Budapest Régiségei 34. (2001)
STUDIEN = TANULMÁNYOK - Ronke, Jutta: Eine Freiermord-Szene in Raetien? 223-234
6. Besser verfügbar und eher zugänglich, qualitativ jedoch äußerst unbefriedigend, befindet sich ein Abguß dieses Reliefs im Museum Kastell Boiotro in Passau, einem Zweigmuseum der Bayerischen Prähistorischen Staats Sammlung: H. Wolff, Führer durch das Lapidarium im Römermuseum ,Kastell Boiotro' (Römermuseum Kastell Boiotro III Passau) (München 1987) 31f. Nr. 52 Taf. 16 (dort noch als in der östlichen Kirche-Außenmauer befindlich beschrieben). 7. So Denkmäler in Bayern II. Niederbayern. Ensembles. Baudenkmäler. Archäologische Geländedenkmäler (München 1986) 334. 8. Moosbauer (hier Anm. 4) 304. 9. F. v. Mulzer, Ueber die römischen Befestigungswerke im Rücken der Castra Batava und Quintana. Verh. hist. Ver. Niederbayern 1, 1846, 55-64. Quasi als Résumée betrachtet werden kann die abschließende Folgerung ebd. 64, die diesen Darlegungen als Motto voransteht. 10. Kunstdenkmäler Bayern IV 10 (hier Anm. 4); an dieser Stelle findet sich die positivistische Deutung auf ,Zwei Aussätzige, die mit Wasser begossen werden und deren Hausrat exmittiert wird' - vielleicht ein Reflex seinerzeit aktueller neuester medizinischer Erkenntnisse und aus ihnen resultierender Seuchenschutzgesetzgebung bzw. - maßnahmen? - Hingewiesen sei hier auf die zu dieser Zeit virulente Diskussion um eine antike bzw. nachantike Entstehung: Es verdichtete sich die Ansicht, es handele sich um eine, vermutlich aus dem 15. Jh. stammende Nachbildung einer älteren Darstellung'(ebd. 270), nachdem zuvor kontatiert worden war, daß .Darstellung und Inhalt nicht mittelalterlich seien', sondern daß man Ende des 15./ Anf. des 16. Jh. ein römisches Denkmal kopiert habe (H. Karlinger in: Korr.bl. Dt. Ges. f. Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte 50, 1919, 19).- Eine Autopsie des Stückes erweist diese Diskussion als zeitgebunden und müßig. 11. Hier Anm. 4. Dies mag sich, sollte es eines solchen überhaupt bedürfen, als weiterer Beleg für die Wichtigkeit dieses dankenswerten Vorhabens anführen lassen - und dafür, daß auch und gerade in der heutigen Zeit die Arbeiten an umfassenden Corpora keinesfalls als abgeschlossen und überflüssig betrachtet werden dürfen. 12. Hier Anm. 4- Es bedarf keiner näheren Erklärung, daß das Relief aufgrund der anders gelagerten Zielrichtung der Untersuchung keine eingehendere kunsthistorische Behandlung findet. 13. Vgl. hierfür die Überschrift des einschlägigen CSIR-Eintrags (hier Anm. 4) 14. Leicht abweichende Maßangaben im CSIR (hier Anm. 4).- Aufgrund der Vermauerung des Steines läßt sich dessen Tiefe nicht beurteilen. Leider liegt auch keine Dokumentationen früherer, eventuell beim Umsetzen des Steines möglicher Beobachtungen vor.- Für hilfreiche Auskünfte und Unterstützung danke ich Pfarrer L. Limbrunner, Dietersburg, für die freundliche Aufnahme und für jedwede Hilfestellung bei der Autopsie der Mesnerfamilie F. Trettenbacher, Weinberg.- A. Lerch sei herzlichst für hilfreiche Beobachtungen und für die mühevolle Anfertigung der Photographien in einer winterkalten Sakristei gedankt. 15. So CSIR (hier Anm. 4); es handelt sich wohl um den sog. Untersberger Marmor (frdl. Hinweis N. Heger, Salzburg).