Tanulmányok Budapes Múltjából 11. (1956)
Mályuszné Császár Edit, Kelemen László színháza
2. pos. 48.) Az Endrődy-idézetek : i. m. I. köt. VI. 1. ; uő., Az embernek boldogsága. Trattner, Pest, 1806, II. köt. 186—187. ; és Perényi utóbb i. m. 14. 113 Kazinczy Ferenc levelezése II. köt. 626. 114 2. sz. Áll. Ltár. Nemzeti Színházi Iratok. 115 Losontzi István lelkész Ráday I. Gedeonhoz, Nagykőrös, 1765. febr. 9. (Ráday-ltár, Ráday I. Gedeon levelezése, A. IV. 1—10.) Edit M.-Császár DAS THEATER VON LADISLAUS KELEMEN Will sich der Historiker heutzutage mit der Geschichte des Theaters beschäftigen, so muss er sein Augenmerk neben den vorgeführten Theaterstücken und den Schauspielerpersönlichkeiten in erster Linie auf die zwischen dem Theater und seinem Publikum bestehende Verbindung richten. Der wichtigste Gegenstand unserer Untersuchung ist der Abdruck des Theaterbildes in der Gesellschaft, der "Einfluss des Publikums auf sein Theater und seine Ansprüche hinsichtlich des Programmes und der Künstlerpersönlichkeit. All dies wird erst durch volle Erschliessung des archivarischen Materials ins rechte Licht gerückt werden. Ladislaus Kelemen und seine künstlerischen Genossen lebten in der Zeit, die wir heute nach ihrer charakteristischen Erscheinung als »Auflösung des Feudalismus« bezeichnen. In Westeuropa kämpfte der emporstrebende Bürgerstand stets selbsbewusster für den Triumph des Naturrechtes und in den siebziger Jahren gewann diese unaufhaltbare Entwicklung mit dem Gedankenschatz der Aufklärung auch in Ungarn an Bedeutung, allerdings in einer eigenen adeligen Verfärbung. Bessenyei dringt auf die Entwicklung der ungarischen Sprache, da die Bildung des Volkes nur in der Muttersprache erfolgreich vor sich gehen kann, die neuen Ideen können ihm nur auf Ungarisch vermittelt werden. Der Wortschatz der Sprache muss bereichert werden, damit sie der Ideenwelt der Enzyklopädisten Ausdruck verleihen könne ; eines der wichtigsten Mittel der Sprachenentwicklung aber ist das Theater. Ein nationales Theater erweist sich also unbedingt notwendig. Dies und alles was wir im folgenden im Zusammenhang mit dem Theater sagen werden, bezieht sich nur auf den Adel und das Bürgertum. Bürgerlichen revolutionären Ideen begegnen wir im weiteren Verlauf, doch tritt der plebeische Revolutionär im Leben des Theaters nicht auf. Im Ungarn des 18. Jahrhunderts ging der Leibeigene nicht ins Theater, er las nicht und kannte keine Art von Luxus, der mit der Freiheit des Geistes verbunden gewesen wäre ; für ihn gab es nur Leiden und Steuerzahlen. Regen Anteil an der Gestaltung des Theaterwesens nahm aber ein Teil des Adels, nicht bloss aus einfachem Interesse, sondern auch von Amts wegen : als Funktionäre der königlichen Regierungsbehörden — im vorUegenden Falle des Statthaltereirates — und der Komitate. Frühere Forscher, die sich mit der Geschichte des Theaters befassten, schrieben dieser Adelschicht, welche öffentliche Ämter bekleidete, einander gegensätzliche Rollen zu. Nach ihrer Meinung wurde die Sache der ungarischen Schauspielkunst von den Regierungsbehörden gehindert und von den Komitaten gefördert. Diese Einstellung ist aber nicht stichhaltig. Dicasterien und Komitate wählten ihre Beamten aus ein und demselben Menschenmaterial, nämlich aus den Reihen des ungarischen Adels. Diese studierten in ihrer Jugend an denselben Hochschulen, lasen dieselbe Literatur, ob sie auch später von Regierungsbehörden oder von den Komitaten angestellt wurden. In gewisser Beziehung muss das Dicasterium unbedingt als liberaler bezeichnet werden, nicht nur deshalb, weil es schon infolge des Zeitpunktes seiner Entstehung notwendigerweise fortgeschrittenere sozialpolitische Anschauungen vertrat als die feudalen Komitate, sondern auch weil es derart aufgebaut war, dass ein paar 13* 195