Budapest Régiségei 36. (2002) – In memoriam Rózsa Kalicz-Schreiber (1929-2001)

Novotná, Maria: Ein Bronzesatz aus dem mittleren Waagtalgebiet in der Slowakei = Bronzkészlet Szlovákiában a Vág középső folyásának vidékéről 327-339

EIN BRONZESATZ AUS DEM MITTLEREN WAAGTALGEBIET IN DER SLOWAKEI gen auf zwei Brillenfibeln aus Púchov sind ungewöhn­lich und selten. Die Drahtschmuckstücke werden von einer Doppel­spirale mit Mittelsteg ergänzt. Sie wird für einen kennzeichnenden Schmuck der im Osten Mitteleu­ropas beheimatet ist, gehalten. H. Steiner setzte die Überzahl der Funde in die Zeit ab der mittleren bis in die frühe Urnenfelderzeit, mit einer Verwendung bis in die Hallstattzeit. 28 Dabei berücksichte er auch die Funde aus der Slowakei. Zu Vertretern der älteren Periode nannte er das Depot aus Blazice, aus der jün­geren (Periode Ha Bl) die Dépote aus Domaniza und Púchov Zu den genannten Beispielen muss man hinzufügen, dass das ältere Exemplar aus Blazice mit den jüngeren nicht ganz identisch ist. Bei dem älteren ist die Windung der Mittelsteg lockerer und durch die Zahl der Gewinde und ihren Querschnitt mit der Spi­ralwindung „der Ringe" mit Endspiralen vergleichbar. Die grosse Endspiralen aus Blazice haben in der Mitte einen kleineren Buckel, der an Knopf an Rosetten Sal­gotarjáner Armringe erinnert. Die jüngere Doppelspi­ralen aus Púchov und Domaniza haben den Mittelsteg dicht und eng spiralförmig geschlungen und es fehlt ihnen der Mittelknopf an den Rosetten. Den Mittel­knopf hat die kuppelartig gewölbte Rosette aus Púchov, erhalten aus einem näher nicht spezifizierten Gegenstand. Die Kollektion der Schmuckstücke und Zierden aus Púchov schliesst ein grosser spirarför­miger Armring, an beiden Enden durch eine Spiral­rosette abgeschlossen. Von dem zweiten Armring sind nur zwei Bruchstücke ohne Endrosetten geblieben. Die Armringe dieser Art sind vor allem aus dem Kreis der Pilinyer-Kultur bekannt. A. Mozsolics ordnete sie zu den Typen des Horizontes Aranyos. 29 In die Wende der frühen und älteren Urnen­felderzeit kann aus Púchov auch die Mohnkopfnadel und ein Radanhänger mit zwei Lanzettanhäger legen. Wesentlich weniger vertreten im Satz aus Púchov sind die Arbeitswerkzeuge. Es handelt sich dabei um drei vollständige und ein Bruchstück einer Spitze von Griffzungensicheln und ein Tüllenbeil. Alle drei Griff­zungensicheln ermöglichen ihre Einreihung zum Typ Uioara 1, der in der Slowakei am meisten vertreten ist. Alle drei ganz erhaltene Griffzungensicheln haben dicht symmetrisch gekerbte Seitenrippen. Die mitt­lere unverzierte Rippe läuft frei am Zungengriff. Aussergewöhnlich ist die sägeförmige Bearbeitung eines Teils der Schneide an einem der Sicheln. Bei allen die nachträgliche mechanische Bearbeitung, Schärfung und Härtung hat wahrscheinlich die 28 STEINER 2001. 527-542. 29 MOZSOLICS 1985. Taf . 275. Änderung des Blattes, massig S-förmig gebeugten, verursacht. Die grösste Zahl der Sicheln vom Typ Uioara 1 auf ganzem Gebiet ihrer Verbreitung ist in der Zeit der älteren Urnenf elderkultur. Nur ausnahms­weise hat er sich in jüngeren Ganzheiten erhalten. Die sägeförmige Schneide ist allgemein selten - die späteren ethnographischen Parallelen erwähnen so ausgearbeitete Werkzeuge nicht für Mähen, sondern zur Abfeilen der Ähren. Vorteil beim Sammeln nur der Ähren sollten kleinere Verluste an Körnern sein. An Getreidesammeln in der Bronzezeit existieren heute zwei Ansichten. Die eine setzt voraus, dass nur die Ähren geschnitten wurden, die andere, neulich be­vorzugt, dass das Getreide am Boden gemäht wurde. Zur Verteidigung der zweiten Ansicht führen neuer­lich die archäologische Forschungen in Tschechien. Sie belegten Unkraut von kleinem Anwachsen. 30 Das Ge­treidesammeln an dünn gewachsenen armen Feldern wird bis heute in einigen Teilen Afrikas durch Her­ausreissen ausgeführt. 31 Wenn es harte Erde nicht möglich macht, wird sie mit Sicheln abgemäht. Ohne Rücksicht an die Weise des Getreidesammeins in der Bronzezeit ist die Sichel mit sägeartiger Schneide etwas aussergewöhnlich und selten. Die Sichel diente nicht nur für Ernte. Sie hatte eine breitere, universelle Funktion. Sie war ausserdem nutzbar für Behauen und „Sägen" von Ästen für Bedarf der Viehzucht, wo gute Verwendung auch Sichel mit sägeartiger Schnei­de finden konnte. Das Tüllenbeil mit dreieckigen Feldern, die vom Tül­lenrand bis zur Körpermitte reichen, ist ein Vertreter des langlebigen siebenbürgischen Typs. Ihre jüngste Erscheinung reicht in die mitteleuropäische mittlere bis jüngere Urnenfelderzeit. 32 Als Votivgerät lässt sich ein kleiner doppelarmiger Kommandoaxt bezeichnen. Auch durch eine unvoll­kommene Herstellung reiht er sich zu den Funden der frühen und älteren Urnenfelderzeit ein. Aus Gesagtem ist zu schliessen, dass die vorge­legten Bronzegegenstände aus verschiedenen Zeitpe­rioden stammen. Die ältesten sind in die frühe Urnen­felderzeit der Stufe BzD, die jüngsten in die jüngere Urnenfelderzeit der Stufe HaBl (event, sind sie noch jünger), einzureihen. Die Zeitspanne ist zu gross um alle Denkmäler als eine Gesamtheit bezeichnen zu können. Fast mit Sicherheit können als ein Depot die Arm- und Beinringe bezeichnet werden. Vielleicht ge­hörten zu diesem Satz auch kleine Ringe. Die gegen­seitige Beziehung aller anderen Bronzen kann wenig­stens bei einem Teil vermutet werden. 30 Vortrag von L. Snejtek am Symposium in Litomëf ice 2001 über die Urnenfelder- und Hallstattzeit in Böhmen, Mähren und der Slowakei 31 Für liebenswürdige Information danke ich Herrn Dr. Y Vokolek, CSc. 32RÍHOVSKÍ1992. 183. 331

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