunderte erstrecken. Gestützt auf dieses System haben sich die zwischen Portugal und Livland üblichen Salzhandelsgewichte jeder Größen­ordnung fixieren lassen. Dabei erwiesen sich die benutzten Einheiten auch über große Distanzen als identisch. Es dürfen demnach nur relativ wenige Gewichtsein­heiten mit dem Großhandel von Salz in Verbindung gebracht werden wie z.B. die Pfunde von 486,00 g oder 489,88 g und die Schiffpfunde von 130,636 kg (englisch, seeländisch), 136,080 kg (Lüneburg, Hamburg, Lübeck) oder 163,296 kg (i'ussisch). 27 Ein zweites Raster ergibt sich aus vier überlieferten Rostocker Scheffeln für Hopfen (24,06 1), Roggen (37,085 bzw. 37,324 1), Salz (40,32 1) und Hafer (42,04 l). 28 Tonnenvolumen von 120,30 1 (Hering), 126,12 1 (Wein), 144,36 1 (Wein, Öl), 149,29 1 (Bier, Sole) oder 201,60 1 (Salz Lüneburg) finden sich in diesem Raster wieder — eine Heringstonne z.B. gleich fünf Rostocker Hopfenscheffel. Die Aufzählung ließe sich erheblich erweitern und zu den deutschen, englischen oder skandinavischen Maß­überlieferungen ohne Schwierigkeit in präzise Beziehung setzen. Man beachte in unserem Zusammenhang besonders, daß beispielsweise die Tonnen Öl, Salz oder Hering bei einem spezifischen oder Schüttgewicht der Waren von etwa 0,9 g/ccm, 0,675 g/ccm oder 1,2 g/ccm 29 auf die erwähnten Schiffpfundgewichte von ca. 130 kg und 136 kg sowie auf ein weiteres von etwa 21 Liespfund oder 143 kg führen. Zwischen Tonnenvolumen, Tonnengewicht und der sich im Begriff des Schiff­pfundes andeutenden Beziehung zur Schiffahrt verbirgt sich offensichtlich ein wech­selseitiges Verhältnis. Unsere Überlegungen gingen davon aus, daß das frühe Maßwe­ser nicht abstrakt war, sondern auf Realbindungen aufbaute. Die hier vorgestellten Ergebnisse führen zu der These, daß nicht nur zwischen bestimmten Waren und ihren Handelsgewichts- und Verpackungseinheiten eine grundsätzliche und konstante Ver­bindung bestand, sondern daß bereits die primäre Wahl eines Volumens als Ver­packung für eine bestimmte Ware der Beliebigkeit entzogen war. Es spricht Vieles dafür, daß diese Wahl auf einer Gesetzmäßigkeit beruhte, die durch die physikali­schen Grundlagen der Schiffahrt bzw. der Befrachtung von Booten vorgegeben war. Jedenfalls ist das für unsere Beispiele anzunehmen — für die Landfracht und die Zugkraft bzw. Traglast von Tier oder Mensch mag sich Vergleichbares ableiten lassen.

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