Budapest Régiségei 34. (2001)
STUDIEN = TANULMÁNYOK - Sanader, Mirjana: Erste archäologische Ausgrabungen im Legionslager Tilurium 235-239
Festungsanlage versperrte den Zugang zur Anhöhe Podi und erstreckte sich vom Süden Cermemicas, d.h. vom Berg Bracice bis zur Kuppe von Krusica, einem Hügel, der sich östlich des Dorfes Bucani befindet. Solche Festungsanlagen spielten sicherlich eine große Rolle bei der Verteidigung des Übergangs zu illyrischen Siedlung, die sich einst auf dem Gebiet Tiluriums befanden. An dem Ort dieser strategisch hervorragend plazierten Siedlung, erbauten die Römer ein Militärlager, das zusammen mit dem Lager in Burnum bzw. Gracini (Bigeste) und einigen kleineren Kastellen, eine Art Limes bildete, der sich gegen den damals noch unsicheren inneren Teil der Provinz richtete und das Gebiet der kriegerischen Dalmaten abschnitt. DER HEUTIGE STAND DER DINGE UND DIE ZIELE DER FORSCHUNG Vom einstigen Militärlager ist nur wenig erhalten. Die einzigen archäologischen Überreste, nur teilweise erkennbar, sind Teile der einstigen Festungsanlage im nördlichen und westlichen Teil des Lagers, obschon Fortis in seiner Reisebeschreibung allgemein davon spricht, daß sich in der Umgebung Triljs römische Denkmäler befinden. 3 Erst 1899 schreibt R.E. Petermann, daß in Gardun noch immer Überreste einer dreifachen Mauer zu sehen seien: "... noch erhaltenen Resten seiner dreifachen Mauern."* Im CIL schreibt Mommsen: "In colle Gardun prope Trigl aetatis Romanae non exiguae ruinae extant..." (CIL III, S. 258). Die Autoren haben später weniger die architektonischen Überreste interessiert, umsomehr jedoch die geschichtliche Problematik des Lagers. Um die archäologischen Funde kümmerte sich erst A. Milosevic, der schreibt, daß "... nach den teilweise erhaltenen Festungsüberresten des Lagers zu schließen ist, das die Lagerform vermutlicherweise eine dreieckige Gestalt hatte, mit halbkreisförmigen Ausbuchtungen am südlichen Teil, im Bereich Ganovac. Ein Teil dieser Lagerbefestigung ist heutzutage nur von der westlichen und teilweise der nördlichen Seite gut erkennbar. Im Westen sind die Festungsanlagen bis zur Höhe einiger Meter erhalten, in denen einige kleine Öffnungen zu erkennen sind." 5 Obwohl Milosevic von der dreieckigen Form des Lagers spricht, so kann dennoch davon ausgegangen werden, daß die Forschungsarbeit, gerade in der Anfangsphase, dies nicht bestätigen kann, während die Beschreibungen der erkennbaren Festungsteile korrekt ist. Heute sieht man Überreste der unteren Unterstützungsmauer auf der westlichen und nördlichen Seite des Lagers (Abb. 1-2.). Von der Architektur des Lagers erwähnt Milosevic neben der Festung auch die "Überreste einer Cisterne mit massiven Pylonen die einst Dach gehalten haben sollten. " 6 (Abb. 3-4.) Noch im Frühling 1997 habe ich den westlichen Teil der Mauer dieser Bauten gesehen, der jedoch 1998 mit einer Betonmanuer zugegossen wurde, die der heutige Grundstückseigentümer zum Bau einer Garage errichtet hatte. Im Dorf Gardun wurden viele Häuser mit den Steinen erbaut, die in der Antike anderen Bauten gedient hatten. Darüberhinaus wurden in den neuen Häusern auch verschiedene Denkmäler eingebaut. Außer diesen, von uns zügig registrierten materiellen Überresten des römischen Lagers, die sich vor Ort befinden, haben viele ihren Platz in archäologischen Museen, aber auch in privaten Sammlungen gefunden. Genau diese, zuvor beschriebene Situation, war eine der wichtigsten Gründe, die mich zur archäologischen Forschungsarbeit in Gardun bewegt haben. Es mußten einige Forschungsziele erreicht werden, von denen mir bedeutend und wichtig erschienen: die endgültige Feststellung der Lage und der Parameter des einstigen römischen Legionslagers; die Festlegung der Chronologie und der Stratigraphie der Bauten. Außerdem war und ist von außerordentlicher Bedeutung, das Verschwinden des archäologischen Materials an diesem Ort zu verhindern, um damit bei künftigen Grabungsfunden den entsprechenden bedeutenden Kontext feststellen zu können. ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN Vor Beginn der Ausgrabungen erfolgte 1997 die schon genannte geodetische Aufnahme der Örtlichkeit. Damit wurden alle relevanten architektonischen und andere Daten fixiert und in den Computer eingegeben, der ein wesentlicher Bestandteil der technischen Ausrüstung bei der Forschungstätigkeit in Tilurium war. Die ersten archäologischen Ausgrabungen erfolgten während der Monate Juni und Juli 1998. Im Gebiet, auf dem die Überreste der Festung stehen, können wegen ungeklärter Eigentumsverhältnisse zur Zeit keine Forschungsarbeiten durchgeführt werden. Aus diesem Grund entschloß man sich, daß die Ausgrabungen an Orten beginnen, auf denen, aufgrund der Luftaufnahmen, Überreste architektonischer Bauten vermutet wurden. Diese Orte erschienen während der zahlreichen Begehungen des Terrains am meisten in Mitleidenschaft gezogen, nicht nur wegen der Witterungsverhältnisse, sondern auch durch Menschenhand. Bei diesen ersten Ausgrabungsarbeiten in Gardun, erforschten wir, im Zeitraum, vom 15. Juni bis 15. Juli 1998, Positionen, die mir vor der Begehung des Terrains am meisten in Mitleidenschaft gezogen erschienen. 7 Die Sondierungsgrabungen haben sofort Resultate erzielt, die in nachfolgenden Kampagnen auf jeden Fall vervollständigt werden müssen. Die erste Forschungskampagne verwies auf geordnete Schichtverteilungen und reiche Architektur, die die ganze Aufmerksamkeit der Fachleute erfordert. Wir sind davon überzeugt, daß die Forschungstätigkeit in Tilurium fortgesetzt werden muss. Denn hier wird ein beispielhafter Ort für besonders diejenigen sein, die sich für die illyrisch dalmatische und römischen Antike interessieren; vor allem im militärisch strategischen Aspekt. 236