Budapest Régiségei 40. (2007)
TANULMÁNYOK - Irásné Melis Katalin - Tóth Attila: A Budapest Margit-szigeti királyi udvarhely és a domonkos apácakolostor területén előkerült építészeti kőtöredékek katalógusa = Katalog der im Bereich des Königssitzes und dem Dominikanernonnenkloster auf der Margareteninsel von Budapest gefundenen architektonischen Steinfragmente 179
IRÁSNÉ MELIS KATALIN - TÓTH ATTILA KATALOG DER IM BEREICH DES KÖNIGSSITZES UND DEM DOMINIKANERNONNENKLOSTER AUF DER MARGARETENINSEL VON BUDAPEST GEFUNDENEN ARCHITEKTONISCHEN STEINFRAGMENTE KAPITEL I. Die Dominikanernonnen der Margareteninsel flohen aufgrund der Nachricht von der verlorenen Schlacht bei Mohács 1526. Auf die Bitte der Königin Maria hin kehrten sie zurück, aber das vor Buda (Ofen) verbliebene türkische Militär- und die Feldzüge, in denen die Heere von Johann Szapolyai und Ferdinand von Habsburg miteinander um das Königreich Ungarn und die Einnahme Budas kämpften, verursachten auch den Nonnen große Schwierigkeiten. Das Erscheinen und Lagern der ungarischen, österreichischen und türkischen Heere, die militärischen Ereignisse auf der Budaer und Pester Seite schlössen die Nonnen auf der Insel ein und schnitten das Kloster von den Budaer und Pester Märkten, ihren dortigen Häusern und Dörfern ab. Wegen der unsicheren Lage flohen sie 1529 nachNagyvárad (Großwardein), doch ist anzunehmen, daß das Kloster damals noch nicht unbewacht blieb. 1541 fiel Buda in türkische Hände, jedermann flüchtete von der Margareteninsel, und damals setzte der Verfall der mittelalterlichen Gebäude ein. Die österreichischen kaiserlichen Heere zogen im Herbst 1542 vor Buda auf, um seine Rückeroberung zu versuchen. Zuerst belagerten sie Pest, aber die Türken leisteten erfolgreich Widerstand, und das kaiserliche Heer zog ab. Für die Berichte über die Kriegsereignisse schuf Enea Vico eine Illustration (Abb, 1). Der Kupferstich von 1542 zeigt die Ostseite der Margareteninsel. Das kaiserliche Heer zog in den Königssitz und das Nonnenkloster ein. Auf die Burgmauer am Donauufer wurden Kanonen gestellt, die Soldaten benutzten die im Hafen des Königssitzes errichtete Schiffsbrücke. In der Zeit der Türkenbesetzung bauten die Türken nicht auf der Margareteninsel, sie nutzten sie als Mahdwiese und hielten Pferde auf ihr. 1686 besetzte das zur Befreiung Budas von den Türken anrückende Heer erneut die Insel, für das Heer Karls von Lothringen wurde im Königssitz und Nonnenkloster ein Militärspital eingerichtet. Im Raum 1 des Westschlosses wurde die Kapelle des Militärspitals eingerichtet, von der der aus mittelalterlichen Steinen errichtete Altar erhalten blieb (Abb. 2). In der Kirche und um sie herum haben wir Kenntnis von vier großen Soldatenmassengräbern. Noch am Anfang des 18. Jahrhunderts war das Krankenhaus auf der Insel unter Aufsicht des Pester Stadtrates in Betrieb, und als man es auflöste, wurden die als Krankensäle verwendeten Räume durch starkes Ausräuchern desinfiziert. Der Militärfriedhof auf der Insel geriet in Vergessenheit. Nach 1686 kam die Insel in den Besitz der Erben der Dominikanernonnen, der Klarissinnen, und am Ende des 18. Jahrhunderts erwarb sie die Habsburger Erzherzogsfamilie. 1799 wurde sie Privatbesitz Palatin Josephs, und dieser begann sogleich mit ihrer Umgestaltung zum Feriensitz des Palatins. Während der archäologischen Untersuchungen 1995-2004 wurde erkennbar, daß Palatin Joseph außerordentlich große Sorgfalt auf die vollständige Beseitigung der Überreste des königlichen Schlosses und des Nonnenklosters verwendet hatte. Zuerst ließ er in allen Gebäuden die Baudetails aus Kalkstein und Marmor entfernen, Tür- und Fensterrahmen, Schwellen, Treppenstufen sowie die Säulen, Wandpfeiler, Gesimse usw. aus behauenen Steinen (Abb. 3). An mehreren Stellen, vor allem an den Stützpfeilern, fehlten auch die Armierungsquader der Ecken. Danach wurden die niedrigeren Wände geschleift und die mehrstöckigen Gebäudereste gesprengt. Die stehenden Wände fielen nach außen um die Gebäude, und die Decken stürzten in die ebenerdigen Räume hinunter. Die Mauertrümmer wurden verteilt und mit Gartenerde bedeckt. In den Mauertrümmern fanden sich Münzen der Zeit 1800-1815. Nur die Kirchenruine wurde stehen gelassen, aber auch von ihr „wurden die Mauern tiefer abgetragen, weil die hohen Mauern den dort gepflanzten Nadelbäumen die Luft nahmen". Ferenc Kubinyi, der 1861 als erster die Kirchenreste beschrieb, notierte, daß im gesamten Kirchenbereich Hausteine verstreut seien. Von diesen blieben einige bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts erhalten und wurden auch fotografiert. Am Ende des 19. (?) Jahrhunderts hat Erzherzog Joseph von Habsburg zwischen die Mauern des Königsschlosses am Donauufer die neogotische LadislausKapelle erbauen lassen, und wegen des Baues der Krypta wurden auch die Ost- und Südwand des Chors der Klosterkirche großenteils abgerissen. 1945 gruben die Deutschen an der Ostseite der Insel Schützengräben und Kanonenunterstände, im Laufe der Kämpfe zerschossen die Russen von der Pester Seite aus die neogotische Kapelle. Die ersten archäologischen Untersuchungen fanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt. In Wirklichkeit bestand dies darin, daß vom Kloster gebiet die Trümmer der am Anfang des 19. 204