- Aufgrund des -an unserem Relieffragment nicht unbedingt nachvollziehbaren- ,nach Inhalt und Form eindeutig norischen Charakters der Denkmäler' vermutete G. Ulbert, Zur Grenze zwischen den römischen Provinzen Norikum und Raetien am Inn. Bayer. Vorgeschbl. 36, 1971, 101-123, bes. 107f. entweder eine Verschleppung der Steine aus Noricum rechts des Inns oder eine von Noricum ausgehende Besiedlung des unteren Rottals. 16. Zur Exomis z.B. Theokrit (3,25; 5,15; 7,15f.).- Vgl. auch N. Himmelmann, Über Hirtengenre in der antiken Kunst. Abh. Rhein.-Westf. Akad. Wiss. 65 (Opladen 1980); generell zur Exomis auch: G. Roche-Bernard, A. Ferdière, Costumes textiles en Gaule romaine (Paris 1993) 31ff. 17. Theokrit (3,25; 5,15; 7,15f.).- Vgl. Himmelmann, Hirtengenre (hier Anm. 16). 18. z. B. gestattete die freigelassene Schulter eine größtmögliche Bewegungsfreiheit: G. Zimmer, Römische Berufsdarstellungen. Arch. Forsch. 12 (Berlin 1982) 66f.: 'spezifische Bekleidung der arbeitenden Bevölkerung'. Vgl. auch den Amphorentransporteur auf der Muschel Nr. 10 aus dem Schatz von Rethel: Orfèvrerie gallo-romaine. Le trésor de Rethel (Paris 1988) 8; 94ff. Abb. 57. 19. Hierzu H. R. Goette, Mulleus - Embas - Calceus. Ikonographische Studien zu römischem Schuhwerk. Jahrb. DAI 103, 1988, 401^164, bes. 416 u. 420.Durch die .Aneignung' dieses Trachtdetails sollen die Diener eventuell als einer sozial gehobenen Sphäre entstammend charakterisiert werden. 20. Als Ersatz für die schwierige Dreiviertelansicht findet sich oft die abrupte Verbindung von frontaler Körperhaltung und ins Profil gedrehtem Kopf. Zur sog. Kombinationsansicht: Verf., Magistratische Repräsentation im römischen Relief. Studien zu standesund statusbezeichnenden Szenen. BAR Intern. Ser. 370 (Oxford 1987). 468 Anm. 63; 498 Anm., 325; 513 Anm. 477.- Zum Phänomen von Perspektive und Tiefenstaffelung läßt sich anmerken: Eine Dreiviertelansicht von Personen, eine der Möglichkeiten, die Illusion eines sich dreidimensional erstreckendes Raum zu erzielen, wird auffälligerweise vermieden. Demgegenüber werden flächenparallele Darstellungen bevorzugt. Beliebt ist auch die frontale, direkt auf den vorübergehenden Betrachter ausgerichtete Wiedergabe von Figuren: Enciclopedia dell' arte antica III (Firenze 1960) 742ff. s.v. frontalità (R. R. Bianchi-Bandinelli).- Vgl. allg. dazu Zimmer (hier Anm. 18) 87. 21. Zum Pilos als .coiffure commune des gens d'humble condition à la ville e à la campagne': Daremberg-Saglio 4 (Paris 1907; Nachdr. Graz 1969) 480f. s.v. pileus (P. Paris); vgl. auch Himmelmann (hier Anm. 16) 87. 22. z. B. bei Schlachtsarkophagen: vgl. B. Andreáé, Motivgeschichtliche Untersuchungen zu den römischen Schlachtsarkophagen (Berlin 1956); kurzer Überblick: G. Koch, H. Sichtermann, Römische Sarkophage (München 1982) 90-92 (m. weit. Lit.). 23. Seien es ein Altar, eine Basis oder ein Relief mit sonstiger Funktion: E. Schraudolph, Römische Götterweihungen mit Reliefschmuck aus Italien. Altäre, Basen und Reliefs. Archäologie und Geschichte 2 (Heidelberg 1993) 93ff. 24. Zum Begriff der Bedeutungsgröße grundlegend F. Matz, Bemerkungen zur römischen Komposition. Abh. Mainz 1952 Nr. 8 (Mainz 1952).- Vgl. z.B. die 228