Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

5. Die neuen Ergebnisse der topographischen Forschungen - 5.5 Nutzung der zur Siedlung gehörenden Gebiete - 5.5.3. Territorium des Municipiums - Villen und Dörfer (Paula Zsidi)

5.5.3. TERRITORIUM DES MUNICIPIUMS - VILLEN UND DÖRFER Die Erforschung des Territoriums des Municipi­ums von Aquincum innerhalb der gegenwärtigen Stadtgrenzen von Budapest hat in den letzten drei Jahrzehnten weniger spektakuläre Ergebnisse vorzuweisen als beispielsweise die Forschungen im Gebiet der Zivilstadt oder der Militärlager. Der Grund dafür ist, daß das - auch heute als Vil­lengürtel eingestufte - Gebiet westlich des dicht bebauten, modernen Stadtgebiets bei Großinvestiti­onen im untersuchten Zeitraum umgangen wurde. Große, flächendeckende Ausgrabungen konnten wir nur sehr wenige durchführen. Diese wenigen aber haben mit zahlreichen neuen Fundorten bzw. Angaben über die Lage, den Charakter, die Sied­lungsgeschichte, Ausdehnung usw. der Aquincum umgebenden Siedlungen zu Vervollkommnung des Bildes beigetragen. Die frühere Forschung beschränkte sich in ers­ter Linie auf das Zusammenstellen der geborge­nen Funde. Im Mittelpunkt des Interesses standen einzelne Funde (Bestattungen, Gebäudereste), die man als isolierte Erscheinungen publizierte, ohne die Zusammenhänge zwischen den Funden auf­zudecken. Das spiegelt sich auch in den Zusam­menfassungen über Aquincum des vorangehenden Zeitraums wider, welche die archäologischen Denkmäler der Siedlungen in der Umgebung der Stadt kaum berührten (L. NAGY 1942/1, 378; SZILÁGYI 1968, 90, 95-97). Selbst die letzte größere Publikation über Aquincum erwähnt die Villen ohne Zusammenhänge bzw. Interpretation lediglich andeutungsweise (T. NAGY 1973, 113, 115, 118-119, 155.), obgleich die die Herausbil­dung und Entwicklung der Villengüter (Gutshöfe bzw. Meierhöfe) von Aquincum zusammenfassen­den, bis heute grundlegenden Werke zum Zeit­punkt des Entstehens letztgenannter Arbeit bereits verfügbar waren. Géza Alföldy analysierte die im Umkreis der Stadt gefundenen Schriftdenkmäler und zog auf diesem Wege Rückschlüsse hinsicht­lich der Lage und Größe sowie der Eigentümer und Pächter der Gutshöfe in der Umgebung Aquincums (ALFÖLDY 1959/2). In Verbindung mit der Veröffentlichung der Villa in Békásme­gyer gelangte Klára Póczy durch Untersuchung der dem Themenkreis zuzuordnenden archäolo­gischen und Baudenkmäler unter verschiedenen Aspekten zu neue Erkenntnisse im Hinblick auf die Bau- und Siedlungsgeschichte der Villen sowie die dort ausgeübte Wirtschaftstätigkeit (POCZY 1971). Auch die in letzter Zeit erschienenen Zusammenfassungen, die sich mit den Villen bzw. Villengütern von Aquincum beschäftigen, basieren zum Teil auf den beiden oben erwähnten Studi­en, natürlich ergänzt mit den seither gewonnenen archäologischen Angaben (PÓCZY-ZSIDI 1986, ZSIDI 1991, ZSIDI 1994/2). Die größeren, ganz Pannonién erfassenden Publikationen gehen eben­falls auf die Villen in der Umgebung Aquincums ein. Sie behandeln die Villen und Villengüter von Aquincum im Zusammenhang mit der Entwick­lung der pannonischen Siedlungsordnung bzw. des Wirtschafts- und Gütersystems (BÍRÓ 1974, LÁNYI 1990/2, VISY 1994). Die archäologische Forschung der Siedlungs­struktur des zum Municipium von Aquincum 1 Vgl. FITZ 1971, 47; MÓCSY 1973, 382; VISY 1994, 429; SOPRONI 1994, 314, Abb. 4. Die Ausdehnung des Territo­riums dürfte - nach gegenwärtigem Forschungsstand - das von der nördlichen Provinzgrenze, dem Balaton (Plattensee) bzw. der Straße Aquincum-Gorsium—Poetovio eingeschlos­sene Gebiet bedeutet haben.

Next

/
Oldalképek
Tartalom