Budapest Régiségei 36. (2002) – In memoriam Rózsa Kalicz-Schreiber (1929-2001)

Novotná, Maria: Ein Bronzesatz aus dem mittleren Waagtalgebiet in der Slowakei = Bronzkészlet Szlovákiában a Vág középső folyásának vidékéről 327-339

MARIA NOVOTNÁ Gewichtsinhalt: 76 g, 76,2 g, 77,2 g, 77,6 g. Das nied­rigste (60,3 g) und höchste (81,0 g) Gewicht hat je ein Ring. In der zweiten Gruppe mit höherem Metall­inhalt hat ihr Gewicht die Spanne von 91,7 g bis 103,5 g. Auch in dieser Gruppe haben einige Stücke sehr nahe Gewichts wer te: 99,9 g, 100,5 g, 100,6 g, 100,8 g. Die weitere haben 111,1 g, 111,7 g und 113,5 g. Nur zwei Ringe gehören in die dritte Gruppe mit einem Gewicht von 125,4 g und 127 g. Die letzte vierte Grup­pe vertreten drei Ringe mit einem Gewicht von 137,0 g, 142,0 g und 143,4 g. Ausserhalb der abgegrenzten Gruppen stehen drei Ringe: der leichteste mit 32,9 g, der mittelschwere mit 53,8 g (der ersten Gruppe nah­estehend) und der schwerste mit 170,5 g. Die tordierte Ringe, bis auf eine Ausnahme (58,4 g) mit den Werten von 98,0 g, 101,3 g, 124,0 g und 130,0 g bewegen sich zwischen der zweiten und dritten Gewichtskategorie. Um über die Funktion der Ringe aus Púchov als Ge­wichtsformen und einen gewissen Gewichtssystem in kulturell abgegrenzter Region nachzudenken, wäre ein Vergleich mit anderen Funden aus dem lausitzer Gebiet notwendig. Als Ringgeld pflegt man kleinere geschlossene Rin­ge, die man auch in Púchov gefunden hatte, zu bezeich­nen. Auch sie finden mehrere Parallelen in den mäh­rischen Depoten der jüngeren bis späteren Urnenfel­derzeit. Bisher grösster Satz von 305 ungleich grossen Bronzeringen und zwei grösseren Ringen stammt aus dem Hortfund 2 aus Bilovice in Mähren. Die Ringe wurden in einem Lausitzer Tongef äss der schlesischen Stufe aufbewahrt. Der Fund wird ins Horizont Bosko­vice (Ha B2) datierte Dem Lausitzer Milieu eigen sind auch langlebige Spi­ralringe, die für Ringe oder eher Haarschmuck gehalten werden. Im Satz von Púchov kann als älter die mit Roset­tenspirale abgeschlossene Form bezeichnet werden. Für die Drahtindustrie des lausitzer Gebietes sind die Bril­lenanhänger charakteristisch. In der Slowakei stammen sie meistens aus zerstörten Gräbern. Ihr Zweck ist nicht bekannt. Sie konnten als Haarschmuck, Bestandteil eines Stirnbandes, Halsbandes, Gürtels dienen, bzw konnten direkt an Kleidung angenäht sein. 12 ganze und 9 unvol­lendete Brillenanhänger zusammen mit Spiralarmrin­gen, Buckelbesätzen und einem Blattanhänger bildeten den Inhalt des Depots aus Osádka. 21 Es ist möglich, dass es sich hier um eine Garnitur einer Zeremonialtracht handeln könnte. Die Rolle des Brillenanhängers in der Zeremonialtracht deutet eine Garnitur von Schmuck und Insignien aus Sliace an. 22 Zwei Drahtdiademe mit Sei­tenrosetten, ein Spiralarmring, ein Wendelring und Knöpfe haben zwei ungleich grossen Brillenanhänger begleitet. Die Beliebtheit der Brillenanhänger im Lausi­20 PODBORSKY 1970.1. c. 26. 21 BUDINSKY-KRICKA 1946. 31-13. 22 KÜRTI 1929. 33-35. tzer Milieu verrät auch ihre langjährige Benutzung. Sie verbargen in sich vielleicht die lang tradierte Symbolik, die manchmal mit dem Mann-Prinzip verbunden wur­de. 23 Ausdruckvolle Repräsentanten des Drahtschmu­ckes, beliebten ebenfalls im Umkreis der mitteldanubi­schen und Lausitzer Urnenfelderkultur, sind die Posa­menterie- und Brillenfibeln. Zwei Posamenteriefibeln aus Púchov gehören zum Typ A, der die am zahlreich­sten vertretene Art dieser Fibel in ihrem ganzen Verbrei­tungsgebiet darstellt. Anhand der Zahl der seitlichen Spiralscheibenpaare, der Grösse der Endspiralscheibe und ohne Achterschleife vor der Federspiralrolle ge­hören sie zu der Untervariante A3B. Fibeln dieser Vari­ante wurden in Depoten der mittleren und jüngeren Urnenfelderzeit (Ha A2 - Ha Bl) gefunden. Das Bedenken über eine mögliche frühere Datierung der Posamenteriefibeln aus Púchov ging aus der Form der BriUenfibeln, die angeblich zusammen gefunden wur­den, aus. 24 Auf der anderen Seite, eine jüngere Da­tierung unterstützen auch durch Grösse nahe Fibeln aus Bobrovec und Bobrovcek, die von mehreren Denk­mälern der mittleren Urnenfelderkultur begleitet wur­den. 25 Einteilige Brillenfibeln ohne Achterschleife in der Mitte aus Púchov sind aus rhomboidem Draht gefer­tigt. Eine von ihnen mit abgebrochener Nadel und Nadelhalter hat einige Windungen näher zur Roset­tenmitte an Kanten quergekerbt. Die restlichen zwei haben die äusseren Spiralen tordiert. Aus rhomboi­dem Draht gefertigte Fibeln mit engen quergekerbten Windungen stellen anhand der Funde aus Ivanovce in der Slowakei und einigen Funden aus Siebenbürgen und Banat die karpatenländische Form der Brillenfi­beln der Zeit der älteren Urnenfelderkultur, dar. Ge­kerbte äussere Windungen der grossen Endrosette und kleineren Seitenrosetten hat auch die Posamen­teriefibel mit Hängeschmuck und Vogelprotomen aus Medvedzie (Typ B). 26 Die Fibel ist mit entsprechenden Exemplaren von Opava-Katerinky zu vergleichen, die mit anderen Schmuckgegenständen einen in einem Tongef äss deponierten Hortfund bildeten. Aufgrund des Gefässes der Lausitzer-Kultur sind dortige Bron­zen, Fibeln inbegriffen, in die ältere Urnenfelderzeit datiert worden. Die Posamenteriefibeln dieser Art ­Typ B - sind auf den Lausitzer Kulturkreis in Nord­mähren, die angrenzenden Gebiete am Mittellauf der Waag und auf Orava beschränkt (eine Ausnahme ist nur der Fund aus Veiké Zernoseky - Porta Bohemica in Nordwestböhmen). 27 Die tordierten äussere Windun­^FURMÁNEKWSO. 10. 24 NOVOTNÁ 2001.40 ff. ^NOVOTNÁ, M., 1. c. Taf. 7,65, Taf. 9, 71. 72. 26- vgl. Anm. 24, 46 ff. Taf. 12,85. 27 Eine Ausnahme bildet der Fund aus Veiké Éernoseky - Porta Bohemica in Nordwestböhmen (KERN 1939-40. 58 ff.) 330

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