Budapest Régiségei 28. (1991)

SZEMLE - Minárovics János: Miért volt az aquincumi tűzoltóság orgonája víziorgona? 261-282

3 Finger dicke — Holzklötze. Die von den Luftpum­penzylinder geförderte Luft leiteten wir also übr ein gemeinsames Rohr in den Luftverdichtungskessel, von dort dann über ein anderes Rohr in die Windlade der Angsterschen Orgelrekonstruktion (Abb. 7.1). Es wur­den natürlich Saug- und Druckventile an den entspre­chenden Stellen eingebaut. Das Glas füllten wir mit Wasser. Die zwei Luftpumpen konnten voneinander unabhängig einzeln betätigt werden. Beim Beginn des Gebläses füllte sich zuerst das Luftzuleitungsrohr und der Luftverdichtungskessel mit Luft, sodann füllte sich auch die Windlade auf, wodurch im Glas der Anstieg der Wasserhöhe gut sichtbar wurde und wenn wir die Pfeifen auch weiterhin nicht betätigen ließen, entwich der Luftüberdruck in der Form von Blasen. Der Praxis nach läßt die mit 50-150 mm Wasserhöhenunterschied kondensierte Luft die Pfeifen gut ertönen. Diesen Ver­dichtungswert kann man mit der Erhöhung bzw. Ver­minderung der in den Wasserbehälter eingefüllten Wasserhöhe leicht einstellen. Schon unsere ersten Ver­suche zeigten, daß die Hauptfunktion des Luftverdich­tungskessels die Sicherung des gleichmäßigen Luft­druckes war. Den Blasebalg konnten wir zwar schneller oder langsamer in Gang setzen, da aber das System offen ist (bei schnellerer Betätigung entfernte sich die Überdruckluft in Form von Blasen, im entgegengesetz­ten Fall aber strömte das Wasser bei Abnahme des Luftdruckes unter den Luftverdichtungskessel zurück), wird der relativ gleichmäßige Luftdruck gesichert. Gleichzeitig stellten wir fest, daß uns zur tadellosen Betätigung kein genügender Luftvorrat zur Verfügung steht, beim Unterlassen des Gebläses kann man an der Orgel nicht weiterspielen. Wir erachteten es so, daß die Windlade der Angsterschen Orgelkonstruktion mit 2,8 1 Rauminhalt im Falle der von uns gefertigten Luft­pumpe klein ist. Deshalb schalteten wir eine Windlade von cca. 10 1. Fassungsvermögen an die von Heron bestimmte Stellte ein, d.h. an den Hals des Luftverdich­tungskessels und aus seinem oberen Teil führten wir die Luft in die ursprüngliche Windlade der Orgel. Die auf diese Weise für etwa 131 vergrößerten Windladen wur­den von den Luftpumpen mit je 8-8, insgesamt 16 Hü­ben mit Luft aufgefüllt. In das mit 151 Wasser gefüllte Glasgefäß erreichtet wir, daß die Orgel mit 30 Hüben je Minute der Luftpumpen mit entsprechender Ton­stärke funktionierte. Im Laufe unserer Versuche dachten wir auch da­ran, daß der Verdichtungskessel ursprünglich größer gewesen sein dürfte, also daß es sich eventuell in einen trichterförmigen Teil fortsetzte. Bei der Heronschen Wasserorgel, wo nur 8 Pfeifen dargestellt sind, genüg­ten wahrscheinlich ein Luftverdichtungszylinder und der halbkugelige Pnigeus, erwiesen sich jedoch in un­serem Falle als wenig, wo wir mit 52 Pfeifen rechnen müssen. Auch Gábor Trajtler wies darauf hin, daß der Luftverdichtungskessel nicht nur die Rolle hatte, die überflüssig gewordene Luft auszulassen, sondern auch einen gleichmäßigeren Luftdruck zu sichern, was aber einen Luftverdichtungskessel von größerem Fas­sungsvermögen benötigte. Er setzte ferner voraus, daß auch vom Luftverdichtungskessel nur der Deckel er­halten blieb, so wie auch der obere Teil des Wasser­behälters. Leider kann aus dem Foto des fragmenta­rischen Luftverdichtungskessels nicht festgestellt wer­den, ob der Rand Lötungsspuren enthält. Zum glat­ten, geradlinigen Rand dürfte man — unserer Vor­stellung nach — einen zylinderförmigen, trichterarti­gen Teil angelötet haben. Und zwar deshalb einen zylindrischen Teil, da ja man den Luftverdichtungs­kessel durch eine Gefäßmündung von 24 cm Durch­messer in den Wasserbehälter einsetzen mußte. Die Wahrscheinlichkeit des größeren Luftverdichtungs­kessels wird auch durch die Darstellung einer Orgel aus dem Psalmbuch von Utrecht untermauert. Die im 9. Jh. entstandene Zeichnung stellt aller Wahrschein­lichkeit nach eine aus solchen zwei Teilen zusammen­gesetzte Wasserorgel dar, die 4 Luftverdichtungszyl­inder hat und ein jeder von diesen von je einer Person betätigt wurde (Abb. 7.2). In dem Luftverdichtungs­kessel in einem jeden Wasserbehälters arbeiten je zwei Zylinder, deren oberer Teil aus den Wasserbe­hältern hervorsteht. Möglicherweise hatte der Blase­balg der Orgel von Aquincum eine ähnliche Lösung. Auf alldiese Erfahrungen bauend, fertigten wir als nächsten Schritt einen cca. 30 1 fassenden Wasserbe­hälter aus Kupfer und einen Luftverdichtungskessel von cca. 10 1 Rauminhalt (Abb. 8.1). Den Blasebalg bildeten wir aus den Zylindern einer Feuerwehrspritze von 105 mm Zylinderdurchmesser. Diese fördern auf einen Hub je 1,8 1 Luft weiter. Die Druckhebel kon­struierten wir nach dem Muster der Feuerwehrspritze, also wenn der eine Zylinder saugt, so drückt der an­dere und umgekehrt. Auch diesen Blasebalg verban­den wir mit der Orgel des Aquincumer Museums (Abb. 8.2). Die Orgelpfeifen ertönen selbst dann, falls alle vier Register gleichzeitig offen sind, mit entspre­chender Tonstärke bei ruhiger, gleichmäßiger Betäti­gung. Nach dem Abstellen des Gebläses tönte noch ca. 10 Sekunden lang eine Pfeife mit voller Tonstärke. Zusammenfassung Von den zum Vorschein gekommenen Funden be­weisen — unserer Meinung nach — 1. die bronzene Gefäßmündung; 2. die Überreste des Luftverdichtungskessels eindeutig, daß die Orgel von Aquincum ursprünglich eine hydraulis, d.h. eine Wasserorgel war. Diese zwei Stücke selbst machen unabhängig davon, was für ein Blasebalg dem Luftverdichtungskessel angeschlossen war, unbezweifelbar, daß das erwähnte Instrument eine Wasserorgel gewesen ist. Wäre das Instrument ur­sprünglich keine Wasserorgel gewesen, so hätte L. Nagy diese Bestandteile nicht ausgraben können. Die weite­ren Argumente wurden schon früher zusammengefaßt: W. Walcker-Mayer weist z.B. auf die Meinung von W. W. Hyde und Th. Schneider hin, nach denen der Auin­cumer Fund eine der Beschreibung von Vitruvius ent­272

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