Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

8. Das religiöse Leben Aquincums im Spiegel der jüngeren Forschungen - 8.3. Ägyptische und orientalische Götter und Kulte (Judit Topái)

Abb. 3. Kopf des Harpocrates­Horus aus türkizblauer Fayence von denen eine 1931 in der Zivilstadt (L. NAGY 1935/2, 25) 21 und eine andere in der Palaestra der großen Therme der Militärstadt (KABA 1991, 56, Abb. 93-94) 22 zum Vorschein kamen. (Abb. 4.) Synkretistische Bindung an einen ägyptischen Kult zeigt auch das im nördlichen Teil der Militärstadt (Vihar u. 13, Nordwestviertel des Legionslagers) gefundene Kalksteinrelief, 23 auf dem die Gestalten Isis—Herecura - Serapis-Dis­pater dargestellt sind (KUZSINSZKY 1897, 106, Abb. 3; KUZSINSZKY 1934, 107, 52; L. NAGY 1935/2, 26, Abb. 19). Ein anderes, kleineres Relief mit einer Abbildung des Götterpaares (CIL III 14343), das M. P. Silvanus zu Ehren der Isis =Proserpina - Serapis = Pluto gestiftet hatte (KUZSINSZKY 1934, 96, Abb. 43; L. NAGY 1935/2, 26, Abb. 20), kam im Westteil der Zivil­stadt (Aranyhegy) ans Licht. 24 Der 1959 in der Retentura des Legionslagers (Szél u.) geborgene Eckstein 25 mit Isis Pharia- Darstellung gehörte wie die obige Votivtafel (aus der Vihar u.) zur Deko­ration desselben Gebäudes, nämlich des Iseums von Aquincum (PÓCZY 1991/3, 247, Abb. 12, mit Rekonstruktionsversuch) . 21 Aq. Mus. Inv. Nr. 51633 = alte Nr. 463, als Teil einer Porticus aus dem 2. Jh: KUZSINSZKY 1937, 74, Abb. 4. 22 Lapid. Aq. Inv. Nr. 81.8.15. 23 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.11.140 = alte Nr. 126. 24 Lapid. Aq. alte Nr. 713 = 64.10.11 = 64.11.166. 25 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.10.187 = 64.11.13. Abb. 4. Kapitell in Form des Jupiter Ammon aus dem großen Bad des Legionslagers Auf Grund von Dedikationen zu erwähnen sind hier noch ein vom tribunus laticlavius der legio FV Flavia, M. Caec. Rufinus Marianus, Ende des 2. bis Anfang des 3. Jahrhunderts dem Jupiter Ammon geweihter Altar (CIL III 3463=RD 31; L. NAGY 1942/1, 664; FITZ 1993-1995, 670) sowie der von dem Statthalter Q. Caec. Rufinus Crepereianus zwischen 203 und 209 zu Ehren der Iuno caelestis (karthagische Tanit) gestiftete Altar (CIL III 10407, 10415; T. NAGY 1942, 409; ALFÖLDY 1961, 110; FITZ 1993-1995, 528—529). 26 Die beiden Verwandten hatten hier in Aquincum offensichtlich etwa zur selben Zeit und gleichermaßen den ägyptischen Göttern gehuldigt. Da die Anhänger ägyptischer Kulte in erster Linie Zivilpersonen waren, seien an dieser Stel­le auch noch zwei nachweislich aus Nordafrika stammende Bürger von Aquincum genannt. C. lui. Filetio war nach der auf seinem Sarkophag (CIL III 3583) ein medicus, d.h. also Arzt domo Africa, und Arpocras, der Mithraspriester (CIL III 3479), kam aus Alexandria nach Aquincum (DOBRO­VITS 1943, 49.). Vielleicht ist die Annahme nicht 26 Lapid. Aq. Inv. Nr. 63.10.121.

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