Budapest Régiségei 34. (2001)
STUDIEN = TANULMÁNYOK - Sanader, Mirjana: Erste archäologische Ausgrabungen im Legionslager Tilurium 235-239
MIRJANA SAN ADER ERSTE ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN IM LEGIONSLAGER TILURIUM Die Römer begannen, nachdem sie den illyrischen Aufstand niedergeschlagen hatten (6.-9. Jhr.), mit der strategischen Befestigung ihrer Standorte. Zu diesem Zweck verteilten sie ihre Legionen und begannen mit dem Aufbau ständiger Lager für ihre Truppen. Sie erbauten zwei Lager, Tilurium auf Hyppus (Cetina) und Burnum auf Ticium (Krka); Orte an denen sich einst illyrische Siedlungen befunden hatten. Zur geschichtlichen und archäologischen Problematik des Lagers Tilurium, den Denkmälern, der Kommunikation und Topographie wurden viele Arbeiten verfaßt. 1 Auf der wissenschaftlichen Tagung, die 1980, in Sinj, zum Thema: "Das Cetinergebiet von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Ankunft der Türken", abgehalten wurde, führte man die. bis dahin bekannten archäologischen Kenntnisse über das Gebiet des Flusses Cetina zusammen. Marin Zaninovic hatte gerade bei dieser Versammlung die Entstehungsgeschichte des Militärlagers Tilurium, von der Zeit der illyrischen Siedlung bis zur begünstigten römischen Befestigung dargestellt. Ausserdem hatte er die Verlegung der Militäreinheiten über die Jahrhunderte untersucht und bestätigte die herausragende militärische Bedeutung Tiluriums in der Antike. 2 In dieser Studie, die auf der Grundlage schriftlicher Quellen und Begehung der Lokalität beruht, sammelte und analysierte Zaninovic alle bis dahin bekannten Erkenntnisse über das Lager und betonte die Notwendigkeit systematischer Ausgrabungs- und Forschungsarbeiten, die leider bislang fehlten. Gemäß dem Projekt des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie der Republik Kroatien, begann das archäologische Institut der philosophischen Fakultät Zagreb mit der systematischen Forschungsarbeit im Jahr 1997, d.h. ganze hundert Jahre nach der Zeit in der nahezu regelmäßig antike Gegenstände aus Gardun in die verschiedenen Museen gebracht wurden. Es handelte sich dabei meist um Geldstücke, aber auch Grabsteine der römischen Streitkräfte und andere Denkmäler waren darunter. Gleich zu Anfang der Forschungstätigkeit unternahm ich einige Vorbereitungsarbeiten. Auf der einen Seite war es notwendig, die bestehende Literatur durchzuarbeiten, die vorhandenen und verfügbaren Funde, die in unseren Museen ausgestellt waren zu sichten und Gespräche mit den Kollegen aus der Archäologie zu führen. Anderseits gehörten Gespräche, die ich mit Bewohnern von Gardun führte mit zu den unausweichlichen und wichtigen Vorbereitungen. Dabei interessierten mich mündliche Überlieferungen, die - wenn auch mit Phantasie angereichert - oft sachliche Hinweise auf Fundorte und in der Vergangenheit gefundene Stücke für unsere Forschungsarbeit enthielten. Danach konnte mit dem schrittweisen Begutachten der Streufunde im betreffenden Gebiet und der systematischen Begehung und Untersuchung begonnen werden. Dies geschah während des Jahres 1997 in einigen unterschiedlichen Jahresabschnitten. Gleichzeitig mußten mit dieser Art der Forschungsvorbereitungen auch Luftaufnahmen bzw. Fotografien der genannten archäologischen Lokalität besorgt werden. So habe ich die erste schwarz-weiß Aufnahme erhalten. Da die Fotografie jedoch schon vor zwanzig Jahren aufgenommen wurde, wäre es sehr wichtig, neuere Bildaufnahmen zu machen. Troztdem konnte dank der bestehenden Aufnahme das Gebiet abgegrenzt werden, das für unsere zukünftigen Forschungs- und Ausgrabungsarbeit von Bedeutung war und welches dann im Sommer 1997 von Fachleuten ausgemessen wurde. TOPOGRAPHISCHE LAGE Das römische Lager Tilurium befand sich auf der nordöstlichen Anhöhe, die sich über das rechte Ufer der Cetina erhebt. Das Gebiet des Lagers hatte die Gestalt eines ungleichmäßigen Rechtecks in dem der größte Teil des Dorfes Gardun untergebracht ist, das zur Stadt Trilj gehört. Es kann vermutet werden, daß die Fläche des Lagers ca. 20 ha. betrug und im Osten, wo die Kirche des hl. Petrus steht, mit 429 m ü. M. ihren höchsten Punkt erreicht. Von diesem dominanten strategischen Ort erstreckt sich der Blick auf den Fluß Cetina, die Übergänge über den Flußlauf und alle umliegenden Felder der Anhöhe. Natürlich konnten von diesem Ort aus auch die Verkehrswege kontrolliert werden, was sehr wichtig war, denn in Richtung Tilurium führte die Straßenverbindung aus Salona. Genau hier, an der Cetina, am Ort der heutigen Stadt Trilj, die in den antiken Landkarten als Pons Tiluri bezeichnet wird, gabelte sich die Straße in zwei Richtungen. Eine Seite führte zum einstigen Delminium, im Nordosten, und die andere setzte sich in südöstlicher Richtung nach Narona fort. Das Gebiet des Lagers erhebt sich stufenartig an der Stelle, an der sich der Ort Medine befindet, bis zur Höhe von 440 m ü. M., während sich das Terrain im Süden, in Richtung des Ortes Podvornica, auf 377 m ü. M. absenkt. Im Westen grenzt das Gebiet des heutigen Dorfes Gardun an das Territorium des Dorfes Vöjnic. Am Beginn des Tals von Vöjnic befinden sich heute Überreste der illyrischen Festung genannt Prizida. Die 235