Budapest Régiségei 28. (1991)

SZEMLE - Minárovics János: Miért volt az aquincumi tűzoltóság orgonája víziorgona? 261-282

rend in die Windkiste und zu den Pfeifen gelangt. Das Wasser reguliert den Luftdruck, jedoch nicht in ge­schlossenem, sondern in einem offenen System, die überflüssige Luft entfernt sich nämlich in der Form von Blasen. Da der Blasebalg der antiken Orgel ebenso eine Kolbenpumpe hat, wie die Feuerwehrspritze, richtet sich die Aufmerksamkeit der Feuerwehrfachleute dem Blaswerk der Wasserorgel zu. L. Nagy gibt die Or­gelbeschreibung von Heron (Abb. 3.2) auch teilweise bekannt: „Der aß-yo ist ein kleiner Bronzealtar (altar­förmiger Behälter) ßü)iuo"xo£, in dem Wasser steht. Im Wasser befindet sich ein Trichter in der Form ei­ner umgekehrten Halbkugel e£r\ü, der Pnigeus (TTVI/YEVÍT) heißt und zum Durchlassen der Flüssigkeit zwischen dem (unteren) Rand und dem Boden (des wasserhaltenden Altars) Öffnungen hat. Aus dem oberen Teil (des Luftverdichtungskessels oder Pni­geus) ragen zwei Rohre über den Altar heraus. Das eine von ihnen T)XK|A, der sich in die Richtung der äußeren Seite des Altars biegt und in den Zylinder der Pumpe (TTOÇIÇ) mündet, der unten offen und zum Empfang der Pumpe glatt ausgearbeitet ist. In diesen paßt der Kolben pa(E\jußo\.ev£) genau hi­nein, damit es luftdicht schließt. Auf den Kolben wird eine sehr starke Stange befestigt TU. ZU diesem eine andere Stange v<j) (Hebearm), so daß sich dieser bei dem v um einen Nagel dreht. Dieser letztere bewegt sich auf einem senkrechten starken Gabelträger i|/x, wie ein Hebearm." An der Zeichnung ist das Ventil nicht dargestellt, das prinzipiell bei dem im Luftkessel vorhandenen Anschlußpunkt der aus dem Verdich­tungszylinder in den Luftkessel führenden Rohrzulei­tung sein müßte, da nämlich ohne diese die Konstruk­tion nicht funktionsfähig ist. Sich auf die Beschreibung von Vitruvius stützend, schreibt L. Nagy über den Blaseblag der Wasseror­gel folgendes: „...Auf einen aus Holz gefertigten Un­tersatz stellen wir eine aus Bronze erzeugte (altarför­mige) Kiste (arca). Auf diesen Untersatz bauen wir rechts und links (von der Kiste) Gestelle auf, die der Leiter ähnlich mit Querleisten befestigt sind. Diese umfangen die auf der Drehbank sorgfältig bearbeite­ten Pumpen (modioli) mit den nach oben und unten bewegbaren Kolben (fundi). In die Mitte dieser befes­tigen wir eine Eisenstange, die mit den Hebestangen (vectes) verbunden ist. Die Kolben werden mit Fell überzogen. Auf die Deckplatte der Pumpen bohren wir je ein Loch mit etwa drei Finger großem Durch­messer und in ihrer Nähe hängen aus dem Mund der auf die Scharniere befestigtem bronzenen Delphine an einer Kette bis unter die Löcher der Pumpen Deck­platten (cymbala). In der altarförmigen Kiste, die Wasser enthält, gibt es ebenfalls ein dem umgekehrten Trichter ähnlicher Luftverdichtungskessel (pnigeus). Unter diesen legen wir etwa drei Finger hohe Klötz­chen, die zwischen dem Mund des Luftverdichtungs­kessels und dem Boden der Wasser enthaltenden Kis­te einen freien Raum zustande bringen. ...Aus den Luftpumpen fuhren Zuleitungsrohre (fistulae) zu den Hälsen des Luftverdichtungskessels und bis zu den an der Windlade vorhandenen Öffnungen. In diesen (Zu­leitungsrohren) sind auf der Drehbank hergestellte Ventile (asses) untergebracht (dort, wo die Rohre mit den Pumpen verbunden sind), die als sich die Wind­lade schon mit Luft gefüllt hat, die Luft nicht mehr zurücklassen, da sie die Öffnungen (eigentlich die Zu­leitungsrohre) absperren. Heben wir nun die Hebes­tangen hoch, so ziehen die Kolbenarme die Kolben der Pumpen ein und die auf die Scharniere befestigten Delphine lassen die Deckplatten (in die Pumpen) her­ab, wodurch sich das Innere der Pumpen mit Luft füllt. Wenn also die Arme die Kolben infolge der rasch einander folgenden Drücke nach oben drücken und die Öffnungen (der oberen Platten der Pumpen) mit der Deckplatte versperren, so pressen sie die hier eingesperrte Luft infolge des Druckes in die Zulei­tungsrohre, über welche sie (die Luft) in den Luftver­dichtungskessel strömt und durch seinen Hai in die Windlade kommt. Mit einer rascheren Bewegung der Hebearme strömt die vermehrte und kondensierte Luft über die Hähne des Registerschiebers heraus und die Luft füllt die Windkanäle. Wenn also die Tas­ten infolge der Berührung mit der Hand die Stäbchen (Tastenschieber) in einem fort nach vorne und nach hinten schieben, die so dei Bohrungen versperren, so­dann wieder frei machen, so bringen sie in musikalisch kunstsinniger Weise bedient, der recht mannigfaltigen Tonart entsprechende Töne zustande..." Aufgrund der aus den Beschreibungen von Heron und Vitruvius herausgegriffenen Details unter Berück­sichtigung des Fotos über die von L. Nagy erschlos­senen und zur Schau gestellten Orgelbestandteile (Abb. 4.) ist auf dem uns zu fallenden Teil des Schau­kastens links nach unten von der bronzenen Wid­mungstafel ein (unserer Meinung nach halbkugelför­miger) Gegenstand mit einem kreisförmigen Ventil und einer ellipsenförmiger Unterlage sichtbar. Dies kann — unseres Erachtens — nichts anderes sein, als ein Teil des Luftverdichtungskessels (der Wind­glocke), d. h. des Pnigeus der Orgel. Beim Anblick kann das Stück der Beschreibung des Vitruvius ent­sprechen, da man auch diesen auf Holzklötze stellen mußte, damit er nicht auf den Boden des Wasserbe­hälters liegt. Über diesen Bestandteil ist aber im Buch von L. Nagy keine Rede. Auf dem Foto wird das in der Windglocke sichtbare kreisförmige Ventil als ei­nes eigenes Stück vorgeführt (Nagy 1933, Abb. 27.) und die folgende Beschreibung gehört dazu: „Unsere Abbildung 27 stellt den Überrest eines runden Bron­zebleches dar. Der Rand des Bleches ist leicht zurück­gebogen. Aus dem Blech wurde ein kleines rundes Loch ausgeschnitten, das vom Mittelpunkt seitwärts liegt. Der Durchmesser des Bleches beträgt 4,9 cm, der Durchmesser des kleinen Loches 0,9-1,0 cm. Es dürfte zum Blasebalg gehört haben." Diesem Ventil fiel aller Wahrscheinlichkeit nach die Aufgabe zu, daß wenn von der Luftpumpe aus dem freien Luftraum 268

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