Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.3. Musikdenkmäler aus Aquincum (Judit Topái)

massiv gegossenen, mit einem angelöteten Klöppel versehenen Exemplaren größerer Abmessung (Dm.: 3,5-5,0 cm), die man eher als Glöckchen denn als Schelle bezeichnen könnte. 12 Von diesen Fund­stücken kennen wir auf Grund des eingravierten Namens auch den Hersteller: [ SE ] CVNDVS (BURGER 1955). Diese Glöckchen wurden ver­mutlich bei Kultritualen ebenso verwendet wie als Ergänzung der musikalischen Untermalung profa­ner Zusammenkünfte. Darstellungen von Instrumenten Hierunter verstehen wir in erster Linie die beim Heer gebräuchlichen Instrumente - man findet sie am häufigsten an Grabdenkmälern, die Militärmu­sikern gewidmet sind. Das berühmteste darunter ist die Stele des Aur(elius) Bitus, Hornist (cornicen) der legio II Adiutrix (CIL III 15159), 13 an der der Steinmetz den im Kampf vermißten Mann in vollem Kriegsschmuck und mit dem rechts geschul­terten Horn abgebildet hat. Auf ähnliche Weise, mit dem Horn über der Schulter, kommt die Gestalt des Aurelius Bitus am Sarkophag seines kleinen Sohnes vor (CIL III 15160), 14 der in Militäruni­form dargestellt wurde. Ein Horn (comu) trägt auch Ae(lius) Quintus auf der Schulter, der seiner Grabinschrift 15 zufolge aus Dunabogdány (Cirpi) stammte (KUZSINSZKY 1934, 193, Nr. 313, Abb. 141). Ein wesentlich friedfertigeres Thema hat das - ursprünglich Teil einer aedicula bildende - Kalksteinrelief zum Gegenstand, auf dem eine unbekleidet tanzende Bacchantin abgebildet ist, die den Takt dazu mit einem crotalum in ihrer Hand schlägt (KUZSINSZKY 1934, 181, Nr. 179). 16 Im Palast des Statthalters (Hadrian) auf der Schiffswerft-Insel kam der aus Kalkstein gearbei­12 Aq. Mus. Inv. Nr. 32828, 40228, 40253, 50708, 52326, 54095, 60126. 13 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.10.7; B. Kuzsinszky, Újabb kóem­lékek az Aquincumi Múzeumban [Neuere Steindenkmäler im Aquincum-Museum]. BudRég 7 (1900) 5-66, Nr. 24. 14 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64. 10.31., KUZSINSZKY, op. cit. 36-38. 15 Lapid. Aq. íny. Nr. 63.10.137. 16 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.11.160., s. weiter Aq. Mus. Inv. Nr. 18066 mit Tambourin? tete, fast einen Meter hohe Krater 17 zum Vor­schein, an dessen Seite eine Teilnehmerin an dem dargestellten Thiasos, eine nach rechts schreitende Maenade in weitem Gewand, auf einer Doppelflö­te (aulos) spielt. Der untere Teil des Instruments ist eine nach oben gebogene sog. tibia curva. ls Die bei germanischen Stämmen verbreiteten S-förmigen, hornartigen Blasinstrumente (lurum) sind als Teil der Kriegsbeute 19 an einer den Tri­umphzug des Mark Aurel darstellenden irdenen Kuchenform (crustulum) 20 aus Aquincum zu sehen (KUZSINSZKY 1932, 226-229, Abb. 237; FACSÁDY 1993, Abb. 14). Nach Meinung der Verfasserin könnte es sich bei dem Kaiser auch um Lucius Verus handeln. Im Material der Töpfersiedlung der Zivilstadt befindet sich ein irdenes Stempelmuster, 21 das eine links sitzende, mit einer Tunika bekleidete Männergestalt zeigt (KUZSINSZKY 1932, 213­214, Abb. 223). Der Mann spielt gleichfalls auf einer Doppelflöte (aulos), aber hier ist die untere Flöte gerade und die obere nach oben gebogen (tibia curva). Von den Positiven, die mit den negativen Stempelmustern angefertigt wurden, ist aus Aquincum bislang leider kein einziges bekannt. In einem Brunnen dieser Handwerkersiedlung kam eine CERIALIS-Schüssel der Form Drag. 37 zum Vorschein, auf der der sitzende, seine Laute schlagende Apollo gleich zweimal abgebildet ist (KUZSINSZKY 1932, 89-91, Abb. 77-78). Einige ähnlich ausgeführte Darstellungen sind an Wandfragmenten des Typs Drag 37 sehen, 22 wo der untere Teil der Figur zuweilen leider fehlt. Weitaus häufiger und in mannigfaltigen Variationen findet sich in unserem Material der 17 Rekonstruktion: Aq. Mus. Inv. Nr. KS 94.30. 18 I. Paulovics, Dionysosi menet (thiasos) magyarországi római emlékeken II. [Dyonysischer Triumphzug (thiasos) an römischen Denkmälern in Ungarn II.]. ArchÉrt 49 (1936) 3-32. 19 I. Járdányi-Paulovics, Germán alakok pannóniai emlékeken [Germanendarstellungen auf pannonischen Denkmälern]. BudRég 14 (1945) 230. 20 Aq. Mus. Inv. Nr. 51595. 21 Aq. Mus. Inv. Nr. 51196. 22 Aq. Mus. Inv. Nr. 52061, 52077, 54867.

Next

/
Oldalképek
Tartalom