Budapest Régiségei 28. (1991)
SZEMLE - Minárovics János: Miért volt az aquincumi tűzoltóság orgonája víziorgona? 261-282
die Luft eingezogen wurde, so soll sich die Pumpe über das Saugventil schließen, damit sie aus dem Luftverdichtungskessel die schon vorher eingepreßte Luft nicht zurückpumpt. Das Ventil wurde von dem inneren Druckluft gesperrt (hinaufgepreßt) und von dem Überdruck des Kolbens geöffnet. Seine Aufgabe bestand noch darin, daß nachdem das Gefäß mit Wasser aufgefüllt wurde und das Wasser auch den Raum unter dem Luftverdichtungskessel ausfüllte — die Luftpumpe bei ihrer Betätigung bei dem Saugtakt schließen soll — und zu verhindern hat, daß in den Zylinder Wasser kommt. Über diesem Ventil wurde auf dem Luftverdichtungskessel das Luftzuleitungsrohr angeschlossen, das aus dem Zylinder die gepreßte Luft hierherführte. Das Ende des Luftzuleitungsrohres dürfte die Ventilführung selbst gebildet haben. Das 0,9-1,0 cm große Loch diente zur Befestigung des Ventils. Da sein Auffangteil nicht erhalten geblieben ist, können wir uns nur vorstellen, wie es ausgesehen hat. Beispielweise, daß in das Rohr ein zylinderförmiger Behälter von 9 mm Durchmesser derart untergebracht wurde, daß das Ventil auf dem Ende des Rohres liegen soll. Es genügte ein 3-4 mm großes Spiel, um die Luft aus dem Blasebalg in den Luftverdichtungskessel einzulassen. Um das Herunterfallen zu verhindern, genügte es ein kleines Drahtstück anzuwenden. Bei dem Druck fiel sein vom Loch weiter gelegener Teil herunter, konnte sich nicht auf die andere Seite überdrehen, da die Bewegungsmöglichkeit von der Wand der Windglocke eingegrenzt war. Schon deshalb war sein Durchmesser größer als der des Rohres. Auch die im Rest des Luftverdichtungskessels sichtbare und auf dem Foto vom Holzteil der Glasvitrine teilweise bedeckte, ellipsenförmige Unterlage wird als eigenes Stück in Abb. 26. des Buches von L. Nagy dargestellt und Bronzeblech genannt. Der Beschreibung nach „... können wir auf unserer Darstellung ein dünnes, rundes Bronzeblech sehen, dessen innerer Teil in Ellipsenform ausgeschnitten ist. Auf dem Bronzerahmen sind vier winzige Löcher, von welchen der Abstand von je 2 zueinander proportionell ist. Sein äußerer Durchmesser beträgt 4,9 cm, das Maß des inneren Ausschnittes ist 3,9x3,4 cm. Es dürfte zur Befestigung des Leders des Blasebalges gedient haben." Dies ist hingegen vermutlich das Gegensück jenes Rohres das aus der Windglocke die Luft in die Windlade geführt hat. Das kleinere Maß des ellipsenförmigen Ausschnittes ist mit dem Durchmesser des Zuleitungsrohres identisch, das demnach einen äußeren Durchmesser von 3,4 cm hatte. Im Buch von L. Nagy stellt die Abbildung Nr. 7 den Luftzuleitungshals in Vorderansicht und Aufsicht dar. Wahrscheinlich wurde diesem Rohrstutzen von 30 mm Durchmesser das obere Ende des Luftzuleitungsrohres angeschlossen. Der Mündungsteil des Rohrstutzens ist umbördelt. Eine solche Lösung wird dann gewählt, falls man ein ebenso großes Rohr anlöten will. Wahrscheinlich wurde das erhalten gebliebene Teilstück, das sich neben dem in den nach außen umbördelten Teil eingeschobenen Rohr befindet mit Zinn kreisförmig umgelötet. Um dem Luftverdichtungskessel die Betätigung als Luftkondensator zu ermöglichen, steht — laut Vitruvius — Wasser in der altarförmigen Kiste. Sowohl er, wie auch Heron gaben zugleich das Material — die Bronze — des altarförmigen Behälters an. Im Buch von L. Nagy kommt ein Bronzegefäßmund (Abb. 5.1) vor, der „im Keller, wo der Überrest der Orgel ans Tageslicht gekommen ist, jedoch von den Überresten etwa in einem Abstand von 1/2 m" gefunden wurde. Ferner: „Sein Durchmesser beträgt 24 cm, die Seitenwand ist 3,5 cm hoch. Der Mund ist massiv und profiliert, die Seitenwand steht mit einer leichten Biegung etwas nach unten vor und ist an der Außenseite an drei Stellen mit ringsrumlaufenden, eingekerbten Linien verziert. Konnte nicht zur Orgel gehört haben." Und wenn dennoch? So konnte dieser Bestandteil in diesem Falle das Mundstück des bronzenen Gefäßes gewesen sein, in dem der Luftverdichtungskessel und das Wasser war. Unserer Meinung nach wurde das Stück gerade deshalb von den Orgelpfeifen und sonstigen Überresten 1/2 Meter entfernt gefunden, da es damals mit den übrigen Teilen der Orgel zusammen in den Keller stürzte. Leider ist das Originalstück längst verschollen, deshalb haben wir das aus dem Buch von L. Nagy übernommene Foto des Bronzegefäßmundes vergrößert, damit der Durchmesser in 24 cm Größe besser gemustert werden kann. Aus der kurzen Beschreibung von L. Nagy erhellt nicht, ob das ursprüngliche Gefäß geschmolzen, oder zerbrochen war. Aus den im Foto sichtbaren, scharfen Bruchlinien tippen wir eher auf das letztere. Im Zusammenhang mit dem Überrest des Verdichtungskessels ist die Lage dieselbe, wie mit dem Bronzegefäßmund, über dessen Vorhandensein wir gegenwärtig nichts wissen. Deshalb zogen wir auch hier die Technik der Fotovergrößerung heran (Abb. 5.2-4). Die Maßangaben der auf dem Foto des Schaukastens sichtbaren Bestandteile sind bekannt, z. B. beträgt die Breite der Widmungstafel 167 mm, der Durchmesser des im Überrest des Luftverdichtungskessel sichtbaren Ventils 49 mm, die längere Seite der ellipsenförmigen Unterlage gleichfalls 49 mm. Aus diesen Angaben können wir darauf schließen, daß der von mir als eine Halbkugel betrachtete Teil einen Durchmesser von 145 mm gehabt haben dürfte. Eine so große Halbkugel hat einen Rauminhalt von etwa 700 cm . Über den Bronzegefäßmund von 24 cm Durchmesser kann eine so große Halbkugel in das Bronzegefäß ganz bequem untergebracht werden. Es scheint uns unverständlich zu sein, warum L. Nagy über diesen wichtigen Bestandteil nichts schreibt. Seine Feststellung lautet: „Der eine wichtigste Teil unserer Orgel, nämlich das Blaswerk blieb nicht erhalten. War unsere Orgel eine Wasserorgel (hydraulis, orgánum hydraulicwn), so fand — wie wir dies aus den Beschreibungen von Vitruvius und Heron genau wissen —, unter der 269