Tanulmányok Budapest Múltjából 22. (1988)

ÜZEMTÖRTÉNETI TANULMÁNYOK– BETRIEBSGESCHICHTLICHE STUDIEN - Sárközi Zoltán - Szilágyi Gábor - Gáspár Ferenc: A Fegyvergyár története, 1891-1948 = Geschichte der Waffenfabrik, 1891-1948 375-471

Betrieb in der Soroksári út der Anteil der gelernten, fachgebildeten und organisierten Ar­beiter viel größer als in der Lampenfabrik in Kőbánya. Nach der Fusion verminderte sich — infolge der Erhöhung des Anteils der den rechtsgerichteten Arbeiterorganisationen an­gehörenden Arbeiter, der Einführung der Militärverwaltung, sowie der im Verhältnis zur Krise verbessernden Arbeitsbedingungen und der sozialen Zuwendungen - in beiden Bet­rieben die Heftigkeit der Arbeiteraktionen. Die im Jahr 1938 unumwunden einsetzende Aufrüstung („Györer Programm") gab der industriellen Produktion einen neuerlichen Anstoß, zwecks Befriedigung der Ans­prüche des militärischen Ärars kam es zu gewaltigen Investitionen. Während 1938 vom Gesamtumsatz der Metall waren-, Waffen- und Maschinenfabrik ca. 55 % auf die militä­rischen Produkte entfielen, betrug dieses Verhältnis im Jahr 1943 bereits über 90 %. Zu den gleichen Zeitpunkten wurden im Durchschnitt 4096, beziehungsweise 6167 Ar­beiter beschäftigt. Es gab aber auch Übergangsperioden, einzelne Monate, da nahezu 10 000 Arbeiter im Unternehmen — das in jenen Jahren einer der größten Betriebe des Landes war — beschäftigt wurden. Auf dem von der Magyar Pamutipar Rt (Ungarische Baumwollindustrie AG) im Jahr 1942 erworbenen Fabriksgelände in Pestszentlörinc errichtete die Metallwaren-, Waffen- und Maschinenfabrik einen Flugzeug-Zellwerk­betrieb, wo im Rahmen des „Messerschmitt-Programms" auf deutschen Auftrag die Montage von Flugzeugen des Typs Ju 52 erfolgte. Der Betrieb nannte sich Pestszent­lőrinci Ipartelepek Rt (Pestszentlörincer Industrieanlage AG). Von der zweiten Hälfte des Jahres 1943 an gestaltete sich die Arbeitskräfte- und Rohstoffversorgung kritisch. Die Lage wurde dadurch noch schwieriger, daß im Früh­jahr 1944 die Fliegerangriffe begannen. Der Bombenangrif vom 2. Juli vernichtete die Waffenerzeugungsabteilung in der Soroksári út völlig, etwa 2000 Werkmaschinen wurden unbrauchbar. Diesen Schlag vermochte das Unternehmen nicht mehr zu überwinden. Wegen der zunehmenden Gefahr wurde die Fabrik von der Soroksári út teils nach Pápa, teils nach Mosonmagyaróvár verlegt. Aus diesen Städten wurden Anfang 1945 eine Unmenge von Rohstoffen, fertigen und halbfertigen Erzeugnissen, sowie ca. 1200 Werk­maschinen nach Österreich, beziehungsweise Deutschland verschleppt. Die befreite Hauptstadt erhielt als Erbe ein fast gänzlich zerstörtes Unternehmen: 69 % ihres Vermögens ging zugrunde. Die Anlage in der Soroksári út war am schwersten geschädigt, sie verlor ca. 80 % ihrer früheren Produktionskapazität. Unter der Leitung der sowjetischen Militärkommandanten trachtete man vorerst in den drei Fabriksanlagen (Soroksári út, Kőbánya und Törökbálint) die Kriegsschäden zu beheben, sodann wurden Frontarbeiten für die Rote Armee geleistet. Von den Sommer­monaten an begannen stufenweise die Wiedergutmachungsarbeiten, sowie die zivile Produktion. Der Übergang zur Friedensproduktion erforderte jedoch große Kraftanstrengungen. Infoige des einseitig auf die Kriegsproduktion eingestellten Profils verursachten die Vor­bereitung und Organisierung der Erzeugung neuer Produkte, die Umstellung der Produk­tion außerordentlich große Sorgen. Infolge der Gestaltung der politischen Lage über­nahm die Ungarische Allgemeine Kreditbank weder die Finanzierung der Wiederherstel­lung noch die der Ausgestaltung eines neuen Produktionsprofils. Die opfermütige Arbeit 470

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