Tanulmányok Budapest Múltjából 22. (1988)
ÜZEMTÖRTÉNETI TANULMÁNYOK– BETRIEBSGESCHICHTLICHE STUDIEN - Sárközi Zoltán - Szilágyi Gábor - Gáspár Ferenc: A Fegyvergyár története, 1891-1948 = Geschichte der Waffenfabrik, 1891-1948 375-471
Das Unternehmen geriet in 1895 in den Interessenbereich der Magyar Általános Hitelbank (Ungarische Allgemeine Kreditbank), ihr Grundkapital wurde in 1897 auf 2,7 Millionen Gulden (5,4 Millionen Kronen) erhöht. In den ersten Jahren repräsentierten ihre für militärische Zwecke erzeugten Produkte die Repetier pistol en, Karabiner und Bajonette, von 1899 an begann die Produktion von Feldhaubitzen und Kanonen Zubehören. Von den für zivile Zwecke dienenden Erzeugnissen der gleichen Periode wollen wir die verschiedenen Werkzeugmaschinen und Werkzeuge, sowie die Diesel-Motoren hervorheben. Von 1904 an vervielfachte sich — im Zeichen der Vorbereitung auf den reifenden bewaffneten Konflikt — die Produktion. Namentlich nach Ausbruch des ersten Balkankrieges (1912) beschleunigte sich das Tempo der Waffenfabrikation, die Belegschaft in der Höhe von 1380 Arbeitern im Jahr 1913 steigerte sich bis 1917 schon auf 4500 Kopf. Die Erzeugung für den zivilen Verbrauch fiel markant zurück. In den ersten Jahren nach Beendigung des Ersten Weltkriegs geriet die Waffen- und Maschinenfabrik in eine schwierige Lage. Namentlich der Ausfall von Kriegsaufträgen zwang das Unternehmen dazu, den unheilvollen Rückfall des Umsatzes durch Forcierung der Produktion für zivile Zwecke ausgleichen zu versuchen. Der Umstand, daß das Kriegsärar in den Hintergrund gedrängt wurde, bedeutete natürlich nicht, daß es seine Aufträge völlig einstellte. Schon seit 1925 spielten die militärischen Lieferungen wieder die führende Rolle, doch durfte man das nicht eingestehen: man war gezwungen die günstige Beschäftigung mit der Nachfrage nach zivilen Erzeugnissen zu erklären. Die im Jahr 1929 ausgebrochene Wirtschaftskrise belastete das Unternehmen schwer. Ähnlich dem Rückfall des zivilen Umsatzes verringerten sich die militärischen Aufträge gewaltig: infolge des Verfalls der Märkte geriet die Waffenfabrik im Jahr 1934 auf einen Tiefpunkt wie nie zuvor. In eine ähnliche Lage geriet auch das andere Unternehmender Ungarischen Allgemeinen Kreditbank, die 1886 gegründete Magyar Fém-és Lámpaárugyár Rt. (Ungarische Metall- und Lampenwarenfabrik AG). Als Ergebnis der Monate lang dauernden Verhandlungen zwischen dem militärischen Ärar, der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank und der beiden interessierten Unternehmen verschmolzen die Waffenfabrik mit der Lampenfabrik: am 15. November 1935 kam das neue Unternehmen mit der Firmenbezeichnung Fémáru-, Fegyver- és Gépgyár Rt. (Metallwaren-, Waffen- und Maschinenfabrik AG) zustande. Die neue Firma betrachtete hauptsächlich die Erfüllung des Artilleriemunitionsprogramms und die Errichtung eines Metallwalzwerkes für ihre Aufgabe. Die erforderliche Umorganisierung und Übersiedlung der Betriebe wurde in den Jahren 1936—1937 beendet. Schon in der bis 1937 verflossenen Zeit war es eindeutig, daß wichtigste Produktionsprofil die militärischen Artikel bilden. Dessenungeachtet erfreuten sich auch die für den zivilen Verbrauch erzeugten Produkte einer bedeutenden Nachfrage: von diesen spielten auf den außerordentlich ausgedehnten, sich mit Ausnahme von Australien auf sämtliche Kontinente erstreckenden Exportmärkten in erster Linie die einzelnen Lampensorten, sowie Emailgeschirr und Emailwannen die Hauptrolle. In der gleichen Periode begegnen wir in der Waffenfabrik einer wesentlich intensiveren Arbeiterbewegung als in der Lampenfabrik. Das ist auch verständlich, war doch im 469