Tanulmányok Budapest Múltjából 29. (2001)

A BUDAI KIRÁLYI PALOTA MŰVÉSZETI, KULTURÁLIS SZEREPE - Barta-Fliedl, Ilsebill: Die Geschichte des Kaiserlichen Hofmobiliendepots in Wien : von den Hofdiensten zu den Museen des Mobiliendepots 377-380

ILSEBILL BARTA-FLIEDL DIE GESCHICHTE DES KAISERLICHEN HOFMOBILIENDEPOTS IN WIEN VON DEN HOFDIENSTEN ZU DEN MUSEEN DES MOBILIENDEPOTS Das Kaiserliche Hofmobiliendepot, zu dem auch die Hofsilber- und Tafelkammer in der Wiener Hofburg gehört, weist in der nationalen und internationalen Museumslandschaft und in seiner Struktur eine einma­lige Position auf, die von den Sammlungsstrukturen gängiger Kunstgewerbemuseen abweicht. Ich möchte hier versuchen, den museologischen Standort von der Geschichte des Depots her zu definieren. Zur Geschichte Das Amt des Hofmobilieninspektorats war 1748 von Kaiserin Maria Theresia nach französischem Vorbild des „garde meuble" eingerichtet worden und hatte die Aufgabe, Herstellung, Transport, Restaurierung und Lagerung des Mobiliars zu organisieren und zu überwachen. Anfang des 19. Jahrhunderts, unter Kaiser Franz L, hatte dieser Hofdienst unter dem Obersthofineisteramt zusätzlich fur die Neu-Ausstattung der Räume aller kaiserlichen Schlösser zu sorgen, da es nicht mehr ökonomisch war, alle Möbel auf die Hofreisen mit­zunehmen. Mit der Bürokratisierung des Hofes im 18. Jahrhundert hatte das Hofinobilieninspektorat auch für die Ausstattung der Hofparteien (Beamte) zu sorgen, die mit der Differenzierung und Vergrößerung des Beamtenapparates im 19. Jahrhundert nicht mehr nur in der Hofburg Quartier nahmen, sondern auch in die umliegenden Palais ausgelagert wurden. Festgelegte Qualitätskategorien der Möbel je nach Stand und Hierar­chie des Dienstranges hatten eine differenzierte Möbelproduktion zur Folge. Bezahlt wurde die Einrichtung der kaiserlichen Familie immer aus dem staatlichen Etat, die Sammlungen, zu denen auch Porzellan und Silber gehörten, waren also nie habsburgisches Privatvermögen. Kaiser Franz Josef I. löste 1849 das Hofinobilieninspektorat auf und teilte die Agenden und Aufgaben auf die einzelnen Burg- und Schloßhauptmannschaften auf. 1901 zentralisierte Kaiser Franz Josef in einem Depotneubau die Aufbewahrung der Möbel und die Restaurierungswerkstätten für Tischler, Tapezierer und Schlosser wieder in dem noch heute bestehenden Mobiliendepot auf der Mariahilferstraße zwischen Hofburg und Schönbrunn, in dem ursprünglich auch der Kutschenbestand untergebracht werden sollte. Als 1918 der österreichische Kaiser abdanken mußte, war der größte Dienstleistungsbetrieb der Monar­chie, der kaiserliche Haushalt, mit ungefähr 5000 Bediensteten ohne Auftraggeber; und es war fraglich, ob und wie die neugegründete Österreichische Republik von den ehemaligen Hofdienststellen und Offizien Gebrauch machen wollte. Dem aufgelösten Obersthofineisteramt hatten das Hofmobiliendepot, die Hofsil­ber- und Tafelkammer, die Hofküche, der Zehrgaden (Gemüse- und Gewürzgarten), die Hofzuckerbäckerei, der Hofkeller, die Hofwäschekammer und die Lichtkammer unterstanden. Alle materiellen Güter dieser Hofdienste wurden unter dem neu bezeichneten staatlichen Bundesmobiliendepot zusammengefaßt und sollten zu Gunsten der Staatsschulden verkauft werden. (Eine jetzt gerade wieder aktuelle Idee.) Doch dann wurde das gewaltige Erbe, das Inventar aller kaiserlichen Schlösser und Ämter, in das Depot verfrachtet, neu inventarisiert und das Mobiliar an die neugegründeten Staatsämter, Ministerien und Bot­schaften zur staatlichen Repräsentation aufgeteilt. Ein Teil der Einrichtungsgegenstände wurde zur musea­377

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